Kein Prozess gegen Werner Amazon-Führungskraft

Anzeige des Betriebsrates

Die Anzeige des Amazon-Betriebsrates gegen eine leitende Angestellte in Werne hatte keinen Erfolg. Sonja Frodermann von der Staatsanwaltschaft Dortmund sagte am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir haben das Verfahren eingestellt.“ Der Betriebsrat wägt noch ab, wie er darauf reagieren soll.

WERNE

, 01.03.2017, 15:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kein Prozess gegen Werner Amazon-Führungskraft

Werden Betriebsratsmitglieder bei Beförderungen durch Amazon übergangen? Dieser Verdacht hat sich laut Staatsanwaltschaft nicht erhärtet.

Hintergrund der Anzeige war der Verdacht des Betriebsrates, dass die Führungskraft die Beförderung eines Betriebsratsmitgliedes hintertrieben haben, eben weil die Person im Betriebsrat sei. 

„Die besagte Führungskraft hatte aber mit der Personal-Entscheidung nichts zu tun“, sagt Frodermann. Das hätten die Aussagen der vier Personen ergeben, die tatsächlich über eine Beförderung zu entscheiden gehabt haben. Außerdem habe die Anklagevertretung noch weitere Zeugen vernommen.

Jetzt lesen

"Genauer Wortlaut bleibt unklar"

Möglicherweise habe sich die besagte Mitarbeiterin negativ zum Betriebsratsmitglied geäußert. Aber „der genaue Wortlaut bleibt unklar“, sagt die Staatsanwältin. Letztlich sei es auch unerheblich, da sie mit der Besetzung der Stelle nichts zu tun gehabt habe.

Der Betriebsrat von Amazon sieht „die Einstellung des Verfahrens nicht als Niederlage gegen die Geschäftsleitung an“, so Frank Müller in einem offenen Brief. Die Arbeitnehmer-Vertretung wolle die Entscheidung eingehend prüfen und nach Beratung „mit unserer Rechtsvertretung gegebenenfalls einen Widerspruch bei der Generalstaatsanwältin in Hamm in Erwägung ziehen.“

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Betriebsrat will Öffentlichkeit informieren

Über das weitere Vorgehen will der Betriebsrat in den nächsten Tagen die Öffentlichkeit informieren.

Antje Kurz-Möller sagte auf Anfrage unserer Redaktion im Namen der Geschäftsführung von Amazon Werne: „Wir begrüßen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft.“

Lesen Sie jetzt