Keine Zeit für Nickerchen: Digitalisierung kommt als Pflichtaufgabe mit Zeitdruck

rnBürgermeister-Kandidaten im Video

Wie gut steht’s in Werne in Sachen Bildung und Digitalisierung? Darüber haben die Bürgermeister-Kandidaten bei der Veranstaltung „Werne vor der Wahl“ diskutiert - inklusive Kritik an der Landesregierung.

Werne

, 20.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Lothar Christ (parteilos), Dominik Bulinski (CDU) und Benedikt Striepens (Grüne) stellen sich am 13. September drei Kandidaten zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters in Werne. Bei der Diskussionsveranstaltung „Werne vor der Wahl - der Bürgermeister“ traten die Kontrahenten in „Rededuellen“ gegeneinander an. Dabei ging es auch um die Themen Bildung und Digitalisierung.

Und ganz so schlecht sieht es in der Lippestadt da gar nicht aus, wenn man Wernes amtierendem Bürgermeister Glauben schenken mag. Man habe in den vergangenen 10 Jahren immerhin 30 Millionen Euro in die Bildung investiert und aus 10 Schulen in städtischer Trägerschaft fünf gemacht. „Wir sind da einen mutigen Weg gegangen und diese fünf Schulen funktionieren wunderbar. Da können wir stolz drauf sein“, sagt Christ.

Video
Wernes Bürgermeister-Kandidaten über Bildung und Digitalisierung

Und wie sieht es mit der Marga-Spiegel-Schule aus? Sollte die nicht vielleicht doch lieber in eine Gesamtschule umgewandelt werden, um eine weitere Bildungseinrichtung zu schaffen, an der Schüler das Abitur machen können? „Nein“, sagt Christ. Das würde das Gleichgewicht stören. Jetzt komme es ohnehin viel mehr darauf an, für zusätzliche digitale Ausstattung zu sorgen.

Klar sei inzwischen, dass alle Schulen in städtischer Trägerschaft in den nächsten Monaten eine Gigabit-Anbindung bekommen. Man habe auch weitere Fördermittel beantragt, sehne sich jedoch nach einem Finanzierungskonzept, dass es Schülern ermöglicht, digitale Endgeräte mit nach Hause nehmen zu können. Und da sei das Land gefordert, betont Christ.

Keine Zeit für Nickerchen: Digitalisierung kommt als Pflichtaufgabe mit Zeitdruck
„Unsere Schulen funktionieren wunderbar. Da können wir stolz drauf sein.“
Lothar Christ (parteilos)

Grünen-Kandidat Striepens - als Vorsitzender des Schulausschusses bestens mit der Materie vertraut - knüpft an, nutzt seine zwei Minuten Redezeit aber überwiegend dazu, das Prozedere der Bereitstellung von finanziellen Mitteln seitens der Landeregierung sowie die Art und Weise, wie man letztere jetzt verteilen müsse, zu erklären.

Heraus kommt dabei letztlich auch eine deutliche Kritik an der Landesregierung, die die Ausstattung jetzt plötzlich im Hauruck-Verfahren umsetzen will. „Bei großen Städten ist es so, dass sie so etwas europaweit ausschreiben müssen. Ich weiß nicht, wie das innerhalb einer Woche gehen soll“, so Striepens. Ablehnen will der Grünen-Politiker das Geld aber natürlich nicht. Man müsse jetzt schnell handeln, dürfe keine Zeit verlieren. In der Vergangenheit sei an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas zu langsam gearbeitet worden - auch in den Reihen der Werner Stadtverwaltung.

Bulinski will Personal in der Verwaltung aufstocken

Letztere nimmt auch CDU-Mann Bulinski in die Pflicht. Digitalisierung - das sei für ihn kein großes Wahlprogramm: „Das ist eine Pflichtaufgabe! Eine Kernaufgabe der Verwaltung, der wir nachkommen müssen und werden.“ Die Lage sei ja ganz klar: Schließlich habe der Gesetzgeber die Vorgabe gemacht, dass die Digitalisierung 2021/2022 im Wesentlichen abgeschlossen sein soll.

Und da sei es eine Selbstverständlichkeit, dass Bund und Land auch die nötigen Fördermittel bereitstellen: „Nur wir müssen sie auch abrufen! Das bedeutet für mich auch, dass wir ausreichend Personal in der Verwaltung haben müssen, das sich um die Akquise von Fördermitteln bemüht. Da sehe ich noch Defizite in Werne“, so Bulinski.

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Vorstellungsrunde, Rededuelle, Wählerfragen - das sind die drei Blöcke der Diskussionsrunde von drei Kandidaten für den Bürgermeister-Posten in Werne. Hier gibt es den Livestream als Nachlese. Von Jörg Heckenkamp

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