Kirchenabriss: Wann fällt das Schiff von St. Konrad?

Neubau geplant

Die Werner Kirchenlandschaft ist im Umbruch. Mit dem Abriss des Kirchenschiffes von St. Konrad steht die erste Veränderung schon 2018 an. Weitere Prozesse werden in den kommenden Jahren folgen.

Werne

, 13.12.2017, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Blick in die Kirche St. Konrad wird es so bald nicht mehr geben.

Den Blick in die Kirche St. Konrad wird es so bald nicht mehr geben. © Sylvia vom Hofe

Das Kirchenschiff von St. Konrad soll Platz machen für einen „zweckmäßigen Neubau“. So hatten es Pfarrdechant Jürgen Schäfer, Wolfgang Bille vom Bauausschuss des Kirchenvorstandes und Rendantur-Leiter Peter Middelhove im Mai dieses Jahres während eines offiziellen Pressegesprächs mitgeteilt.

Der Grund für den Neubau: Die Rendantur für Hamm-Nord, Lüdinghausen und Werne, die als Kassenstelle oder auch Rechnungsbehörde die Finanz-, Vermögens- und Personalverwaltungen für die einzelnen Kirchengemeinden übernimmt, bleibt dauerhaft in Werne. Ist der Betrieb seit November 2016 auf das Pfarrhaus und das Bruder-Konrad-Haus aufgeteilt, soll die Rendantur in Zukunft in eben diesem „zweckmäßigen Neubau“ an der Stockumer Straße unterkommen.

Bagger warten noch

Im Mai teilte man mit, dass der Baustart für das Frühjahr 2018 geplant sei, der Abriss dementsprechend eher. Jetzt, knapp sieben Monate später, steht der Zeitplan noch nicht hundertprozentig fest. „Mitte Januar haben wir ein Gespräch mit dem Bistum Münster“, sagte Wolfgang Bille am Mittwoch. Dann entscheide sich, wann die ersten Bagger anrücken und das Kirchenschiff dem Erdboden gleichmachen.

Noch sieht sie so aus: die Kirche St. Konrad an der Stockumer Straße.

Noch sieht sie so aus: die Kirche St. Konrad an der Stockumer Straße. © Helga Felgenträger

Offen ist zum jetzigen Zeitpunkt auch, was mit Pfarrheim und Bruder-Konrad-Haus passiert. Infrage käme eine Nachnutzung, aber auch der komplette Abriss.

In den zweigeschossigen Neubau – 32 Arbeitsplätze verteilt auf 18 Büros – sollen zusätzlich eine Sakristei und ein Gemeinderaum integriert werden. Für die Gottesdienste soll der alte Glockenturm zu einem Gottesdienst-Raum umgebaut werden – barrierefrei und energetisch saniert.

Stand jetzt, sind für das Großprojekt 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Kostenträger sind das Bistum Münster und die Kirchengemeinde St. Christophorus.

Zweite Baustelle: die Sakristei von St. Christophorus

Eine weitere Baustelle ist die Sakristei der Christophorus-Kirche. Die „Rakete“, wie Kritiker der Architektur den Anbau auch bezeichnen, ist stark sanierungsbedürftig. Und laut Wolfgang Bille will man den Sachverhalt „ergebnisoffen“ diskutieren. Ein Abriss des umstrittenen Gebäudes wäre also möglich. Aber Bille will den Diskussionen nicht vorgreifen. „Es ist doch klar, dass wir an dieser Stelle die Gemeinde mitnehmen müssen.“ Schließlich gäbe es auch Fürsprecher der Sakristei.

Die Sakristei von oben: Das Bauwerk ist nicht unumstritten.

Die Sakristei von oben: Das Bauwerk ist nicht unumstritten. © aerometrics

Und über allem steht die Kosten-Nutzen-Rechnung: „Ich muss schauen, wie viel Geld ich für welche Lösung brauche.“ Bille rechnet damit, dass man sich frühestens im nächsten, womöglich aber erst im übernächsten Jahr mit der Sakristei befassen wird.

Dritte Baustelle: die Kirche St. Johannes

Noch weiter in der Zukunft liegt die Diskussion über die Kirche St. Johannes. Das Baudenkmal im Holtkamp ist Teil eines größeren Komplexes mit Pfarrheim, Pfarrkeller und Pfarrhaus. Dass nicht alles mehr benötigt wird, zeichnet sich schon jetzt ab.

Erste Überlegungen, zum Beispiel Verwaltungsräume durch Umbauten in den Kirchenraum zu integrieren, kommentiert Bille noch nicht: „Das gleiche Spiel wie bei der Sakristei: Wir wollen die Gemeindemitglieder mitnehmen und gemeinsam entscheiden, was passieren wird.“

St. Johannes dürfte frühestens 2020 Thema innerhalb der Kirchengemeinde werden.

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