Kirchenasyl: Familie darf in Deutschland bleiben

Verfolgte Christen

Glücklicher Ausgang des Kirchenasyls in Werne. Die dreiköpfige Familie, die seit drei Monaten versteckt in der evangelischen Gemeinde lebt, ist als Flüchtlinge anerkannt. In die große Freude bei den Betroffenen und der Gemeinde mischt sich aber auch Besorgnis.

WERNE

, 22.04.2015, 12:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Martin-Luther-Kirche in Werne.

Die Martin-Luther-Kirche in Werne.

Zwar kann sich das Ehepaar mit seinem kleinen Kind nun rein rechtlich frei bewegen, allerdings bleibt die Bedrohung von Extremisten bestehen. Denn die Familie beantragte Asyl, weil sie aufgrund ihres christlichen Glaubens verfolgt wurde. "Und diese Verfolgung besteht ja weiter, auch wenn sie nun als Flüchtlinge in Deutschland anerkannt sind", sagt Pfarrer Thomas Hein. Daher wolle man die Anonymität wahren.

Der 52-Jährige zeigte sich hocherfreut und erleichtert über die positive Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. "Mit einer solchen schnellen Entscheidung hätten wir nicht gerechnet", sagt er.

Zwei ausgebildete Akademiker

Die Familie sei sprachlos gewesen, als sie am vergangenen Freitag von der Entscheidung hörte. Sie konnte den positiven Ausgang kaum glauben, verbrachte das Wochenende weiter in den Räumen des Kirchenasyls. "Erst am Montag, nach drei Monaten ‚Hausarrest‘, trauten sich die drei vor die Tür", berichtet der Presbyteriums-Vorsitzende.

Nun beginne die Auseinandersetzung mit den Behörden um soziale Unterstützung und Arbeitslosengeld. Hein: "Das steht ihnen nämlich zu." Bis dahin werde die Gemeinde die Flüchtlinge weiter unterstützen. Er sei aber optimistisch, dass sich das Paar eine eigene Zukunft aufbauen kann. Der Pfarrer: "Es sind beides gut ausgebildete Akademiker, ihre Chancen hier stehen gut."

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