„Parents for Future“ kritisieren Kita-Pläne im Dahl: „Die Stadt muss nachhaltig bauen!“

rnKita-Neubau

Vier gesunde Eichen sollen für den Kita-Neubau im Dahl gefällt werden. Das stößt auf Unverständnis. Nun erhöht auch die neue Ortsgruppe von „Parents for Future“ den Druck auf die Politik.

Werne

, 28.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Eichen sollen für den Kita-Neubau am Grote Dahlweg weichen. Es gebe keine bauliche Alternative auf der Fläche, erklärte Baudezernent Ralf Bülte im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr. Das wollten einige Ausschussmitglieder nicht einfach so hinnehmen.

Sie fordern neue Varianten für den Neubau, um die vier Eichen vor der Abholzung zu retten. Auch die neu gegründete Ortsgruppe „Parents for Future“ möchte sich für den Erhalt der Bäume einsetzen und erhöht den Druck auf die Politik. Mit einem Informationstreffen am Donnerstagabend, 27. Juni, hat die Gruppe nun über das Vorhaben informiert.

„Der Bau muss nachhaltig erfolgen“

„Natürlich profitieren wir selbst von der Kita. Aber wir finden es nicht in Ordnung, wenn die Politik wie selbstverständlich vier Eichen fällt. Der Bau muss sozialverträglich und nachhaltig erfolgen“, erklärt der Werner Dominik Büning (30), Vorsitzender der Ortsgruppe.

Er verdeutlicht noch einmal, dass das Ziel sein muss, sowohl Bau der neuen Kita als auch Erhalt der Eichen zu vereinbaren. „Die neue Kita ist wichtig. Aber wenn die Welt in zehn Jahren kaputt ist, haben wir auch von der Kita nichts mehr.“

Mehr als nur eine Ergänzung

Das Informationstreffen rund um den Kita-Neubau und den Erhalt der Eichen war eine der Auftaktveranstaltungen der neu gegründeten Ortsgruppe „Parents for Future“. Als Unterstützung für die Schüler-Bewegung „Fridays for Future“ haben sich mittlerweile in vielen deutschen Städten Gruppen gegründet. Nun auch in Werne.

Und hier gilt die Ortsgruppe nicht nur als Ergänzung zur Schüler-Bewegung „Fridays for Future“. Denn: In Werne gibt es bislang keine Schüler-Streiks. Einige Schüler hätten sich laut Büning zwar zu Streiks organisiert, gingen letzlich allerdings doch nicht auf die Straße.

Gespräch mit Schulleitern

„Die Schulleitungen haben es verboten aufgrund der Fehlstunden. Leider sind die Schulleiter nicht aufgestanden“, sagt Büning. Das könne man nicht auf sich sitzen lassen.

Deshalb haben sich nun auch Erwachsene zusammengeschlossen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Und sie möchten mit den Schulleitern ins Gespräch kommen, sie dafür sensibilisieren, etwas für den Schutz der Umwelt zu tun.

Zeit, aufzustehen

Das, was die Schüler (noch) nicht durften, möchten die Erwachsenen, darunter einige Eltern, nun tun: demonstrieren. „Wir möchten, dass sich die Menschen selbst Gedanken darüber machen, dass wir nur noch zehn Jahre Zeit haben, bis unser CO2-Budget aufgebraucht ist. Dann gibt es kein Zurück mehr, um unsere Umwelt zu retten“, sagt Büning.

Es seit Zeit, aufzustehen. Dass das künftig auch die Werner Schüler für „Fridays for Future“ tun dürfen, dafür setzt sich die Erwachsenengruppe ein. Dabei wolle man die eigene Kreativität und Eigenständigkeit der Kinder nicht hemmen, sie aber in ihren Zielen und in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

  • Die Organisation „Parents for Future“ hat sich als Unterstützung zur Schüler-Bewegung „Fridays for Future“ im Frühjahr 2019 gebildet. Dazu gehört laut eigenen Angaben auch das Mittel des Schulstreiks.
  • Bereits in vielen Städten haben sich Ortsgruppen gebildet. In Werne haben Marco Leo, Martina Haase und Barbara Wette die Gruppe ins Leben gerufen.
  • Laut Dominik Büning gibt es nun aktuell etwa 15 aktive Mitstreiter. Mindestens doppelt so viele Unterstützer gibt es in Werne, die sich über eine WhatsApp-Gruppe informieren und organisieren.
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