Klopapier statt Schmirgelpapier: Werner Hagebaumarkt erweitert das Sortiment

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„Not macht erfinderisch“, findet Christian Menne, Marktleiter des Hagebaumarkts in Werne. Die Not bestehe darin, dass das Klopapier überall vergriffen sei. Deshalb orderte er einige Paletten.

Werne

, 03.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil die Mitarbeiter des Werner Hagebaumarkts immer wieder von Kunden hörten, die kein Klopapier ergattern konnten, orderte der Hagebaumarkt kurzerhand einige Paletten von dem Lieferanten, der sonst die Baumarkt-Toilette für den Eigenbedarf mit Papier versorgt. „Wir haben eine Unterversorgung an Toilettenpapier. Rings herum ist keines zu bekommen. Da wollen wir unseren Kunden in der Not helfen“, erklärt Marktleiter Christian Menne.

Die Nachricht, dass im Baumarkt Toilettenpapier zu haben sei, verbreitete sich rasant in den sozialen Netzwerken. Auch im Hagebaumarkt in Lüdinghausen sei jetzt Toilettenpapier zu haben.

Baumarkt-Klopapier ist der Renner

„Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass wir so schnell an Klopapier kommen. Und erst recht nicht, dass es sich so gut verkauft“, erzählt der Marktleiter, der vor rund einer Woche die ersten zwei Paletten der begehrten Rollen bestellte. Die Kunden indes freuten sich riesig über das neue Angebot. Trotz eines eher stolzen Preises von 4,95 Euro pro Paket „wurden uns die Pakete beinahe aus den Händen gerissen“, so Menne.

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Ganze sechs Paletten Klopapier verkauften die Baumarktmitarbeiter innerhalb von vier Tagen - und das, obwohl das Papier auf eine Packung pro Kunde beschränkt war. Am Dienstag gingen die letzten Rollen über die Theke. Am Mittwoch fragten schon die ersten Kunden nach neuem Papier. Nachschub sei bestellt und käme voraussichtlich Ende der Woche, beteuert Menne.

Kunden verhalten sich gesittet

Doch trotz dieses Runs auf das Papier liefe es im Baumarkt sehr gesittet ab. Die Sicherheitsabstände von zwei Metern würden in den meisten Fällen eingehalten. 50 Kunden dürfen gleichzeitig durch den Laden stöbern. Das kontrolliere ein Mitarbeiter an der Tür. Einen Streit um das Klopapier habe es bisher noch nicht gegeben. „Man kann den Leuten richtig ansehen, wie sie sich über das Klopapier freuen“, berichtet Menne. Das Toilettenpapier, betont der Marktleiter, sei übrigens 3-lagig und keinesfalls mit Schmirgelpapier zu vergleichen. Im Markt werde das Papier auch intern benutzt.

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„Wir sind beim Lieferanten als Endkunde gelistet und bekommen das Papier deshalb nicht so günstig wie die Supermärkte. Deshalb müssen wir es etwas teurer verkaufen - großartig bereichern wollen wir uns da nicht“, erklärt Menne. Trotz der guten Resonanz wolle er das Sortiment nicht noch weiter erweitern: „Wir haben schon versucht, an Küchenrollen zu kommen, aber die sind nicht mehr zu kriegen. Und was Lebensmittel anbelangt überlassen wir das weiterhin den Lebensmittelhändlern. Die können das am besten.“

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