Koch aus Werne ist „Nationalheld“ der Küche – Branchen-Oscar geht an Heiko Antoniewicz

Heiko Antoniewicz

Handwerk, Kunst oder Wissenschaft? Für den Werner Koch Heiko Antoniewicz vereinen sich die drei Elemente beim Kochen. Jetzt wurde er unter anderem als bester Koch Deutschlands ausgezeichnet.

Werne

, 29.09.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heiko Antoniewicz (52) hat eine besondere Herangehensweise an das Kochen.

Heiko Antoniewicz (52) hat eine besondere Herangehensweise an das Kochen. © Privat

„And the Oscar goes to...“

Ganz so wird die Preisverleihung an Koch Heiko Antoniewicz wohl nicht geklungen haben. Dennoch konnte sich der gebürtige Dortmunder, der seit drei Jahren in Werne wohnt und dessen Firma Antoniewicz GmbH ihren Sitz in der Flöz-Zollverein-Straße hat, gleich zweifach freuen.

Mitte des Monats erhielt er den „Branchen-Oscar“, wie die Köche den „Best of the Best Award“ von „Chef-Sache“, dem jährlichen Symposion in Düsseldorf, nennen – und das in gleich zwei von neun Kategorien.

Nicht eine Jury wählt die Gewinner, sondern Mitarbeiter der Gastronomie, und zwar in direkter Wahl.

Bester Koch des Jahres

Zwei Mal von Kollegen nominiert und zwei Mal gewonnen. „Ich konnte es kaum glauben“, freut sich der 52-Jährige. Dabei bezieht er sich besonders auf seinen Gewinn in der Kategorie „Nationalheld“. Diese zeichnet den besten Koch des letzten Jahres aus.

In der Kategorie „Impulsgeber“, die Auszeichnung für innovatives Kochen, teilte er sich unterdessen den ersten Platz mit Jan-Philipp Berner, Küchenchef vom Söl’ring Hof auf Sylt. Diese Kategorie gewann er schon zum dritten Mal – das erste Mal allerdings mit jemandem zusammen.

Das störe ihn aber nicht. „Ich teile nicht nur gerne Wissen, sondern auch die Platzierung“, sagt er verschmitzt. Wissen teilen ist seine hauptsächliche Arbeit als Koch. Er gibt Kurse, Workshops und schreibt Bücher.

Heiko Antoniewicz (2. v. l.) gewann gleich zweifach beim „Best of the Best Award", von "Chef-Sache".

Heiko Antoniewicz (2. v. l.) gewann gleich zweifach beim „Best of the Best Award", von "Chef-Sache". © Schroeder

Es geht um Leistung

Das sei für ihn auch das Besondere an seinem Gewinn in der Kategorie als bester Koch, beschreibt er. Sonst gewännen meist bekannte Köche mit Sternerestaurants. Antoniewicz, der zwar auch zwei Mal Juror bei der Fernsehsendung „The Taste“ war, sich aber sonst vergleichsweise bedeckt gibt, führt kein Restaurant.

„Das spricht für den Preis: Jeder kann gewinnen, da es tatsächlich um Leistung und nicht Bekanntheitsgrad geht“, freut Antoniewicz sich umso mehr.

Sein bereits dritter Erfolg als innovativer Koch kommt nicht von ungefähr. So beschäftigt Antoniewicz sich in seinen Büchern auch mit der Zukunft des Kochens, durch eine wissenschaftliche Herangehensweise, auf molekularer Basis.

Handwerk, Kunst oder Wissenschaft?

Doch was ist Kochen denn nun: Handwerk, Kunst oder doch Wissenschaft? Bei dieser Frage lacht Heiko Antoniewicz. „Für mich macht‘s die Mischung“, sagt er. Er betrachte das auf der emotionalen Schiene. „Mir geht es darum, Kopf und Bauch zusammen zu führen, für den guten Geschmack.“

Andererseits gehe es nicht ausschließlich um den Geschmack. Die Art, ein Gericht anzurichten, sei auch eine Kunst. „Ich würde sagen, es sind 70 Prozent Handwerk, gepaart mit Wissen und 30 Prozent Kunst.“

Werne für sich entdeckt

Seit über drei Jahren wohnt der gebürtige Dortmunder auch privat in der Lippestadt. Anfangs ging es vor allem um die gute Verkehrsanbindung. Mit der Kochschule sei er natürlich viel unterwegs und die Nähe zum Kamener Kreuz sei optimal.

„Aber ich mag Werne einfach auch. Ich bin aus Bergkamen hierher gezogen. Unsere Firma sitzt zudem in einem wunderschönen Gebäude.“

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