Kündigung des Solebad-Bademeisters unwirksam

Angestellter gewinnt Prozess

Paukenschlag für das Solebad in Werne. Kaum ist das Bad geschlossen, gibt es auch schon den ersten Rückschlag für die Geschäftsleitung. Das Dortmunder Arbeitsgericht hat am Donnerstag entschieden: Die Kündigung eines Bademeisters ist unwirksam.

WERNE/DORTMUND

07.05.2015, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kündigung des Solebad-Bademeisters unwirksam

Wie wird das neue Solebad aussehen? Der von der Stadt hinzugezogene Unternehmensberater hat jetzt eine eindeutige Empfehlung ausgesprochen.

Die Urteilsbegründung war zwar nur kurz, hatte es aber in sich. Die Richter der 6. Kammer warfen der Geschäftsleitung vor, den Betriebsrat nicht ausreichend über das geplante Fortführungskonzept für das Hallenbad informiert zu haben. „Es muss genau dargelegt werden, warum Arbeitsplätze wegfallen und warum man mit nur zwei Leuten weitermachen will“, so Richter Thomas Wolkenhauer.

Nach der Schließung des Solebades und des Saunabereiches wird nur noch das Hallenbad weiterbetrieben - allerdings nur als Schul- und Vereinsschwimmbad. Hierfür hatte die Geschäftsleitung zwei Stellen für Bademeister vorgesehen. Die anderen wurden entlassen.

Keiner mehr nötig

Nach Ansicht von Geschäftsführer Jürgen Thöne sind mehr nicht nötig. „Da muss ja eigentlich niemand anwesend sein“, sagte er im Prozess. „Wir brauchen nur jemanden, der morgens die Wasserwerte kontrolliert und die Filter spült.“ Alles andere würden die Schulen und Vereine in Eigenregie übernehmen. Von Seiten der Natur-Solebad Werne GmbH müsse ab sofort nur noch der ordnungsmäßige Betrieb des Bades kontrolliert und sichergestellt werden.

Betriebsrat und Ex-Beschäftigte bestreiten allerdings die Umsetzbarkeit des Konzeptes. „Für den Weiterbetrieb des Hallenbades braucht man 14 Schichten“, sagte Rechtsanwalt Rainer Blömke, der den Bademeister im Prozess vertreten hat. „Dafür reichen keine zwei Personen.“

Weitere Fälle in späteren Prozessen

Mehr als ein Dutzend Ex-Beschäftigte haben vor dem Arbeitsgericht Klage eingereicht, darunter auch ehemalige Betriebsräte. Für sie gilt ein Sonderkündigungsschutz. Über diese Fälle wird allerdings erst in späteren Prozessen entschieden.

Der 48-jährige Schwimmmeister war erst einmal zufrieden. Der Vater von drei Kindern war fast 23 Jahre im Solebad und hängt an seinem Job. „Das Arbeitsverhältnis ist nicht aufgelöst worden“, hieß es am Ende im Urteil. Damit ist die Kündigung vom 26. Januar unwirksam. Rechtskräftig ist die Entscheidung aber noch nicht. Die Natur-Solebad GmbH kann noch in die zweite Instanz gehen. 

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt