Kurzarbeit in Werne: Lage ist bei einigen Firmen weiter angespannt

rnWirtschaft in Corona-Krise

In der Corona-Krise meldeten einige Unternehmen aus Werne Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter an. Mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt. Die Krise ist dennoch bei den Firmen weiter spürbar.

Werne

, 27.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise setzt der Wirtschaft in Werne weiterhin zu. Vor allem im März und April haben die Firmen in Werne laut den Angaben der zuständigen Arbeitsagentur Hamm Kurzarbeit angemeldet. Im Mai und Juni ging die Zahl wieder zurück - auf sieben Anzeigen für 155 Beschäftigte (im Juni).

Auf den gesamten Kreis gesehen gab es aber noch nie so viele Meldungen über Kurzarbeit seit der Finanzkrise 2009. Da waren 780 Betriebe im gesamten Jahr betroffen. Im März 2020 waren es allein 1778 Anträge auf Kurzarbeit.

Auch in einigen Werner Firmen gilt weiter Kurzarbeit

Ein betroffener Betrieb aus Werne ist B&G Getränke. Seit dem 16. März gilt hier Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft. Anfangs sei die Hälfte der insgesamt 40 Beschäftigten betroffen gewesen, erklärte Geschäftsführer Frank Bispinghoff im April.

Mittlerweile konnte man den Teil der Belegschaft mit Kurzarbeit reduzieren. „Jeder Monat wird besser. Der Juli war der beste Monat in der Krise. Es sind aber trotzdem 25 Prozent weniger Aufträge als zu dem Zeitpunkt im Vorjahr“, erklärt Bispinghoff.

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Der Getränkegroßhändler arbeitet vor allem mit Gastronomiebetrieben und der Veranstaltungsbranche zusammen. Während Bars und Diskotheken derzeit gar keine Getränke beziehen, haben die Gastronomiebetriebe wieder Bestellungen aufgegeben. „Das sind aber längst nicht die Mengen, die sie sonst bestellen“, erzählt Bispinghoff.

Darüber hinaus würden „ganze Kundensparten“ zurzeit wegbrechen. Dazu zählen Veranstaltungen im Saalbetrieb wie etwa Hochzeiten oder Bankette. „Die Leute sind sehr vorsichtig. Die Veranstaltungen, die nicht stattfinden können, werden wenn dann im nächsten Jahr nachgeholt. Vieles wird aber auch storniert.“ Demnach schätzt Bispinghoff die Auslastung des Betriebes derzeit auf 70 bis 80 Prozent. Die Folge: Ein Teil der Belegschaft ist weiterhin in Kurzarbeit beschäftigt.

Bei Hörmann gibt es keine Kurzarbeit mehr

Anders sieht das hingegen bei der Firma Hörmann aus. Hier galt seit dem Ausbruch der Pandemie Kurzarbeit für alle Mitarbeiter. Mittlerweile ist aber die gesamte Belegschaft des Türen- und Toreherstellers wieder zurückgekehrt. „Seit einigen Wochen arbeiten wir im Hörmann Werk Werne wieder an fünf Arbeitstagen und befinden uns somit wieder im normalen Produktionsalltag“, erklärt Dr. Matthias Grauer, Werksleiter der Hörmann KG Werne.

Im April etwa hätte man stattdessen nur an vier Tagen produziert. Nun hat sich die Lage offenbar wieder entspannt. „Die Auftragslage ist nach wie vor unter Vorjahresniveau, jedoch hat sich diese im Vergleich zu März deutlich stabilisiert und ist als zufriedenstellend zu bezeichnen“, so Grauer weiter. Bisher habe man auch keine Kündigungen aufgrund der Corona-Krise aussprechen müssen.

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Einen großen Schritt in Richtung Normalität haben die Mitarbeiter des Solebads seit Ende Mai gemacht. Die Verantwortlichen hatten mit der Schließung des Bades Mitte März einen Teil der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. Jetzt, wo das Solebad wieder geöffnet ist, sind auch wieder alle Mitarbeiter voll beschäftigt.

Ab Juni und mit der seitdem schrittweisen Öffnung des Solebads seien alle Kollegen wieder zurückgekehrt und die Kurzarbeit wieder abgemeldet worden, erklärt Badleiter Jürgen Thöne. „Für den Betrieb an sich ist es auch egal, ob wir 500 oder 5000 Besucher haben“, erklärt Thöne etwas überspitzt formuliert.

Aktuell ist die Besucherzahl im Solebad aufgrund der Coronaschutzverordnung begrenzt auf insgesamt 450 Besucher gleichzeitig. Die Mitarbeiter, die während des Lockdowns und der Badschließung in Kurzarbeit waren, hätten dies verständnisvoll aufgenommen, erzählt Thöne. „Davor ziehe ich meinen Hut. Und dann war es auch eine große Aufgabe, unter besonderen Bedingungen den ganzen Betrieb wieder zu starten“, so der Badleiter weiter.

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