Mehr Werner kaufen ihre Eier auf Wochenmarkt

Seit dem Fipronil-Skandal

Das giftige Läusemittel Fipronil hat so manchem den Appetit auf das Frühstücks-Ei genommen. Die Händler auf dem Werner Wochenmarkt freuen sich jedoch ebenso wie die Landwirte über die dadurch entfachte Diskussion - und sie versichern unbelastete Ware.

WERNE

, 10.08.2017, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr Werner kaufen ihre Eier auf Wochenmarkt

Markthändler Andreas Plogmaker weiß, dass viele Kunden jetzt auf den Stempel schauen. Gemeinsam mit seinen Händler-Nachbarn auf dem Werner Wochenmarkt sagt er: "Bei uns kann man bedenkenlos Eier kaufen."

„Unsere Eier kommen vom Bauern direkt aus der Nachbarschaft, da haben wir gar keine Probleme“, sagt Susanne Hubracht. Sie habe allerdings gemerkt, dass viele Leute verunsichert seien. „Jeder fragt, woher die Eier kommen, das ist jetzt so.“ Im Hofladen Hubracht sei die Nachfrage an Eiern sogar gestiegen. „Da kommen Leute zu uns, die wir vorher noch nie gesehen haben“, erzählt sie erfreut.

Dass mehr Kunden seit dem Fipronil-Skandal zum Markt kommen, kann auch Andreas Plogmaker (53) bestätigen. Gemeinsam mit Vater Norbert (83) und Sohn Jan-Luca (15) steht er regelmäßig auf dem Werner Wochenmarkt. „Die meisten Kunden wissen, dass unsere Eier von Bauern aus der Region kommen. Trotzdem ist Fipronil hier immer wieder ein Gesprächsthema, und viele wollen den Stempel sehen“, sagt er. Dass mehr auf dem Wochenmarkt gekauft wird, hält Plogmaker für einen „Schritt in die richtige Richtung“.

Kein Einsatz von Desinfektionsmitteln

Am Stand steht gerade Rosemarie Kennedy. Die 61-Jährige kauft regelmäßig Eier bei Plogmaker. „Ich habe großes Vertrauen in die Markthändler. Hier weiß ich, dass es aus der Region kommt. Und es schmeckt einfach besser.“ Währenddessen spricht schon wieder eine andere Kundin Plogmaker an. „Da haben die uns ja mal wieder schön angeschmiert“, sagt sie zu dem Markthändler.

Marktbeschicker Heinrich Kraienhemke (54) aus Bockum-Hövel sagt: „Die Diskussion um Fipronil ist gut. Die Menschen kommen so wieder auf die Märkte.“ Er spüre einen positiven Effekt, „aber natürlich produzieren wir schon immer vernünftige Eier.“ Seine Eier kommen vom eigenen Hof und einem Kollegen. Desinfektionsmittel werden dort gar nicht verwendet. „Bei uns im Hühnerstall werden die Wände noch mit einem Kalk-Wassergemisch gereinigt“, erzählt er. „So wird das seit Generationen gemacht.“

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Besonders wichtig ist es Kraienhemke, dass die Leute auf dem Markt ohne Umwege mit dem Verkäufer über dessen Produkte reden können. „Hier hat man den direkten Kontakt. Das klappt im Supermarkt natürlich nicht immer so gut.“

„Ich merk das auch, dass wieder mehr Leute bei mir die Eier kaufen“, sagt Landwirt Ferdinand Schulze Froning. Er glaubt, dass der Skandal um das Läusemittel ein Sturm im Wasserglas sei. Gleichzeitig ist er stolz auf seine Ware: „Die Leute kennen mich ja und wissen, was sie bei mir bekommen“, sagt der 53-Jährige.

Heinz Ostkotte in Werne hält Legehennen. Auch er spürt den Effekt, dass es wieder mehr Menschen auf die Märkte und in die Hofläden zieht. „Ich kann es ja mal so sagen: Es ist nicht schlechter geworden“, sagt der 67-Jährige. Gerade der samstägliche Eierverkauf von Tür zu Tür habe zugenommen. „Das ist allerdings bisher bei allen Skandalen so gewesen, dass die Leute dann erst mal wieder beim Bauern kaufen. Später gibt sich das dann schnell wieder“, räumt Ostkotte dann ein.

Wie lange es dauert, bis die Verbraucher wieder beim Discounter kaufen, bleibt abzuwarten.

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