Meinhard Wichmann hat sein Leben aufgeschrieben

Biografie vom Alt-Bürgermeister

Seine Liebe zu Büchern und Biografien hat Wernes Alt-Bürgermeister Meinhard Wichmann (71) dazu veranlasst, seine Memoiren aufzuschreiben. Seine bewegte Zeit als Bürgermeister in der Lippestadt von 1997 bis 2004 kommt auf den 570 Seiten nicht zu kurz.

WERNE

, 05.10.2017, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Meinhard Wichmann hat sein Leben aufgeschrieben

Meinhard Wichmann präsentiert seine Biografie. Erschienen ist das Buch "Gegen den Strom" (20 Euro) im Ventura-Verlag von Magnus See (l.) und erhältlich ist es auch in der Buchhandlung Beckmann von Hubertus Waterhues.

Auf 570 Seiten hat Alt-Bürgermeister Meinhard Wichmann (1997 bis 2004) sein Leben aufgeschrieben. 130 Seiten widmete er seiner Amtszeit in der Lippestadt. „Eine bewegte Zeit.“ Enttäuscht hatte sich Wichmann im März 2004 nicht wieder zur Wahl aufstellen lassen.

In seiner Biografie „Gegen den Strom“ finden die privaten Erlebnisse ebenso Erwähnung wie die Querelen mit der CDU-Mehrheitsfraktion. „Das Buch soll aber nicht als Abrechnung mit der CDU verstanden werden“, betont Wichmann. Doch die Protagonisten werden sich wieder erkennen, so schildert er das Gespräch mit der Fraktionsvorsitzenden ebenso wie der Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber, der sich im CDU-Podium ins Goldene Buch eintragen sollte.

„Ich wollte mich als Bürgermeister nicht in den parteipolitischen Wahlkampf einbinden lassen“, lautet das Zitat in seinem Buch mit dem bezeichnenden Titel „Gegen den Strom“. Wichmann war bekannt für seine Standhaftigkeit.

200 Fotoalben mit datierten Zeitungsausschnitten

Bis heute pflegt der Travemündener Kontakte nach Werne, persönliche Einladungen oder Sim-Jü führen ihn zwei- bis dreimal im Jahr in die Lippestadt.

Anlass der Biografie war das Bedürfnis, für seinen 40-jährigen Sohn ein Lebensresümee zu ziehen. Doch dann wurde aus der persönlichen Geschichte ein Rückblick auf Familie und Beruf, er schilderte neben seiner Familienchronik die berufliche Laufbahn, stellte zur zeitlichen Einordnung des Erlebten seine Aufzeichnung in den Weltzusammenhang. „In meiner Amtszeit in Rinteln kam ich aus der Feuerwehrausschuss-Sitzung und in Berlin fiel die Mauer.“

Grundlage der Recherche waren die vielen, vielen Kisten, die er vor 12 Jahren mit in seine Wahlheimat Travemünde nahm. Darin fanden sich unter anderem 200 Fotoalben mit datierten Zeitungsausschnitten. Die Internetrecherchen halfen bei den Erinnerungen nach. „Das Nachforschen hat mir am besten gefallen“, sagt er und kam schließlich im Wordprogramm auf 650 Seiten. Verleger Magnus See konnte den Band dann um 80 Seiten kürzen.

Im Büro im Keller fand er Ruhe zum Schreiben

„Die Schilderungen der Besuche in den Werner Partnerstädten sind etwas lang geworden“, sagt der Verleger mit einem Schmunzeln. „Die Begeisterung für das polnische Büffet mit den geistreichen Getränken schäumte über.“ In seinem Büro im Keller fand Wichmann Ruhe und Muse zum Schreiben. „Immer, wenn ich Lust und Zeit hatte, habe ich wieder etwas aufgeschrieben“, sagt er und ließ sich inspirieren von den vielen Biografien, die er im Laufe seines Lebens gelesen hat. „Es dürften an die 150 Biografien gewesen sein.“ In seiner Heim-Bibliothek stehen an die tausend Bücher.

Mit seinem Buch möchte Wichmann daher nicht nur die Werner Bürger ansprechen. „Persönliche Geschichte finde ich immer sehr spannend.“ Bei seinen Schilderungen über die Kriegszeiten läuft es ihm kalt über den Rücken. Er hat noch die Original-Postkarte seines Vaters von 1946. „Was macht der Nachwuchs? Wie geht es ihm oder ihr“, schrieb sein Vater. Da war der Erdenbürger schon ein Jahr alt. „Mein Vater wusste nach einem Jahr noch nicht, dass ich auf der Welt war.“

Seine berufliche Laufbahn
Meinhard Wichmann, geboren in der rheinischen Stadt Opladen, studierte Rechtswissenschaften.
Nach der Mitarbeit in einer Leverkusener Rechtsanwaltskanzlei wurde er Justiziar in Solingen.
Als stellvertretender Verwaltungschef und späterer Stadtdirektor wechselte er 1986 nach Rinteln.
Von 1997 bis 2004 war er hauptamtlicher Bürgermeister in Werne. 2005 erhielt er für seine Verdienste um Werne die Ehrenmedaille.
Seit Ende 2004 lebt er an der Ostseeküste in Travemünde.
Zur Autorenlesung lädt er für Sonntag, 5. November, in das Lokal Stilvoll im Rathaus ein.

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