Mit der Kamera durch den menschlichen Körper

St.-Christophorus-Krankenhaus

Endoskopie ist die Spiegelung von Magen und Darm, Bronchien, Lunge und Herz. Soweit die Theorie, doch wie funktioniert das in der Praxis? Antworten gibt es im St. Christophorus-Krankenhaus.

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von Von Jörg Heckenkamp

, 03.09.2011, 00:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Emine Sesli (l. 22) und Tanja Denninghoff (39), bereiten das Gerät für eine Darm-Untersuchung vor.

Emine Sesli (l. 22) und Tanja Denninghoff (39), bereiten das Gerät für eine Darm-Untersuchung vor.

"Durch alle natürlichen Körperöffnungen gehen wir hinein, also Nase, Mund und After", sagt Dr. Susanne Vedder, und Tanja Denninghoff geht schon ins Detail: "Bei der Bronchoskopie ist das Gerät kleiner als mein kleiner Finger." Mit Geräten über natürliche Öffnungen in die Patienten hineinschauen. Zumindest ist das ein Teil der Aufgaben der Endoskopie. Wobei Dr. Vedder (56) , Chefärztin der Abteilung Gastro-Enterologie/Diabetologie, gleich korrigiert: "Wir heißen offiziell 'Innere Funktions-Diagnostik', weil wir mehr als reine endoskopische Untersuchungen machen." Z. B. Ultraschall-Untersuchungen, EKG's, Lungenfunktionstest. Bei der eigentlichen Endoskopie überträgt eine Kamera, gepaart mit einer Lichtquelle, am Ende eines Schlauches Bilder z. B. aus dem Darm auf einen Bildschirm.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die Endoskopie

Bei einer Endoskopie führ eine Mini-Kamera durch den Körper. Die Bilder erscheinen direkt auf dem Monitor.
01.09.2011
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Emine Sesli (r. 22) bereitet das Gerät für die Darm-Untersuchung vor.© Foto: Jörg Heckenkamp
Fachangestellte Frauke Thies zeigt einen Sensorträger für ein Mundstück für den Lungenfunktionstest.© Foto: Jörg Heckenkamp
Tanja Denninghoff zeigt eine Tafel, auf der der Ablauf eines Lungenfunktionstestes erläutert ist.© Foto: Jörg Heckenkamp
Tanja Denninghoff (39), Leiterin der Pflegekräfte der Abteilung.© Foto: Jörg Heckenkamp
Emine Sesli (r. 22) bereitet das Gerät für die Darm-Untersuchung vor.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eine Armatur des Endoskopie-Gerätes.© Foto: Jörg Heckenkamp
Emine Sesli (r. 22) und Tanja Denninghoff (39) demonstrieren die Kamera eines Darm-Endoskopie-Geräte anhand einer Arm-Aufnahme. Hinten ist die Übertragung auf dem Monitor zu sehen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Emine Sesli (r. 22) und Tanja Denninghoff (39) demonstrieren die Kamera eines Darm-Endoskopie-Geräte anhand der Handinnenfläche. Oben links ist die Aufnahme auf dem Monitor zu sehen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Emine Sesli (l. 22) und Tanja Denninghoff (39), bereiten das Gerät für eine Darm-Untersuchung vor.© Foto: Jörg Heckenkamp
Emine Sesli (l. 22) und Tanja Denninghoff (39), bereiten das Gerät für eine Darm-Untersuchung vor.© Foto: Jörg Heckenkamp
Es werde Licht: Emine Sesli (l. 22) und Tanja Denninghoff (39), demonstrieren die Funktionsweise eines Endoskops für eine Darm-Untersuchung. Vorne befinden sich Kamera und Lichtquellen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Fachangestellte Frauke Thies zeigt den Ablauf eines Lungenfunktionstestes. Um verfälschende Außeneinflüsse auszuschalten, findet der Test in einer (dann geschlossenen) Kabine statt.© Foto: Jörg Heckenkamp
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Die Abteilung im nordwestlichen Teil des Erdgeschosses ist vollgestopft mit Technik. Wer früher in den menschlichen Körper hineinschauen wollte, "musste ihn aufschneiden", sagt schmunzelnd die pflegerische Leiterin der Abteilung, Tanja Denninghoff (39). Die Technik erlaube heute nicht nur die vergleichsweise schonende Kamerafahrt durch den Darm oder bis zur Lunge, sondern im selben Arbeitsschritt die Entnahme von Gewebeproben. Oder gleich therapeutische Maßnahmen wie z. B. das Entfernen von Darmpolypen.

Die 22-jährige Emine Sesli gehört seit knapp zwei Jahren zum Team. Die Medizinische Fachangestellte (früher Arzthelferin), mag besonders an ihrem Beruf, dass sie "Menschen helfen kann". Z. B. durch die rechtzeitige Erkennung von Darmkrebs, den man dann "schnell entfernen kann. Es sind viele interessante Fälle hier".Erfahrung spielt große Rolle

Tanja Denninghoff bestätigt das. Sie war früher als Schwester im OP tätig und schätzt es, dass man bei der Endoskopie mit den Patienten zumindest vor und nach dem Eingriff reden kann "und einen persönlichen Kontakt hat". Und auch der Umgang mit den modernen Geräten gefällt ihr wie auch Kollegin Emine.

Die Erfahrung der Ärzte und Pflegekräfte spielt noch immer eine große Rolle. Tanja Denninghoff: "Die Technik spielt nicht die entscheidende Rolle. Denn ein guter Arzt erkennt Veränderungen, selbst wenn die Kamera nicht so tolle Bilder liefert."

 

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