Bauwurzeln wollen ins Freie. Sie sorgen auf dem Radweg in Höhe Maria Frieden für vier große Huckel hintereinander. © Jörg Heckenkamp
Radverkehr in Werne

Mit Video: „Dieser Radweg in Werne ist eine Voll-Katastrophe“

Wenn Klaus Nowack frühmorgens zur Arbeit fährt, werden er und sein Fahrrad regelmäßig durchgerüttelt. „Dieser Radweg in Werne ist eine Katastrophe“, sagt der 61-Jährige.

Klaus Nowack, bekannt in Werne als Vogelkundler und engagierter Naturfreund, fährt viel Fahrrad. „Täglich, bei Wind und Wetter, ich fahre immer“, sagt er. 200 bis 250 Kilometer lege er wöchentlich zurück. Ein Tortur sei der Radweg längs des Straßenzuges Penningrode/Ovelgönne. Nowack flüchtet sich in Sarkasmus: „Das hier ist eine Teststrecke für Mountainbiker, aber kein Radweg.“

Ortstermin mit dem 61-Jährigen in Höhe der Kirche Maria Frieden: „Hier nimmt das Übel seinen Lauf“, sagt er und zeigt auf den fleckigen Radweg, der in Richtung Innenstadt führt. „Der Weg auf der anderen Seite der Straße ist auch nicht in Ordnung, aber auf dieser Seite ist es eine Katastrophe“, sagt er. Einige Meter entfernt das erste größere Hindernis. Nowack nennt es – Achtung, Sarkasmus! – „den Vier-Sprung“.

Der Radweg längs der Ovelgönne und der Penningrode befindet sich in einem beklagenswerten Zustand.
Der Radweg längs der Ovelgönne und der Penningrode befindet sich in einem beklagenswerten Zustand. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Was er in Anlehnung an den Dreisprung bei der Leichtathletik meint: Vier quer verlaufende Bodenwellen lassen den Radler an dieser Stelle vier mal abheben. „Das ist vor allem für Ältere und in der Dunkelheit lebensgefährlich“, urteilt der Werner drastisch. Die Rad-Trasse sei an dieser Stelle fast unbefahrbar, „sodass man eigentlich auf den Bürgersteig ausweichen müsste, aber das darf man offiziell ja nicht“.

Auslöser für den „Vier-Sprung“ sind Baumwurzeln, die die Fahrbahndecke hochgedrückt haben. Das Problem besteht offenbar schon seit Jahren, „denn die Huckel wurden schon mal geflickt“, sagt Nowack. Selbstverständlich sollen die Bäume nicht weichen, „aber der Radweg muss unbedingt an dieser Stelle vernünftig hergerichtet werden“.

„Radweg ist völlig sanierungsreif“

Die Radler-Strecke längst der Straßen Penningrode und Ovelgönne wird viel von den Schülerinnen und Schülern der beiden Gymnasien sowie Besuchern der Sportanlagen im Lindert genutzt. Sie holpern immer wieder durch Schlaglöcher. „Zwischen Maria Frieden und Fürstenhof ist der Radweg völlig sanierungsreif“, sagt der passionierte Radler und kommt zu einer weiteren, massiven Schwachstelle in seinen Augen.

Denn in Höhe des Hauses Penningrode 17 endet der – wenn auch nur noch in Teilen als solcher erkennbare – asphaltierte, rote Radweg und schwenkt auf den plattierten Gehweg über. Doch die Markierungen des Radweges auf den Platten sind kaum noch zu erkennen. „Außerdem ist der Radweg an dieser Stelle viel zu schmal“, so Nowack.

Klaus Nowack weist auf die Stelle, an der der Radweg - kaum erkennbar - auf den Bürgersteig einschwenkt.
Klaus Nowack weist auf die Stelle, an der der Radweg – kaum erkennbar – auf den Bürgersteig einschwenkt. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Wer sich nicht gut auskennt, stehe an diesem Übergang unwillkürlich vor der Frage, wo er denn nun weiterfahren könne. Der ein oder andere weicht dann auf die viel befahrene Straße aus, „weil er nicht erkennt, dass der Radweg quasi auf dem Bürgersteig weitergeht“. An dieser Stelle habe man „endlich den Kampf mit den Schlaglöchern hinter sich und stellt sich nun die Frage, wo muss ich herfahren?“

Während sich Nowack und der Reporter die Stelle genau anschauen, kommt eine Anwohnerin hinzu. „Geht es um den Radweg hier?“, fragt sie. Nowack nickt. „Der Radweg ist von vorne bis hinten eine Voll-Katstrophe“, sagt die Anwohnerin. Nowack steht mit seiner Meinung also nicht alleine da.

Was er denn unternehmen wolle? „Ich kann da nicht viel machen, außer in die Öffentlichkeit zu gehen“, sagt der Vogelkundler. Die Probleme mit dem Radweg an Penningrode/Ovelgönne sind der Stadt „seit mindestens fünf Jahren bekannt, aber es tut sich nichts.“ Klaus Nowack hofft, dass sich durch seine erneute Öffentlichkeits-Initiative endlich etwas tut und diese „Voll-Katastrophe“ beseitigt wird.

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Redaktion Werne
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Jörg Heckenkamp