Die 6a des AFG sammelt Elektroschrott und sucht dafür tatkräftige Unterstützung in der Bevölkerung. © Spiller, Eva-Maria
Schulen in Werne

Mit Video: Elektroschrott für die Umwelt: 6a des AFG will Kreiswettbewerb gewinnen

Elektroschrott ist am Anne-Frank-Gymnasium dieser Tage heiß begehrt. Die 6a nimmt am sogenannten E-Waste-Race teil und sucht dafür Unterstützer in der Werner Bürgerschaft.

Wohl jeder Haushalt hat diese eine Kiste oder Schublade, in denen das alte Nokia, das erste Smartphone und vielleicht noch ein oder zwei alte Laptops einstauben. Dabei stecken in den Elektrogeräten seltene Metalle und Erden, die oft durch Kinderarbeit in Konfliktregionen in der Hand von Warlords gefördert werden. Umso wichtiger also ist es, mit den Ressourcen schonend umzugehen.

Deshalb nimmt die 6a des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) seit dem 2. bis zum 24. November am sogenannten E-Waste-Race im Kreis Unna/Raum Dortmund teil. Dabei treten sie gegen 10 andere Schulen an. Die Schule, die den meisten Elektromüll sammelt, gewinnt einen Klassenausflug zum Kindermuseum Explorado in Duisburg.

Bürger können bis zum 24. November 2 Mal die Woche Schrott abgeben

Auf dem Schulhof des AFG steht ein blauer Container. Nela, Lara, Vasko und Felix auf der 6a haben ein bisschen Mühe, die große blaue Klappe des Metallcontainers zu öffnen. Als die Klappe sich öffnet, kommt eine kleine Zeitreise durch die deutsche Elektronikgeschichte zum Vorschein: ein alter Plattenspieler, ein kleiner Fernseher, mehrere Mikrowellen, ein ausgedienter Staubsauger und jede Menge Kabel. Für jedes Teil gibt es Punkte, die die 6a im Rennen um den Hauptpreis wieder ein Stück weiter nach vorne bringen.

Zwei Mal in der Woche haben alle Schüler und Schulmitarbeiter die Möglichkeit, dienstags und mittwochs in der großen Pause ihre ausgedienten Elektroartikel bei der 6a am Container abzugeben. Jedes Teil wird dann von den Schülern dokumentiert. Recycelt werden kann alles mit einer Kantenlänge bis zu 50 Zentimetern, zum Beispiel Toaster, Bügeleisen, Fritteusen, Kaffeemaschinen, Wecker, Uhren, Staubsauger, Computer, Laptops oder Telefone. Nicht entsorgt werden dürfen Glühbirnen und Leuchtmittel sowie Batterien und Akkus. Und große Firmen dürfen auch nicht abgefragt werden.

Doch auch nach der Schule sind die Schüler unterwegs und holen Elektroschrott in der Nachbarschaft ab. Der kann ganz einfach auf www.ewasterace.de registriert werden. Dabei gibt man auch an, wann und wo die Geräte abgeholt werden sollen. Im besten Fall können dann die Schüler die Geräte direkt abholen. Und darunter sind auch so einige Dinge, mit denen die 11- und 12-Jährigen so gar nichts mehr anfangen können: ein Telefon mit einer Wählscheibe etwa oder ein alter Plattenspieler, den vor allem Nela fasziniert hat. Was die Schüler aber vor allem begeistert hat ist, wie langlebig die Elektrogeräte früher oft waren und wie unzerstörbar etwa die ersten Handys waren und immer noch sind.

Elektrogeräte, die noch wiederverwendet werden können, bringt die 6a zum Repair-Café, in dem sich auch ein Schüler der Klasse engagiert, wie Lehrerin Melanie Schmitz erklärt. Und für den Physik-Unterricht bringt es auch noch etwas: die Elektrizitätslehre besser zu verstehen.

Die 6a des AFG ist mit viel Tatendrang dabei, möglichst viel Elektroschrott bis zum 24. November einzusammeln. © 6a © 6a
Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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