Mitarbeiter hoffen auf Amazon-Neubau in Werne

Logistikzentrum

Als ein „positives Signal“ wertet Verdi die Ankündigung von Amazon, den Mietvertrag für sein Logistikzentrum in Werne zu verlängern. Gleichzeitig sieht die Gewerkschaft den Online-Riesen jedoch weiter in der Pflicht für die Region.

WERNE

, 18.06.2015, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitarbeiter hoffen auf Amazon-Neubau in Werne

Betriebsbesichtigung bei Amazon im Wahrbrink.

„Normalerweise verlängert Amazon Mietverträge für fünf Jahre. Jetzt haben wir nur 21 Monate“, konstatierte Gewerkschaftssekretär Karsten Rupprecht in einer ersten Reaktion. „Von daher hoffe ich, dass die Zusage eines Neubaus verbindlich ist.“

Amazon hatte mitgeteilt, dass zusätzlich zur Vertragsverlängerung auch Verhandlungen über einen Neubau in der Region laufen. Dem Vernehmen nach wird das neue Logistikzentrum in direkter Nachbarschaft zur Anlage im Werner Wahrbrink entstehen – nämlich auf der anderen Seite der L518n. Diese Fläche hatte die Stadt Werne bereits 2011 bei der Entwicklung des neuen Gewerbegebietes Wahrbink-West als Option für Amazon ins Auge gefasst.

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Auf einen Neubau in der Nachbarschaft hofft auch die Betriebsratsvorsitzende Sevgi Demirbas. „Wir sind natürlich erleichtert, dass es in Werne weitergeht. Gleichzeitig sind die Menschen hier aber skeptisch, was ihre berufliche Zukunft betrifft.“ Denn Amazon habe nicht erklärt, ob die Mitarbeiter aus dem Werner Logistikzentrum nach dem Neubau übernommen werden – oder ob womöglich alle wieder bei Null anfangen. „Diese Fragen wollen wir nun schnellstmöglich mit der Geschäftsleitung klären“, so Demirbas.

Skepsis bei Angestellten bleibt 

Die Nachricht, dass Amazon mindestens bis 2018 in Werne bleiben wird, sei von den Beschäftigten mit Applaus aufgenommen worden. „Aber es gab keine Jubelstürme, wie man das vielleicht hätte erwarten können“, so Demirbas. Dazu sei die Skepsis vielleicht noch zu groß.

Der alte Mietvertrag von Amazon für das ehemalige Ikea-Lager lief noch bis Juni 2016. Nach der Verlängerung wird der Online-Versandhändler mindestens bis August 2018 im Wahrbink bleiben. Bis dahin soll das neue Logistikzentrum fertig sein. Die Chancen, dass die Mitarbeiter dann nur einmal die Straßenseite wechseln müssen, stehen derzeit nicht schlecht.

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