Moderner Neubau für Werner Grundschüler geplant

Standortsuche ist abgeschlossen

Es kommt Bewegung in Wernes Schullandschaft: Die aus allen Nähten platzende Wiehagenschule erhält einen neuen Standort. Auf dem Gelände der ehemaligen Weihbachschule an der Stockumer Straße soll ein moderner Neubau entstehen.

WERNE

, 09.12.2014, 06:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Energum GmbH hatte den Auftrag, neben einer Sanierung der Wiehagenschule einen Neubau an fünf verschiedenen Standorten zu prüfen. „Die Sanierung schied schnell aus, da das vorhandene Grundstück schlichtweg zu klein ist, um die Anforderungen der Schule zu erfüllen“, erklärte Energum-Mitarbeiter Jürgen Lindner. Auch im kommenden Sommer wird die Wiehagenschule wieder vier Eingangsklassen bilden – nachdem zum aktuellen Schuljahr mit einem zusätzlichen Container die letzte Erweiterungsmöglichkeit ausgereizt worden ist, müssen einige Wiehagen-Schüler dann wohl in das Gebäude der auslaufenden Wienbredeschule ausweichen.   Eine Übergangslösung, die nur von kurzer Dauer sein soll. Deshalb hofft Wernes Bürgermeister Lothar Christ auf ein Signal aus der Politik: Schulausschuss und der Ausschuss für den Kommunalbetrieb Werne sollen sich in einer gemeinsamen Sondersitzung am 16. Dezember dem Ergebnis des Gutachtens anschließen: „Wir werden unserer Aufgabe als Schulträger gerecht, indem wir klar signalisieren, dass diese Entscheidung nicht auf die lange Bank geschoben wird.“ Deshalb wolle die Verwaltung mit Hilfe des Gutachtens auch eine Tendenz vorgeben, „in welche Richtung es nun gehen soll“.

Energum hatte zuvor verschiedene Richtungen geprüft. Doch die Standorte auf dem Gelände der Wienbredeschule, der Barbaraschule und auf einer Ackerfläche im Dahl fielen schnell durchs Raster. Zum einen laufen die dort bestehenden Schulen noch, eine zeitnahe Umsetzung der Pläne ist also gar nicht möglich. Im Dahl müsste zunächst ein Bebauungsplan entwickelt werden, der ebenfalls unnötig Zeit kostet. Also blieben noch die Standorte Weihbachschule und Fürstenhof. Hier konnte der Standort an der Stockumer Straße nicht nur durch Wirtschaftlichkeit punkten, sondern auch bei den „Soft Facts“ – also die Lage im Einzugsgebiet, die Busanbindung und die Verkehrssicherheit.   Ein weiterer Pluspunkt für die alte Weihbachschule: Die Turnhalle könnte aufgrund ihrer guten Bausubstanz noch bis mindestens 2025 weiter genutzt werden. „Eine zusätzliche Investition wird also vorerst nicht nötig“, so Lindner. Sein Büro empfiehlt eine Bauphase in zwei Abschnitten: Zunächst das neue Schulgebäude, und ab 2025 eine neue Turnhalle. Grundlage für diese Empfehlung ist allerdings die Beibehaltung aller derzeit bestehenden Turnhallen in Werne bis zu diesem Zeitpunkt. „Das ist eine andere Baustelle, über die wir später entscheiden müssen. Uns war wichtig, vorher Klarheit über die künftigen Schulstandorte zu bekommen“, erklärt Bürgermeister Christ.  

Stand jetzt würde ein Projekt dieser Art rund zehn Millionen Euro kosten, hinzu kämen jährliche Betriebskosten von rund 240.000 Euro. „Die müssen wir nun gegen die laufenden Kosten der bestehenden Gebäude rechnen“, nennt Christ eine der vielen Aufgaben, die nun auf die Kämmerei wartet.  

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Neben den Richtlinien für moderne Schulgebäude hat Energum seine Analyse auf Angaben der Stadt Werne gestützt. Dazu zählten auch mögliche Verkaufserlöse bei den Grundstücken der „alten“ Schulstandorte. „Das sind alles Annahmen. Es ist noch keine Entscheidung getroffen, was abgerissen wird und was bleibt“, betont Christ. Das Gutachter-Büro hätte vielmehr eine Grundlage für seine Berechnungen gebraucht, um auch eine Wirtschaftlichkeitsanalyse über einen Zeitraum von 30 Jahren aufzustellen. „Wir wollen mit Weitsicht planen  und böse Überraschungen vermeiden.“

Bei Schuldezernentin Elke Kappen bestehen keine Zweifel, dass der Neubau zwingend erforderlich ist: „Die Grundschule hat heute ganz andere Notwendigkeiten, zum Beispiel den  Offenen Ganztag oder die Inklusion.“ Deshalb wird derzeit auch die Kardinal-von-Galen-Schule in Stockum umgebaut, auf die Uhlandschule werden wohl ebenfalls noch „kleinere bauliche Veränderungen“ zukommen.    

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