Moormannplatz ist endlich fertiggestellt – fast ein Jahr später und deutlich teurer als gedacht

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Lange hat es gedauert, aber nun sind die Arbeiten am Moormannplatz abgeschlossen – mit einer Verspätung von fast einem Jahr. Und nun wird auch klar, dass es deutlich teurer wird als gedacht.

Werne

, 07.10.2019, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor fast einem Jahr starteten die Bauarbeiten am Moormannplatz. Seinerzeit verkündeten die Verantwortlichen eine Fertigstellung bis April 2019. Dass dieser Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, lag an mehreren unvorhersehbaren Ereignissen, wie Adrian Kersting, Leiter des Tiefbauamtes, erklärt: „Es gab einige Unwägbarkeiten, die im Untergrund lauerten, die man so nicht vorher erkennen konnte. Deshalb war es eine recht herausfordernde Baustelle.“

Pläne aus den 70er-Jahren geben Rätsel auf

Schwierigkeiten bereiteten vor allem die Baupläne der unter dem Moormannplatz liegenden Tiefgarage. „Es gab vier Ausführungspläne, von denen nicht klar war, welcher wirklich ausgeführt wurde. Wir wussten also im Vorfeld nicht, wie die Tiefgarage überhaupt gebaut wurde. Das war wie bei einer Lotterie“, erklärt Adrian Kersting das Problem.

Demnach musste eine Drainage-Schicht für den Wasserablauf ausgetauscht und eine Wasserleitung umgelegt werden. „Es gab relativ viele Situationen, die wir nicht planen konnten. Das haben wir erst während der Bauarbeiten gesehen“, so Kersting.

Start der Bauarbeiten monatelang verzögert

Schon der Start der Umbaumaßnahmen hatte sich um mehrere Monate verzögert. Eigentlich wollte man bereits Anfang Juli 2018 mit der Umgestaltung beginnen.

Die ersten Bagger rollten allerdings erst Anfang Dezember. Der Grund: Lange mussten die Verantwortlichen auf grünes Licht der Bezirksregierung Arnsberg für einen Förderbescheid und den Baubeginn warten.

Baumaßnahme wird deutlich teurer als erwartet

Insgesamt fördert das Land die Maßnahme mit 70 Prozent, wie Kersting erklärt. Die Umgestaltung des markanten Platzes in der Innenstadt sollte 940.000 Euro kosten. Doch es wird deutlich teurer, wie Kersting nach der Fertigstellung sagt.

Demnach gibt es Nachtragsaufträge in Höhe von 50.000 Euro. „Natürlich gibt es bei den Verzögerungen auch eine Baupreis-Erhöhung. Und die aktuelle Konjunktur spielt auch eine Rolle“, so der Leiter des Tiefbauamtes. Nur zwei mögliche Firmen hatten der Stadtverwaltung, die nun Kosten von rund 300.000 Euro selbst tragen muss, überhaupt ein Angebot gemacht.

Moormannplatz ist endlich fertiggestellt – fast ein Jahr später und deutlich teurer als gedacht

Die Bauarbeiten am Moormannplatz hatten vor knapp einem Jahr begonnen. © Mario Bartlewski (A)

Einige Arbeiten noch auf dem Moormannplatz zu tun

Die Firma, die den Zuschlag bekam, hatte dementsprechend auch einen Zuschlag auf die Kosten erhoben. Wie viel teurer die Umgestaltung tatsächlich wird, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen.

Einige Tage wird es dauern, bis die letzten Aufgaben auf dem Moormannplatz erledigt sind. So fehlen laut Adrian Kersting noch einige Mülleimer und Holzvertäfelungen, die als Sitzflächen dienen sollen.

Moormannplatz ist endlich fertiggestellt – fast ein Jahr später und deutlich teurer als gedacht

Die letzten Arbeiten: Auch hier sollen neue Sitzgelegenheiten entstehen. © Sylva Witzig

Etwa zwei bis drei Wochen dauert es noch, bis die Hochbeete bepflanzt werden. Auch neue Bäume sollen hier eingesetzt werden. „Es werden keine Linden oder Platanen. Die werden nicht zu groß und zerstören uns nicht wieder die Böden“, erklärt Kersting.

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Lieferwagen fahren verbotenerweise am Brunnen vorbei

Zum Schutz vor einer Demolierung hatten die Verantwortlichen auch die Baugerüste um den Brunnen vor der Stadtbücherei länger als geplant stehen gelassen. Bevor dort die drei Sitzbänke und Mülleimer installiert wurden, nutzten die Fahrer von Lieferwagen verbotenerweise den Platz zur Durchfahrt.

So hatte man die Absperrung erst vor rund zwei Wochen abbauen lassen, als die Sitzgelegenheiten als natürliche Begrenzung aufgebaut wurden.

Moormannplatz ist endlich fertiggestellt – fast ein Jahr später und deutlich teurer als gedacht

Viel länger als gedacht war der Brunnen vor der Stadtbücherei abgesperrt. Und das hatte einen triftigen Grund. Denn einige Fahrer von Lieferwagen nutzten den Platz, um verbotenerweise über den Moormannplatz zu fahren. Deshalb ließen die Verantwortlichen das Baugerüst bis vor zwei Wochen stehen. Dann wurden auch drei Sitzbänke und Mülleimer installiert, die als natürliche Begrenzung dienen. © Andrea Wellerdiek

Mehr Platz für die „Blindenleitspur“

Änderungen gab es auch am Eiscafé Venezia und vor dem Konrads. Hier haben die Gastronomen nach Rücksprache mit dem Tiefbauamt die Bestuhlung zurückgesetzt, damit die sogenannte „Blindenleitspur“ mehr Platz bekommt und nicht mehr durch die Stühle führt.

„Ich glaube, wir haben jetzt einen Zustand erreicht, mit dem alle leben können“, sagt Adrian Kersting, der sich insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis der Umgestaltung am Moormannplatz zeigt.

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