In Werne droht ein hohes Bußgeld, wenn die Hinterlassenschaften des Hundes nicht entfernt werden. Doch wie soll das gehen, wenn Mülleimer schon mit Hundekotbeuteln überquillen?

Werne

, 08.08.2018, 13:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrmals täglich sieht der Hundebesitzer den Schandfleck. An der Ecke Wiehagen/Grote Dahlweg quillt ein Mülleimer über. Er ist voller Hundekotbeutel. Und das sei schon seit 14 Tagen so, erzählt der Leser, der anonym bleiben möchte.

Er selbst gehe auch dreimal täglich mit seinem Hund hier Gassi. Wenn sein Vierbeiner seine Notdurft verrichtet, entfernt er das Häufchen mit einem Plastikbeutel. Und den möchte er schnellstmöglich los werden. Doch wie soll das gehen, wenn der einzige Mülleimer, den es in der Umgebung gibt, schon lange überquillt?

Leerung im Zwei-Wochen-Rhythmus

Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne, erklärt dazu auf Anfrage: „Der städtische Bauhof fährt diese Strecke zur Entleerung in einem Zwei-Wochen-Rhythmus ab.“ Offenbar ist das zu selten. Die Mitarbeiter des Bauhofes würden nun aber umgehend zum besagten Mülleimer fahren und diesen leeren. Bei Hinweisen der Bürger sei eine Leerung auch „außer der Reihe“ möglich, so Mertens. Auch würden die Verantwortlichen beobachten, ob der Rhythmus der Entleerung angepasst werden muss, so Mertens.

Hundebesitzer müssen selbst einen Plastikbeutel mitnehmen, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner darin zu entsorgen. Denn in Werne gibt es keine Hundebeutelspender. Solche Stationen, an denen es kostenlos Beutel gibt, wurden in den Ausschüssen zwar diskutiert aber nicht genehmigt.

Hundebeutelspender wurden abgelehnt

„Das wurde abgelehnt. Es waren sich alle einig, dass die Hundehalter, die gewissenhaft und vernünftig sind, Tüten mithaben und sie gebrauchen und die, die das nicht sind, nutzen auch keine Tüten aus Spendenboxen vor Ort oder holen sich welche von der Stadt“, erklärt Kordula Mertens. Seinerzeit gab es Diskussionen darüber, ob Hundebesitzer kostenlos Beutel im Bürgerbüro abholen dürfen.

Auch der Anwohner am Wiehagen nimmt stets Plastikbeutel mit, wenn er mit seinem Hund eine Runde dreht. Doch jüngst musste er den gefüllten Hundekotbeutel wieder bis nach Hause mitnehmen, um ihn dort zu entsorgen. Weil es auf seiner Gassirunde sonst keine andere Gelegenheit dazu gibt. „Ich kenne weit und breit keinen anderen Mülleimer“, sagt er. Das ärgert ihn. „Ich zahle Hundesteuer und Besitzer, die die Hinterlassenschaften ihres Hundes nicht entfernen, müssen 200 Euro Strafe zahlen. Aber die Stadt schafft es nicht, den Mülleimer zu leeren?“, sagt er.

Hundehaufen-Strafe noch nicht verhängt

Die Hundehaufen-Strafe sorgte im Frühjahr für Diskussionen. Der Rat der Stadt Werne bestätigte das Vorhaben der FDP, die Strafe von 35 auf 200 Euro für nicht entfernte Hinterlassenschaften zu erhöhen.

Ein Bußgeld wurde bislang allerdings noch nie verhängt. „Dafür müssten wir schon jemanden auf frischer Tat ertappen“, sagt Kordula Mertens und weiter: „Die Zuordnung des Haufens zum Hund und damit zum Halter des Hundes durch einen Zeugen ist schwierig.“

Verstärkte Kontrollen

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes würden einige Bereiche, in denen verstärkt Hunde ausgeführt werden, aber verstärkt kontrollieren. Dazu zählen laut Mertens Grünflächen in der Innenstadt - etwa an der Horne und am Bahndamm - und Rad- und Fußwege. Das Ordnungsamt nehme auch Hinweise von Bürgern entgegen. Doch wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Sichtweite kämen, seien die Hundebesitzer ganz schnell weg, so Mertens.

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