Unterricht im Museum? So kommen Corona-Vorschläge aus Berlin in Werne an

rnCoronavirus in Werne

Die Beratungen von Bund und Ländern in Berlin haben keine weiteren Einschränkungen, aber Empfehlungen gebracht. Wernes Schuldezernent hält die Vorschläge für sinnvoll, aber nicht immer für umsetzbar.

Werne

, 17.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Spannung haben viele Bürger und Verantwortliche in den Kommunen am Montag (16. November) nach Berlin geschaut. Die Beratungen von Bund und Ländern im Lockdown haben jedoch keine weiteren Einschränkungen, sondern Empfehlungen und Appelle hervorgebracht. Ein wichtiges Thema dabei: die Schulpolitik. Wie kann man die Schulen vor weiteren Infektionen sichern? Eine konkrete Antwort blieben die Politiker in Berlin schuldig.

Aber es gibt verschiedene Vorschläge, die teils für rege Diskussionen sorgen. Alexander Ruhe, Schuldezernent in Werne, verfolgt die Entwicklung natürlich intensiv. „Es ist immer sehr leicht, eine Idee zu formulieren. Das Ganze dann aber umzusetzen, ist das andere.“ Vor allem an der Realisierung der Ideen könnte es vielerorts hapern, so der Schuldezernent. Er ordnet verschiedene Vorschläge, die derzeit im Gespräch sind, für Werne ein:

  • Zeitversetzter Schulbeginn: „Diese Idee umzusetzen, ist mit einem erheblichen Aufwand an den Schulen verbunden. Das Ganze bedarf einer engen Abstimmung“, erklärt der Schuldezernent.
  • Andere Unterrichtsorte: In einigen Städten werden derzeit nicht genutzte Kultureinrichtungen als Klassenräume genutzt. „In Werne ist das sehr schwierig, weil es nicht viele Räume gibt, die infrage kommen könnten. Da ist zum Beispiel der Kolpingsaal, der verpachtet ist. Da müsste man mit dem Pächter klären, ob eine Nutzung möglich wäre“, so Ruhe. Das Karl-Pollender-Museum könnte man hingegen wohl nicht zum Unterrichtsort machen, weil die Räume dort zu klein sind.
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  • Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht: „Distanzunterricht ist eine große Herausforderung. Es gibt dazu ein heterogenes Meinungsbild bei Schulträger, Lehrern und Schülern“, erklärt Ruhe. Zunächst einmal müsse man hier klären, was genau mit Homeschooling gemeint ist. Dazu müsse man erst die Details kennen, um zu schauen, wie man dies in Werne umsetzen könnte, so Ruhe weiter.
  • Mehr Schulbusse: Auch im Öffentlichen Nahverkehr gilt es, einen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Um voll besetzte Busse zu vermeiden, müssten aber auch mehr Fahrzeuge im Schulverkehr eingesetzt werden. In der Praxis sei dies aber nicht einfach zu realisieren. „Die Kapazitäten müssen gegeben sein. Die Ideen gehen in die richtige Richtung. Aber man muss schauen, ob auch die Ressourcen dafür überhaupt vorhanden sind“, sagt Alexander Ruhe. Man sei dazu in Gesprächen mit den Verkehrsgesellschaften.

Auch wenn nach dem Zwischenbericht zum Lockdown vor allem Empfehlungen ausgesprochen wurden, ist aber auch selbstredend, dass Entscheidungen, die von Bund und Ländern getroffen werden, in Werne umgesetzt werden müssen. Auch wenn es herausfordernd ist, diese in die Praxis umzusetzen.

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