Neugestaltung des Museums: Werner Bürger sollen mithelfen - und zwar online

Workshop

An der Neugestaltung des Karl-Pollender-Stadtmuseums in Werne können sich die Bürger selbst beteiligen. Im Zuge eines Online-Workshops möchte das Museumsteam einiges von ihnen wissen.

Werne

, 12.12.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ganz offensichtlich: In Raum 1 sollen die Themen Bergbau und Sole in Werne eine besondere Rolle spielen.

Ganz offensichtlich: In Raum 1 sollen die Themen Bergbau und Sole in Werne eine besondere Rolle spielen. © Michael Falkenstein

Eigentlich hätte sich Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer den nächsten Schritt der Neugestaltung des Karl-Pollender-Stadtmuseums etwas anders vorgestellt. Denn nachdem das erste Obergeschoss kürzlich leer geräumt worden war, sollte nun - ähnlich wie bereits beim Bürgerraum im Erdgeschoss - die Phase der Bürgerbeteiligung losgehen.

Bei mehreren kleinen Workshops sollten die Werner zusammenkommen, um auf der Grundlage der ersten Entwürfe darüber zu sprechen, wie die neuen Räume dann tatsächlich einmal aussehen sollen - und vor allem, was der Besucher dort zu sehen und zu hören bekommt. Doch eine Bürgerbeteiligung in genau dieser Form ist angesichts der Pandemie derzeit nicht möglich. Weder im Museum, das gerade ohnehin geschlossen ist, noch in irgendwelchen anderen Räumlichkeiten.

Der Flur als Eingang in den neuen Ausstellungsbereich im ersten Obergeschoss des Werner Museums widmet sich thematisch dem Übergang der Stadt in preußische Herrschaft.

Der Flur als Eingang in den neuen Ausstellungsbereich im ersten Obergeschoss des Werner Museums widmet sich thematisch dem Übergang der Stadt in preußische Herrschaft. © Michael Falkenstein

Aber ganz verzichten wollte man auf Seiten der Stadt dann doch nicht auf diesen Partizipationsaspekt. Und genau deswegen finden Interessierte jetzt auf der Homepage der Stadt diverses Material und Möglichkeiten, ihre Wünsche und Anregungen zu äußern und am „Fein-Tuning“ des neuen Ausstellungskonzepts mitzuarbeiten. Beim Online-Workshop gibt es unter anderem ein knapp 7-minütiges Video zu sehen, in dem die Werner Museumsleiterin Einblicke in das neue Konzept und die ersten Entwürfe gibt, von denen natürlich auch Skizzen gezeigt werden.

Die Kernfragen, mit denen sich der User dann beschäftigen soll, stehen unter dem Oberbegriff „Identitätswandel“: Wie wurde Werne zu dem, was es heute ist? Und was beziehungsweise wie ist Werne heute überhaupt? Zudem möchte das Museumsteam unter anderem wissen, welche Dinge den Besuchern besonders am Herzen liegen. Und ob jemand Geschichten und Anekdoten zu den Ausstellungsthemen hat, die er mit anderen Besuchern teilen möchte.

Kathrin Kötter, Abteilungsleiterin Dezernat Bildung, Kultur und Sport (r.) und Dr. Constanze Döhrer, Leiterin des Stadtmuseums, präsentieren die neuen Entwürfe für den Bereich „Neuere Geschichte“ im Stadtmuseum.

Kathrin Kötter, Abteilungsleiterin Dezernat Bildung, Kultur und Sport (r.) und Dr. Constanze Döhrer, Leiterin des Stadtmuseums, präsentieren die neuen Entwürfe für den Bereich „Neuere Geschichte“ im Stadtmuseum. © Stadt Werne

Zu jedem der sechs Ausstellungsräume (plus Flur) sind die jeweilige thematische Ausrichtung und die vorgesehenen Exponate aufgeführt. Ein Beispiel: Kernthema von Raum 3 ist der Umgang mit Krieg und Terror zwischen 1913 und 1975. Zu den Exponaten gehören unter anderem eine Haustafel der NSDAP, Säbel des Ersten und Zweiten Weltkriegs, der Sekretär von Marga Spiegel und eine Hutschachtel aus dem Geschäft von Cäcilie Gumpert. Aber auch ein pädagogisches Heft zum Wiederaufbauprogramm 1949/50 und ein Radiogerät aus den 50er Jahren sind dabei.

Grundsätzlich soll die neue Ausstellung bekanntlich flexibel sein. Das heißt: Die Exponate werden häufiger wechseln und durch andere ausgetauscht. So kommt Bewegung in ein traditionellerweise eher statisches Ausstellungskonzept.

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Zu dem Konzept äußern können sich Interessenten auf der Homepage (www.werne.de/de/leben-in-werne/stadtmuseum/online-workshop.php) über einen Kommentarbutton. Es gibt aber auch eine Druck-Version, für alle, die gerne auf Papier arbeiten. Diese liegt in der Christophorus-Kirche und der Tourist-Info aus oder kann auf Anfrage im Museum abgeholt werden (Tel. 02389780773). Ebenso kann sie per Mail (museum@werne.de) als PDF angefordert werden zum Selbst-Druck. Am 31. Januar soll der Workshop abgeschlossen sein.

Förderprogramm und weitere Angebote

  • Die Umgestaltung des Ausstellungsbereichs im Obergeschoss des Stadtmuseums soll in den kommenden zwei Jahren erfolgen. Ermöglicht wird sie durch eine Förderung aus dem Programm „Heimat-Zeugnis“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW.
  • Im Zuge des aktuellen Lockdowns bietet das Stadtmuseum übrigens noch ein zweites Online-Angebot: Die Ausstellung „200 Jahre in 20 Dingen“. Es handelt sich um ein Ausstellungsprojekt, welches Schüler des Christophorus-Gymnasiums bereits im letzten Schuljahr begonnen hatten und welches als Vorarbeit in die Neukonzeption eingeflossen ist. Wegen der Coronaschutzregelungen ließ sich eine analoge Ausstellung nicht mehr umsetzen, daher findet es sich nun unter www.werne.de/de/leben-in-werne/stadtmuseum/200.php.
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