Muss es mehr Freipark-Möglichkeiten in Werne geben? Das sagen Experten

rnDebatte ums Parken

Das Taschen-Geschäft Le Sac muss schließen. Der Inhaber gibt als einen Grund die Parkplatz-Situation an. Treibt sie Werner Geschäfte wirklich in den Ruin? Das sagen andere.

Werne

, 14.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolfgang Klinge schließt Ende Oktober sein Taschen-Geschäft Le Sac an der Bonenstraße. Als Grund gibt er unter anderem das Parkraum-Konzept der Stadt an. Das sei nicht darauf angelegt, Kunden lange in der Stadt zu halten.

Hauptkritikpunkt von Klinge ist die Tatsache, dass Autofahrer durch das vorherige Bezahlen festlegen müssen, wie lange sie sich in der Stadt aufhalten. Da bleibe kaum Raum für spontane Geschäfts- oder Restaurant-Besuche.

Händler verweist auf die „Brötchentaste“

Teilen andere Händler diese Einschätzung? Hubertus Waterhues jedenfalls nicht. Der Inhaber von Bücher Beckmann, zudem Sprecher der Innenstadt-Kaufleute bei der Aktionsgemeinschaft Wir für Werne, führt vor allem die Freipark-Zeiten positiv ins Feld: „Überall in der Innenstadt gilt die sogenannte Brötchentaste von 30 Minuten frei parken.“ Wer darüber hinaus seinen Pkw abstellt, muss zwar zahlen, bekommt die 30 Freiminuten aber angerechnet (im Gegensatz zur Parksituation am Krankenhaus).

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Und dann gibt es ja auch noch die 3-Freistunden-Regelung auf den beiden großen Parkplätzen Kurt-Schumacher-Platz und Am Hagen. Waterhues: „Auch diese drei Stunden werden angerechnet. Jede weitere halbe Stunde kostet 50 Cent. Wer also plant, vier Stunden in Werne zu bleiben, der zahlt einen Euro. Das ist doch keine schlechte Lösung.“

Schrankenlösungen, bei denen man an der Ausfahrt das zahlt, was man verparkt hat, „sind einfach sehr teuer“. Außerdem bergen sie die Gefahr des Flaschenhalses, wenn etwa nach einer Veranstaltung zahlreiche Pkw zeitgleich den Parkplatz verlassen wollen.

Muss es mehr Freipark-Möglichkeiten in Werne geben? Das sagen Experten

Auf dem Parkplatz am Hagen, ebenso auf dem Kurt-Schumacher-Platz, können Autofahrer drei Stunden kostenlos parken. © Jens Ostrowski (A)

Eine andere Meinung vertritt Franz Kroes vom Hotel und Restaurant Ickhorn am Werner Marktplatz: „Das ist ein großes Thema hier in dem Bereich.“ Es werde vor den Häusern unterschiedlich geparkt. Kroes stimmt der Kritik von Wolfgang Klinge am aktuellen Parkraum-Konzept zu.

„Ich unterstütze die Idee von Herrn Klinge voll“, sagt Kroes. Der hatte vorgeschlagen, alle Besucher für pauschal zwei Euro den ganzen Tag parken zu lassen. Außerdem könnten sich die Kunden die zwei Euro in teilnehmenden Geschäften zurückholen, etwa bei einem Einkauf ab einem bestimmten Mindestwert.

Freies Parken übers Wochenende?

Hubertus Waterhues plädiert für eine andere Frei-Parker-Lösung: „An Samstagen oder bei Veranstaltungen wäre es toll, wenn die Leute überall in Werne frei parken könnten. Von Freitagabend bis Montagmorgen um 8 Uhr.“ Das wäre seiner Meinung nach zum Beispiel beim kommenden Straßenfestival eine wunderbare Lösung.

Generell kann der Buchhändler die Kritik an der Parksituation in Werne nicht teilen: „Die Stadt hat schon eine Menge getan.“

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