Nach Kino-Wiedereröffnung in Werne: Betreiber starten mit neuen Ideen

rnKino in Werne

Das Capitol Cinema Center in Werne hat seit wenigen Tagen wieder geöffnet, nachdem es Mitte März wegen der Corona-Pandemie schließen musste. Auch wenn Blockbuster fehlen, die Betreiber haben eigene Ideen.

Werne

, 30.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das erste Wochenende im Capitol Cinema Center in Werne sei vor allem eines gewesen, sagt Betreiber Wido Wagner: ruhig. Am vergangenen Donnerstag (25. Juni) hatte das Kino in Werne nach monatelanger Pause durch die Corona-Pandemie seine Türen wieder geöffnet. Nur Nachos und Popcorns konnten Kino-Fans in den vergangenen Wochen bekommen.

Nun können Filmfans wieder in den Kinosesseln Platz nehmen. Auch wenn der Zulauf noch verhalten war: „Es lief schleppend, das Wetter war auch viel zu schön“, sagt Wagner. Die Leute müssen auch erstmal schnallen, dass wir wieder auf haben.“ Ab Sonntag seien dann schon wieder mehr Gäste ins Capitol Cinema Center gekommen. Die Erfahrungen der ersten Tage zeigen: Das Hygiene- und Sicherheitskonzept der Betreiber geht auf. So sehr, dass zu den bisher wieder zwei geöffneten Sälen bald ein dritter dazu kommen könnte.

Kontaktformulare zu Hause ausdrucken und ausfüllen

Tickets für die Vorstellungen gibt es vorwiegend online. Natürlich werde aber auch ein Kontingent an der Kasse bereit gehalten. Sitzplätze reservieren ist derzeit nicht möglich. Bei jeder Buchung werden automatisch zwei Sitzplätze links und rechts neben einem Kinobesucher frei gehalten. „Wir gucken, wie die Leute sich fühlen, man soll ja reingehen und sich sicher fühlen“, so Wagner. Je nach Erfahrungswert könnten die Abstände noch verringert werden. Anders als bisher sind die Sitzplätze nun durchnummeriert, eine freie Platzwahl gibt es nicht mehr.

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Ähnlich wie in Restaurants auch müssen Gäste beim Kinobesuch ihre Kontaktdaten hinterlassen, die bis zu vier Wochen aufbewahrt werden. Das nötige Formular können Gäste schon vor dem Kinobesuch herunterladen und ausgefüllt mit zum Kinobesuch nehmen. Darum bittet Wido Wagner die Gäste auch eindringlich: „Das Datenerfassen im Kino hält immer ein bisschen auf.“ Wer den Kontaktbogen zu Hause mal vergesse, könne ihn auch im Kino ausfüllen. Aber schneller für den Ablauf sei der mitgebrachte, ausgefüllte Bogen - vor allem, wenn das Kino wieder voller wird.

Im Kinosaal auf den Plätzen herrscht keine Maskenpflicht, wohl aber auf den Gängen, auf dem WC, beim Einlass und beim Auslass. Ansonsten gilt die Abstandspflicht von 1,5 Metern zueinander. Die Betreiber bitten die Gäste außerdem, auf ausreichend Händehygiene und die Niesetikette zu achten.

Fehlende Neustarts lassen Platz für eigene Programm-Ideen

Wer neue Filme im Werner Kino sehen möchte, dem wird Guns Akimbo mit Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe angeboten, ebenso wie „Just Mercy“ mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson. Andere Neustarts wie James Bond, Tenet oder Mulan lassen auf sich warten. „Die Filmverleiher halten sich alle noch zurück mit den Starts. Die wollen zunächst in Amerika und China starten, für Europa alleine werden keine Blockbuster gemacht“, so Wagner.

Doch die fehlenden Blockbuster lassen auch Platz für eigene Ideen: Am kommenden Wochenende zeigt das Capitol Cinema Center am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils ab 19 Uhr einen Teil der Herr-der-Ringe-Saga. Übernächste Woche soll „Das Imperium schlägt zurück“ über die Leinwand laufen. „Ich persönlich finde es schön, mal wieder was älteres zu sehen“, so Wagner.

Worauf die Kinogäste nicht verzichten müssen: Popcorn, Nachos und Getränke werden wieder an die Kinobesucher ausgegeben. Dafür wurden im Kino extra Schutzwände an den Thekenbereichen aufgestellt. Dass es jetzt wieder losgegangen ist, freut auch den Betreiber: „Es ist zwar schade, dass noch nicht so viel los ist, aber wir haben ja immer gern Kino gemacht. Die Pause war zwar schön, aber wir hatten auch langsam wieder Bock“, sagt Wagner.

Eigentlich dürfen Kinos in NRW seit Ende Mai wieder ihre Türen öffnen. Das Capitol Cinema Center in Werne hatte sich aber dazu entschieden, noch ein bisschen zu warten: zum einen wegen der Baustelle vor der Tür, die bis vor Kurzem den Einlass der Gäste unmöglich gemacht hätte, so Wagner. Zum anderen, weil noch Equipment für die Filmvorstellungen fehlte.
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