Das Veterinäramt des Kreises Unna hat den Schlachtbetrieb Mecke geschlossen und Inhaber Marko Mecke (hier auf einem Archivbild) den Umgang mit Tieren verboten. Quasi ein Berufsverbot. © Jörg Heckenkamp (A)
Tierquälerei-Skandal

Nach Tierquälerei-Skandal: „Berufsverbot“ für Marko Mecke in Werne verhängt

Die beiden Fleischerei-Filialen von Marko Mecke in Werne und Lünen sind geschlossen. Das ist die Konsequenz aus einer behördlichen Verfügung, die auch den Schlachtbetrieb Mecke stillgelegt hat.

Der seit drei Wochen in Werne und der Region virulente Tierquälerei-Skandal zieht weitere Kreise. Am Freitag, 13. August 2021, berichteten wir über das Schließungsgerücht des Mecke-Stammsitzes an der Lippestraße. Die Schließung ist Samstagmittag erfolgt. Ebenso die der Filiale Scharbaum in Lünen. Dem vorausgegangen ist eine Verfügung des Kreises Unna.

„Wir haben am späten Freitagnachmittag die Schließung des Schlachtbetriebes von Mecke an der Lippestraße 5 verfügt“, sagt Volker Meier, Sprecher des Kreises Unna, auf Anfrage der Redaktion. Ebenso sei ihm untersagt worden, Lebensmittel zu verkaufen. Damit sei das Ende der beiden Verkaufsgeschäfte besiegelt, sagt Meier, „auch, wenn er nicht selbst schlachtet und Lebensmittel zukaufen würde“.

Quasi ein Berufsverbot für Mecke

„Wir haben noch weiteres verfügt“, sagt Volker Meier. Nämlich das Verbot für Marko Mecke, mit Tieren umzugehen. „Das beinhaltet natürlich auch den Umgang mit Tieren, die geschlachtet werden sollen“, sagt Meier. Damit sei quasi ein Berufsverbot für einen Metzger ausgesprochen worden. Mecke-Mitarbeitern sei der Umgang mit Tieren ebenfalls verboten worden. Meier: „Nur in ihrer Eigenschaft als Mecke-Beschäftigte. Wenn sie woanders arbeiten, gilt das nicht.“

Da der Kreis Unna mit juristischem Widerstand gegen diese Verfügungen rechnet, „wollten wir alles wasserdicht haben“, sagt Volker Meier. Die Auswertungen des verdeckt aufgenommenen Video-Materials der Soko Tierschutz wäre Meiers Aussage zufolge nicht ausreichend gewesen. „Wir haben aber zusätzliches Ermittlungsmaterial der Staatsanwaltschaft“, sagt Meier. Die Dortmunder Behörde ermittelt bekanntlich gegen zwei Mitarbeiter der Viehsammelstelle Mecke wegen Tierquälerei.

Um welche neuen Ermittlungserkenntnisse es sich handelt, wollte Meier nicht sagen. Nur so viel: „Die Videoaufnahmen zeigen nur das Geschehen innerhalb der Viehsammelstelle.“ Die neuen Verdachtsmomente richteten sich also auf Tatbestände außerhalb. Eine Frage wäre zum Beispiel „was ist mit der toten Kuh dann passiert?“ Viele Beobachter haben seit Aufkommen des Skandals den Verdacht, dass Fleisch, das für Tierfutter gedacht ist, für den menschlichen Verzehr Verwendung gefunden hat.

Volker Meier stellt sich auf Anfrage gegen die Kritik von Friedrich Mülln von der Soko Tierschutz. Der hat am Freitag gemutmaßt, dass Mecke seine Filialen selbst schließt, um einen behördlichen Verfügung zuvorzukommen. Das könnte ihm juristisch bessere Karten bei einem möglichen Verfahren um eine Wiedereröffnung bescheren.

„Wenn Mecke von selbst schließt, kann er wieder aufmachen, wenn er möchte. Wir könnten auch einen geschlossenen Betrieb per Verfügung schließen.“ Doch das war durch den Einsatz der Behörde am späten Freitagnachmittag gar nicht nötig.

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Jörg Heckenkamp