Die Karpfen aus dem Werner Salinenbrunnen, hier ein Symbolbild, haben ein neues Zuhause gefunden. © dpa
Fische im Stadtbrunnen

Nach ungewöhnlichem Fund: Karpfen fühlen sich im Stadtsee tierisch wohl

Werner entdeckten am Sonntag zwei Karpfen im Salinenbrunnen. Mittlerweile sind die Fische in den Stadtsee umgezogen. Der Angelsportverein Werne empfiehlt für die Zukunft ein anderes Vorgehen.

Am vergangenen Sonntag (10.10.) machten Werner eine ungewöhnliche Entdeckung: Im Salinenbrunnen an der Steinstraße schwamm ein Karpfen-Duo.

Nachdem Fotos der Tiere auf Facebook geteilt wurden, nahmen sich zwei Mitbürger der Fische an und entließen sie am Sonntagabend zurück in die Freiheit. Seither haben die beiden Karpfen im Werner Stadtsee ein neues Zuhause gefunden.

„Das war tatsächlich keine schlechte Entscheidung“, sagt Werner Zicke, erster Geschäftsführer des Angelsportvereins Werne. „Im Stadtsee gibt es zum Glück einige Karpfen, die fühlen sich da richtig wohl. Die Horne wäre beispielsweise viel zu flach für diese Fische“, so Zicke weiter.

„Das war eine gute Tat!“

Das bestätigt auch die Verwaltung der Stadt Werne. Gerade Karpfen seien eine heimische Art und in beinahe jedem heimatlichen See zu finden. „Die Fische in den Stadtsee zu bringen, das war eine wirklich gute Tat“, sagt ein Sprecher. Man müsse also nicht fürchten, dass die beiden Karpfen das hiesige Ökosystem durcheinander brächten.

Kritisch wird hier allerdings das Aussetzen in den Salinenbrunnen bewertet, denn ein kleines Betonbecken ohne Zugang zu Futter widerspreche ganz klar Verordnungen zum Tierschutz. „Man kann nicht einfach aus Spaß irgendwo Fische einfangen und an einem anderen, lebensfeindlichen Ort aussetzen“, so die Stadtverwaltung.

Obwohl der Stadtsee ein artenarmes Gewässer ist, sind dort einige Karpfen beheimatet.
Obwohl der Stadtsee ein artenarmes Gewässer ist, sind dort einige Karpfen sowie Aale und Karauschen beheimatet. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Der Stadtsee ist ein artenarmes Gewässer

Obwohl sich die Fund-Karpfen in ihrem neuen Zuhause wohl zu fühlen scheinen, sei der Stadtsee generell ein artenarmes Gewässer, sagt Werner Zicke. Das läge vor allem daran, dass es keinen richtigen Frischwasserzugang gäbe. „Außerdem leben dort viele Gänse und Enten, die ihre Exkremente hinterlassen. Auch das Füttern der Enten ist nach wie vor beliebt, aber wirklich keine gute Idee, wenn’s auch gut gemeint ist. Die Brotreste sinken zu Boden und verrotten dort, das verschmutzt das Wasser zusätzlich“, erzählt der Sportangler.

Ein paar weitere Fischarten seien, laut Zicke, im Werner Stadtsee jedoch anzutreffen. Neben Karpfen und Aalen lebten dort die seltenen Karauschen. Trotz allem spricht er die Empfehlung aus, Fische, vor allem unbekannte oder exotische Arten, niemals einfach in einem öffentlichen Gewässer auszusetzen, da es das bestehende Ökosystem gefährden könne. „Falls man Fische abgeben möchte, sollte man bei der Fischereibehörde der Stadt Unna nachfragen oder eine Anzeige schalten. Sicher gibt es Fischfreunde, die sich auskennen und sich um die Tiere kümmern können“, so Werner Zicke.

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