Rußrindenkrankheit, Eichenprozessionsspinner und Wurzelpilz: Stadt muss Bäume schützen

rnBaum-Krankheiten

Nach dem Extremjahr 2018 mit Hitze, Trockenheit, Stürmen und dem Borkenkäfer sind Bäume verschiedenen Gefahren ausgesetzt. In Werne gibt es vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Pflanzen.

Werne

, 27.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Bäume müssen weiter kämpfen: Nach dem trockenen Sommer 2018 sind einige Pflanzen geschwächt. So werden immer mehr Fälle der sogenannten Rußrindenkrankheit bekannt. In Werne können die Verantwortlichen Entwarnung geben. Zumindest vorerst.

„Bislang haben wir noch keine Fälle der Rußrindenkrankheit in Werne feststellen können. Aber wie im vergangenen Jahr bei der Trockenheit, kann es sein, dass sich die Krankheit erst später im Jahr zeigt“, erklärt Thomas Ludwig, Sachverständiger für Baumpflege, Verkehrssicherheit von Bäumen und Gehölzwertermittlung.

Heimische Arten haben Probleme mit Klimaverhältnissen

Seit etwa zwölf Jahren ist er als Baumkontrolleur in Werne tätig. Einmal im Monat betrachtet er die Bäume, die der Stadt gehören. Der 54-Jährige erkennt dabei, dass sich die heimischen Pflanzen immer weniger den aktuellen Wetterverhältnisse anpassen können.

„Wir müssen uns schon fragen, ob die Krankheiten durch den Klimawandel begünstigt werden“, sagt der Baumpfleger, und weiter: „30 Grad in der Stadt und dann noch die Strahlungshitze von einigen Gebäuden - das kann nicht jeder Baum verkraften.“

Wegen Wurzelpilz müssen Bäume gefällt werden

So hat Ludwig in den vergangenen Jahren in Werne vor allem erkrankte Kastanien, Birken, Erlen und Buchen gesehen. Mehr als 100 Pflanzen seien laut Ludwig in Werne von Pytophthora, einer Wurzelpilzkrankheit, befallen. Deshalb mussten auch viele dieser Bäume in der Vergangenheit gefällt werden, erzählt Ludwig.

Die Wurzelkrankheit habe auch zu einem bundesweiten Kastaniensterben geführt, berichtet der Experte weiter. Die Folge: An diesen Stellen werden nicht unbedingt wieder Kastanien gepflanzt. Exotischere Pflanzen wie etwa Magnolien kämen eher mit den derzeitigen Klimaverhältnissen zurecht.

Berg-Ahorn wird nicht mehr gepflanzt

Von der Rußrindenkrankheit sind vor allem Ahorn-Bäume betroffen. Und die gibt es in Werne zuhauf: egal ob Spitz-, Feld- oder Berg-Ahorn. „Die Ahorn-Bäume wurden früher ganz normal gepflanzt. Sie kommen deshalb häufig hier vor. Aber man konnte damals ja nicht wissen, welche Entwicklung das Ganze nehmen würde“, sagt Burkhard Klinkhammer, zuständig für den Umweltschutz bei der Stadt Werne.

Mittlerweile habe man aber auch auf die klimatischen Begebenheiten reagiert. „Berg- und Spitz-Ahorn können sich gut an die stadtklimatischen Verhältnisse anpassen. Aber der Berg-Ahorn wird in Siedlungen nicht mehr gepflanzt“, so Klinkhammer.

Rußrindenkrankheit, Eichenprozessionsspinner und Wurzelpilz: Stadt muss Bäume schützen

So war es 2018: An verschiedenen Stellen warnten Schilder in Werne vor dem Eichenprozessionsspinner. Unter anderem am Radweg der B54 in Höhe Lohstraße. © Jörg Heckenkamp (A)

Vorsorge vor dem Eichenprozessionsspinner

Vorsorglich lässt die Stadt Werne derweil Bäume vor einem (erneuten) Befall des Eichenprozessionsspinners schützen. Bereits Ende April hat die Stadt die Schädlingsbekämpfungsfirma Angelkort aus Herbern damit beauftragt, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

Laut Klinkhammer seien die der Stadt bekannten Flächen geschützt worden. Etwa 300 Eichen seien etwa am Fürstenhof und am Bellingholz bearbeitet worden, erzählt Klinkhammer.

Die Mitarbeiter schmieren die zuvor bereits befallenen Stellen dabei mit einem Leim ein. So kann sich die Raupe nicht festsetzen und die gefährlichen Haare entwickeln. Wer die Haare berührt oder einatmet, kann über Juckreiz, Hautrötungen oder sogar Bindehautentzündungen leiden. Gelangen die kleinen Haare in die Atemwege, führt dies zu Entzündungen und Atemnot.

Rußrindenkrankheit, Eichenprozessionsspinner und Wurzelpilz: Stadt muss Bäume schützen

Die Eichenprozessionsspinner können auch für den Menschen schädlich sein. © picture alliance / Patrick Pleul

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