Neubau der Lippebrücke in Werne soll 2018 starten

Verkehr kann ausweichen

Die Lippebrücke zwischen Werne und Rünthe ist an den Rändern so stark beschädigt, dass ein Neubau her muss. 2018 sollen die Bauarbeiten dafür starten. Für eineinhalb Jahre wird die Kamener Straße dann zwar zum Nadelöhr – doch es gibt auch eine gute Nachricht für Autofahrer.

WERNE

, 06.10.2017, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neubau der Lippebrücke in Werne soll 2018 starten

Vor allem im Berufsverkehr staut es sich auf der Lippebrücke vor Rünthe.

Auf eine Vollsperrung der Strecke wird der Landesbetrieb Straßen NRW verzichten – zumindest, was den Verkehr bis 7,5 Tonnen betrifft. Was sonst alles auf Autofahrer, Radler und Fußgänger zukommt? Wir haben die Antwort auf diese und weitere Fragen.

Was genau ist das Problem mit der Brücke?

Die Brückenränder weisen Risse auf – vor allem verursacht durch LKW, die die Randstreifen der Fahrbahn mitbenutzt haben. Straßen NRW hat diese Streifen sowie einseitig den Fuß- und Radweg deshalb schon vor Jahren abgesperrt. Eine Sanierung des Bauwerks ist wegen der Schwere der Schäden nicht mehr möglich, ein kompletter Neubau muss also her.

Und das funktioniert ohne Vollsperrung?

Ja, weil die neue Brücke zunächst zwischen der bestehenden maroden Lippebrücke und der Fahrradbrücke entsteht und dann als Umfahrung dient. Die alte Brücke wird anschließend abgerissen und die neuen Pfeiler entstehen. Dann schiebt Straßen NRW die bereits gebaute neue Fahrbahn auf die Position der alten Brücke und baut danach die Behelfspfeiler ab.

Kann jeder die Umfahrung passieren?

Nein. Fahrzeuge, die schwerer als 7,5 Tonnen sind, müssen eine Umleitung fahren. Eine Ausnahme bilden Fahrzeuge von Rettungsdienst und Feuerwehr, auch normale Busse können die Stelle passieren. „Für einen Gelenkbus wird es allerdings schwierig“, erklärte Ingenieur Gregor Ellerkamp am Donnerstagabend im Planungsausschuss. „Dabei geht es nicht um das Gewicht, sondern um den fehlenden Platz.“

Wie eng wird die Umfahrung?

Die beiden Fahrspuren sind 3,25 Meter breit. Vor und nach der Umfahrung müssen die Autos jedoch enge Kurven fahren, um wieder auf die Kamener Straße zu gelangen. Es wird deshalb ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern geben.

Wie wird die Brücke generell aussehen?

60 Meter lang, mit zwei Fahrspuren, Trennstreifen und kombiniertem Fuß- und Radweg auf beiden Seiten. „Außerdem wird die Linksabbiegerspur aus Richtung Werne um 150 Meter über die Brücke verlängert“, sagte Planerin Ingrid Lüdiger. Heißt: Wer von Werne zur A1 abbiegen will, kann demnächst früher die Spur wechseln.

Wie groß wird die Baustelle?

Ingrid Lüdiger rechnet mit 250 Metern inklusive Brücke. Außerdem entsteht auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Werne ein Baustellenlager, das nach Fertigstellung der Arbeiten ebenfalls in seinen Originalzustand zurückgebaut wird.

Was passiert mit den Radfahrern und Fußgängern?

Während der Bauphase wird es auf Werner Seite eine Fußgängerampel unmittelbar hinter der Fahrradbrücke geben, sodass Fußgänger und Radfahrer die Kamener Straße problemlos überqueren und dann den Rad- und Fußweg auf der linken Seite in Richtung Werne nutzen können.

Und wenn die Brücke fertig ist?

Dort, wo der Radweg nach der Brücke auf die Kamener Straße führt, entsteht eine Querungshilfe von 2,50 Breite. Der Bordstein auf der anderen Straßenseite wird, im Gegensatz zur aktuellen Situation, herabgesenkt.

Es sollte doch länger dauern – warum geht jetzt plötzlich alles so schnell?

„Wir hoffen auf ein vereinfachtes Verfahren“, erklärt Ingrid Lüdiger. Das bedeutet, dass – zum Beispiel im Gegensatz zum Ausbau der A1 – kein Planfeststellungsverfahren erforderlich ist. Ob das auch so klappt wie erhofft, steht allerdings nicht fest.

Wie lange wäre die Bauzeit?

Die reine Bauzeit beträgt laut Gregor Ellerkamp ein bis eineinhalb Jahre. „Allerdings stehen aufwändige Vorbereitungen an“, so der Ingenieur. Zum Beispiel müssten Wasserleitungen in dem Bereich verlegt werden. „Und wir reden hier über die komplette Wasserversorgung der Stadt Werne.“ Bis sich nach einem Baubeginn im dritten Quartal 2018 also tatsächlich auf der Brücke was tut, könnte es noch dauern.

Welche Umleitungsstrecken wird es geben?

„Das müssen wir noch planen“, sagt Gregor Ellerkamp. Man werde sich mit Werne, Bergkamen und der Feuerwehr an einen Tisch setzen.

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