Neue Anlaufstelle: Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge ist in besser ausgestattete Räume umgezogen

Fahrradwerkstatt der AGF

Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge ist umgezogen: Ab sofort befindet sich die Werkstatt an der ehemaligen Barbaraschule. Der Umzug bringt einige Vorteile mit sich, wie die Verantwortlichen berichten.

Werne

, 16.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fahrradwerkstatt der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF) ist in neue Räume an der einstigen Barbaraschule gezogen. Hier reparieren die Verantwortlichen Werner Janßen, Franz-Josef Dahmen und Konrad Günther gemeinsam mit Flüchtlingen gespendete Fahrräder.

Die Fahrradwerkstatt der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF) ist in neue Räume an der einstigen Barbaraschule gezogen. Hier reparieren die Verantwortlichen Werner Janßen, Franz-Josef Dahmen und Konrad Günther gemeinsam mit Flüchtlingen gespendete Fahrräder. © Andrea Wellerdiek

Franz-Josef Dahmen winkt den nächsten Mann hinein. „Hallo, komm‘ ruhig rein“, sagt er. Regelmäßig öffnet sich die Tür an diesem Dienstagabend. Es hat sich herumgesprochen. Die Fahrradwerkstatt der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF) ist umgezogen.

Zum ersten Mal bieten die Verantwortlichen um Franz-Josef Dahmen ihre Hilfe im Pavillon der ehemaligen Barbaraschule am Beckingsbusch an. Hier hat das Werkstatt-Team eine neue Unterkunft, die dem Kommunalbetrieb der Stadt gehört, gefunden.

Denn aus den vorherigen Räumen, eine Lkw-Garage an der Stockumer Straße, musste das Team ausziehen, weil der Vermieter nun einen Mieter gefunden hat. Zuvor hatte die Fahrradwerkstatt seit dem Start in 2014 hier kostenlos die Räume nutzen können.

Knapp 700 Fahrräder in fünf Jahren

Ab sofort reparieren die drei ehrenamtlichen Mitarbeiter - Franz-Josef Dahmen, Konrad Günther und Werner Janßen - an der ehemaligen Barbaraschule gespendete Fahrräder. Und das erfolgt wie gewohnt in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen.

Sie bekommen hier Hilfe, um ihre eigenen Räder zu reparieren und die gespendeten Fahrräder für andere verkehrstüchtig zu machen. Innerhalb der fünf Jahre, in denen es die Fahrradwerkstatt gibt, wurden laut Dahmen bereits knapp 700 Fahrräder aufbereitet.

Jedes Fahrrad, das an einen Flüchtling geht, wird registriert. Der Besitzer bekommt einen Ausweis und die dazugehörige Nummer wird auf dem Fahrrad notiert. „Das Fahrrad ist damit sofort zuzuordnen“, erklärt Dahmen. Dies sei gut, damit es nicht zu Irritationen kommt, wenn einmal nachgefragt wird, wem das Fahrrad gehört.

Meistens nur kleine Reparaturen

Auch in den rund 60 Quadratmeter großen neuen Räumen an der Barbaraschule stehen wieder viele Fahrräder nebeneinander. Auf einigen sind schon die Registriernummern zu sehen. Diese Räder sind wieder fahrtüchtig und zur Abholung bereit.

Meistens sind es nur kleine Reparaturen, die hier erledigt werden. „Ein fehlender Dynamo, ein platter Reifen oder eine kaputte Lampe“, zählt Franz-Josef Dahmen auf. Alle Räder wurden von Werner Bürgern gespendet. „Manchmal sind das bessere Räder als mein eigenes“, sagt Dahmen und schmunzelt.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter Werner Janßen, Franz-Josef Dahmen und Konrad Günther (v.l.) freuen sich, eine neue Unterkunft in den Räumen der ehemaligen Barbaraschule gefunden zu haben.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter Werner Janßen, Franz-Josef Dahmen und Konrad Günther (v.l.) freuen sich, eine neue Unterkunft in den Räumen der ehemaligen Barbaraschule gefunden zu haben. © Andrea Wellerdiek

Neue Werkstatt-Räume mit vielen Vorteilen

Gemeinsam mit Konrad Günther und Werner Janßen bereitet er die Räder auf. Jeden Dienstag (von 17 bis 19 Uhr) ist die Fahrrad-Werkstatt wie gewohnt geöffnet, damit Flüchtlinge ihre Fahrräder reparieren können. Das Material, das sich hier in Regalen und Schubladen aus der alten Barbaraschule befindet, wurde vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Unna gespendet.

In dem Pavillon, der früher als Klassenraum genutzt wurde, gibt es nun - anders als zuvor in der Lkw-Garage - warmes Wasser, eine Heizung und Toilette. Und auf dem einstigen Schulhof vor der Tür können gleich Probefahrten gemacht werden.

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