Neuer AFG-Leiter: „Lernt man in der Schule was fürs Leben, Herr Damberg?“

rnAnne-Frank-Gymnasium

Marcel Damberg ist der neue Schulleiter am Anne-Frank-Gymnasium. Er bringt die nötige Ruhe für den Posten mit – und mit Thorsten Kluger den richtigen Teampartner. Im Audio stellt sich Damberg unseren Fragen.

Werne

, 28.08.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zwei wie Pech und Schwefel wäre zu diesem Zeitpunkt vielleicht übertrieben. Beim ersten gemeinsamen Termin aber entsteht der Eindruck, dass diese beiden schon vor Ferienende das sind, was ihr Titel vorwegnimmt: ein Schulleitungs-Team.

Marcel Damberg tritt mit Schuljahresbeginn am Mittwoch, 29. August, die Leiterstelle am Anne-Frank-Gymnasium an. Thorsten Kluger, der seit 2006 am AFG unterrichtet, steigt zum Stellvertreter auf. Die beiden kannten sich schon, bevor Damberg am 20. August das erste Mal Platz in dem Büro nahm, das bis zum Renteneintritt am Schuljahresende noch Heinz-Joachim Auferoth gehörte. Ein paar Worte an den Vorgänger? „Viel Spaß in Florida“, sagt Marcel Damberg und lacht.

Neuer AFG-Leiter: „Lernt man in der Schule was fürs Leben, Herr Damberg?“

Mit einem neuen Führungsteam um Schulleiter Marcel Damberg (48, l.) und seinem Stellvertreter Thorsten Kluger (39) geht das Anne-Frank-Gymnasium ins neue Schuljahr. © Vanessa Trinkwald

Überhaupt wird viel gelacht an diesem Vormittag. Zwischendurch schlendert Emil unter dem Tisch herum, kommt für ein Foto auch mit nach draußen, die Marke um seinen Hals klimpert. Zusammen mit seinem Schulleiter-Herrchen wird der Hund – ein kleiner Rüde aus Rumänien – zwischendurch mal eine Stippvisite machen in dem Gymnasium am Goetheweg, auf dessen Gelände es in diesen Tagen fast aussieht wie im Herbst.

Auf dem Boden von der Hitze vertrocknete Blätter, Emil schnuppert hier, schnuppert da. „Na komm, Emil, wir gehen wieder rein“, sagt Marcel Damberg. „Wird der hier jetzt öfter sein“, fragt ein Lehrer im Vorbeigehen. Man bleibt kurz stehen. Wird er. „Ja schön“, sagt der Lehrer. „Wir sehen uns gleich.“

Sein großes Hobby ist das Reisen

Noch hat Marcel Damberg nicht alle Lehrkräfte kennengelernt. Er ist dabei, sich vorzustellen – in der Schule, in der Stadt. Beim Bürgermeister, beim Schuldezernenten. „Werne ist wirklich eine schöne Stadt“, sagt Damberg, der gebürtige Ahlener. Vor einigen Jahren baute er dort ein Haus. „Das muss ich nicht noch mal haben“, sagt der 48-Jährige und lacht. Damberg ist verheiratet, ist einer, der viel Sport macht und gerne reist. Letzte Reise? „Schottland. Jetzt, zwei Wochen in den Ferien. Und davor zu Ostern ein Städtetrip nach Lublin.“ Weiteste Reise? „Australien.“

Sport? „Skifahren“, sagt Damberg. „Früher alpin, jetzt Skating. Ich habe Volleyball gespielt und Basketball. Mache jetzt einmal die Woche Tai Chi und Kung Fu.“ Ein Ausgleich zur Arbeit, den er definitiv brauche.

Sein Nebenmann Thorsten Kluger (39) sieht das ähnlich mit dem Auspowern: „Meine beiden Kinder sind im Moment mein größtes Hobby. Aber ich mache auch Zirkeltraining – und nach so einer Stunde bin ich wirklich platt“, sagt er. Die beiden verbindet aber nicht nur der Sport. Auch Kluger kommt gebürtig aus Ahlen, wohnt heute in Hamm, wo Damberg vorher einen Stellvertreterposten übernahm. Beide haben im Kreis Recklinghausen ihr Referendariat absolviert – und beide, so scheint es, haben richtig „Bock“ auf das, was da kommt.

„Ich bin nicht der Typ, der alles auf Links zieht“

Wenn am Mittwoch die Schüler eintrudeln, stehen die ersten Pläne fürs neue Schuljahr: „Ich bin nicht der Typ, der alles auf Links zieht und alle Strukturen aufreißt“, sagt Damberg. Wieso auch? „Das AFG ist eine klasse Schule – und deswegen habe ich mich auch für einen Wechsel entschieden.“ Die Tablets ab Klasse fünf seien ein Leuchtturmprojekt; das Gymnasium sei gut aufgestellt mit seinen drei Schwerpunkten: Sprache, Sport und MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Die Schule weiter voranbringen will der neue Leiter natürlich trotzdem. Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe am AFG strebt er die Aufnahme in ein nationales Schulnetzwerk an: „MINT-EC“. Bereits an seiner alten Schule, dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Hamm, kümmerte er sich federführend um die Aufnahme in das Netzwerk, das Schulen ein Angebot an Förderprogrammen verspricht und ihnen gleichzeitig hohe Qualität im MINT-Bereich bestätigt.

Viel Organisation steht an in den nächsten Monaten, Zeit für Unterricht bleibt kaum noch. Sechs Stunden Physik in der Woche wird Damberg in den sechsten und achten Klassen unterrichten. Erdkunde und Chemie fallen für den Schulleiter vorerst weg. Noch so eine Sache, die die beiden verbindet – Chemie. Für Kluger, der ebenfalls in den Naturwissenschaften beheimatet ist, bleibt es bei 14 Stunden pro Woche.

Bei all der Organisation und dem Unterricht und dem Schultrubel wollen die beiden trotzdem mit Spaß bei der Sache sein. Damberg und Kluger sehen sich gewappnet, bringen genug Berufserfahrung mit, um diese Verantwortung auch zu tragen, wenn am 29. August die Schule wieder losgeht.

Anfang September dann wird Marcel Damberg während einer Feierstunde offiziell vorgestellt. Ob er aufgeregt sei? „Eigentlich nicht. Es bringt ja nichts, wenn man hier rumläuft, wie ein Eichhörnchen“, sagt er und lacht. Mal wieder.

Marcel Damberg im Audio-Interview:

Erkunde ist...



Die meisten jungen Leute studieren ja auf Lehramt, weil sie sonst nicht wissen, was sie machen sollen. Stimmt das?



Lernt man in der Schule was fürs Leben?



Können die Schüler besser mit dem Tablet umgehen als Sie?



Was sagen Sie Ihrem Vorgänger Heinz-Joachim Auferoth?


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