Neuer Diakon Reckmann (53) spielt leidenschaftlich gerne mit seiner Playstation

rnEvangelische Kirche

Die Aufgaben in der evangelischen Kirche in Werne werden künftig anders verteilt. Der neue Diakon Reckmann liebt die Arbeit mit Menschen - aber auch Fußball, Gitarren und seine Playstation.

Werne

, 13.02.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diakon Michael Reckmann (53) bringt frischen Wind in die Werner Pfarrbezirke: Er unterstützt die Pfarrer seit diesem Monat vor allem im Bereich Social Media, Marketing und Jugend. „Ich möchte Leute in Bewegung bringen“, hat sich der Diakon vorgenommen. In seiner Freizeit bewegt er schon seit fast zwei Jahrzehnten virtuelle Menschen: Auf der Playstation jagt er leidenschaftlich gerne Fußballer über den Platz.

„Das Handwerk hat nicht viel mit christlichen Werten zu tun“

Dass Reckmann eine geistliche Laufbahn einschlagen würde, stand für ihn schon früh fest. Bereits in seiner Kindheit engagierte er sich in der Kirche. Und doch entschied er sich vorerst für eine Tischlerlehre. „Wie fast jeder Jugendliche war ich mir unsicher, wo es für mich hingehen sollte. Ich schrieb eine einzige Bewerbung und wurde angenommen. Und dann war ich fünf Jahre lang Tischler.“

Aber eine wirkliche Berufung war dieser Job für ihn nicht. „Das Handwerk hat wenig mit christlichen Werten zutun. Und ich wollte mich nicht länger verkleiden und verdrehen.“ Deshalb besuchte er die Diakonenschule in Bielefeld-Bethel und arbeitete viele Jahre in Bönen und im Kreiskirchenamt in Hamm.

„Viele wissen gar nicht mehr, warum wir Ostern feiern“

Sein neuer Wirkungskreis ist Werne - und da möchte er viel bewirken. „In unserer Gemeinde soll jeder seinen Platz finden. Und die Kirche muss häufiger Präsenz in der Stadt zeigen“, plant Reckmann. „Viele wissen gar nicht mehr, warum wir Ostern oder Pfingsten feiern. Das ist auch unsere Schuld, dann wir haben es in der Vergangenheit viel zu selten erklärt.“ Deshalb soll es mehr Gottesdienste und Veranstaltungen an öffentlichen Orten wie dem Marktplatz geben.

Auch online soll es voran gehen: „Unsere Homepage muss dringend überarbeitet werden. Und für Facebook und Instagram möchte ich ein Redaktionsteam aus den verschiedenen Kirchenabteilungen aufbauen, sodass jeder einbringen kann, was ihm am Herzen liegt.“

Aufgaben in der evangelischen Kirche werden neu verteilt

Da immer weniger Pfarrstellen besetzt werden können, sollen die verschiedenen Bereiche der Kirchenarbeit besser vernetzt werden. „Es ist vernünftig, dass jeder die Aufgaben übernimmt, die ihm am besten liegen“, betont Diakon Reckmann. Bisher wurde Werne in drei Pfarrbezirke aufgeteilt. Die Pfarrer erledigten alle Aufgaben von der Taufe über Konfirmation und Hochzeit bis zur Beerdigung jeweils in ihrem Bezirk.

Künftig werden alle Aufgaben bezirksübergreifend auf die Pfarrer und den Diakon als Gemeindepädagogen verteilt. Gottesdienste halten darf der Diakon jedoch auch - der Unterschied zum Pfarrer ist, dass dieser ein theologisches Vollstudium absolviert hat und der Diakon eine mehrjährige Ausbildung in einem sozialen Beruf mit theologischer Fortbildung.

Der Gemeindepädagoge als Entwicklungshelfer

„Gemeindepädagogik bedeutet, alle an einen Tisch zu bringen. Die Gemeinde soll näher zusammenrücken“, erklärt Reckmann seinen Beruf. Er versteht sich in der Jugendarbeit als „Entwicklungshelfer“ der Heranwachsenden, da er mit ihnen Ideen entwickelt, wie es in ihrem Leben voran gehen kann.

Dienstbeginn ohne Segnung, aber mit viel Freude

Sein Büro in der Wichernstraße hat Reckmann bereits zum Februar bezogen - und das, obwohl der Einführungsgottesdienst wortwörtlich ins Wasser fiel. Denn aufgrund von Sturm Sabine konnte der Diakon nicht für seine künftige Arbeit gesegnet werden. Wann der Gottesdienst nachgeholt wird, stehe noch nicht fest. „Ohne Segnung arbeiten zu müssen, ist natürlich nicht ganz optimal“, findet Reckmann, nimmt die Situation aber mit Humor.

Ganz besonders freut er sich auf die vielen neuen Gesichter, die er in Werne kennenlernen wird. Denn: „Ich liebe Menschen und die Arbeit mit ihnen“, betont Reckmann. Was er auch liebt: Fußball, Gitarre spielen und der Umgang mit Technik. Deshalb wird die Homepage der Werner Kirche bald in neuem Glanz erstrahlen.

Erreichen kann man Diakon Michael Reckmann üblicherweise im Gemeindebüro oder unter seiner Handynummer 0151 74 22 48 19. Da auch Stockum und Herbern zur Werner Kirche gehören, wird Reckmann häufiger auf Achse sein.
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