Neues Amazon-Lager soll in 13 Monaten stehen

Baustelle in Werne

Die Redewendung „Ich drehe mal eine Runde ums Haus“ für einen kurzen Spaziergang bekommt im Wahrbrink eine neue Dimension. Knapp 30 Minuten müsste einplanen, wer um den Neubau schlenderte. So gewaltig sind die Dimensionen des neuen Amazon-Lagers in Werne.

WERNE

, 28.03.2017 / Lesedauer: 4 min

500 Meter lang, 200 Meter breit, 13 Meter hoch, 100.000 Quadratmeter überdachte Fläche. Das sind die Kennzahlen für die Halle, die seit September 2016 im Gewerbegebiet Wahrbrink-West wächst. Ein Wachstum in rasantem Tempo. Aktuell sind mehr als 75 Prozent der 100 000 Quadratmeter eingedeckt, „zu Ostern sollte das Dach überall drauf sein“, sagt Oberbauleiter Axel Bienek (44) von der Bremer AG bei einer Baustellen-Besichtigung mit Amazon-Chef Lars Krause, dessen Stellvertreter Thomas Weiß und unserer Redaktion. Fertigstellung: voraussichtlich Mitte Oktober 2017.

FOTOSTRECKE
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So sieht es auf der Amazon-Baustelle aus

500 Meter lang, 200 Meter breit, 13 Meter hoch, 100.000 Quadratmeter überdachte Fläche. Das sind die Kennzahlen für die Halle, die seit September 2017 im Gewerbegebiet Wahrbrink-West wächst. Wir haben uns die Baustelle angeschaut und viele Fotos mitgebracht.
27.03.2017
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Die Sicherungsnetze für die Dacharbeiten sind zum Teil schon gespannt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Materialberge in Nähe der Baustelle.© Foto: Jörg Heckenkamp
Aufs Dach gestiegen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Schachtarbeiten für den Kanal.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Zufahrtstraße zur Baustelle wird ständig gereinigt.© Foto: Jörg Heckenkamp
So soll's mal werden: Lars Krause (l.) und Axel Bienek vor dem Bauschild.© Foto: Jörg Heckenkamp
Das Regenrückhaltebecken in der Nähe der PKW-Zufahrt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Axel Bienek, Oberbauleiter Firma Bremer,
Porträt, Portrait.© Foto: Jörg Heckenkamp
Thomas Weiß, Vize-Standortleiter Amazon,
Porträt, Portrait.© Foto: Jörg Heckenkamp
Oberbauleiter Axel Bienek zeigt auf dem Plan die LKW-Zufahrt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Drei Mann am Werk. Oberbauleiter Axel Bienek von der Firma Bremer (M.) mit Lars Krause (r.) und Thomas Weiß von Amazon.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Fachgespräch. Die Rückenkennung auf der Weste von Amazon-Chef Lars Krause bezieht sich auf eine Konzern-interne Abkürzung des Werner Lagers. EDE steht für Europa und Deutschland.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Ein Teil der Sicherheitsnetze für die Dacharbeiten ist gespannt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Amazon-Chef Lars Krause freut sich über den Baufortschritt. Geht alles glatt, ist der Neubau Mitte Oktober 2017 voll funktionsfähig.© Foto: Jörg Heckenkamp
Thomas Weiß (l.) und Lars Krause von der Amazon-Geschäftsführung verweisen auf ein Detail an den Andock-Rampen für die LKW. Sie sind mit Unterflur-Möglichkeit ausgestattet. Das gibt es aktuell nicht.© Foto: Jörg Heckenkamp
Zwischen 80 und 120 Menschen arbeiten täglich auf der Großbaustelle.© Foto: Jörg Heckenkamp
Für diese Arbeiter geht es hoch hinaus.© Foto: Jörg Heckenkamp
Hinten sieht man die Hundeschule an der Straße Am Romberg.© Foto: Jörg Heckenkamp
Im Hintergrund sind die alten Ikea-Hallen zu sehen, in denen Amazon derzeit tätig ist. Bis März 2018 läuft der Mitvertrag.© Foto: Jörg Heckenkamp
Im Hintergrund die Bahn auf der Strecke zwischen Lünen und Werne.© Foto: Jörg Heckenkamp
Blicks ins Innere mit den Sicherungsnetzen für die Arbeiter auf dem Dach.© Foto: Jörg Heckenkamp
Ballett der Bagger.© Foto: Jörg Heckenkamp
Betonteile für die Dachkonstruktion schweben ein.© Foto: Jörg Heckenkamp
Betonteile für die Dachkonstruktion schweben ein.© Foto: Jörg Heckenkamp
Bauleiter Axel Bienek zeigt auf die Dachkonstruktion, die in diesem Abschnitt gerade entsteht. Das Gesamt-Bauwerk ist in sechs Bau-Einheiten aufgeteilt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Der untere Teil der Halle bekommt ein Band aus anthrazitfarbenem Waschbeton.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Südfront Richtung Bahnlinie mit dem flachen Bürotrakt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Amazon-Chef Lars Krause bei der Baustellen-Besichtigung.© Foto: Jörg Heckenkamp
Rund 40 Baufahrzeuge sind täglich im Einsatz.© Foto: Jörg Heckenkamp
Blick ins Innere. Die Halle ist 13 Meter hoch und damit deutlich höher als die jetzigen Ikea-Anlagen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Halle ist gigantische 500 Meter lang und rund 200 Meter breit.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Halle ist gigantische 500 Meter lang und rund 200 Meter breit.© Foto: Jörg Heckenkamp
Muss mal wieder in die Waschanlage.© Foto: Jörg Heckenkamp
Fassaden-Arbeiten.© Foto: Jörg Heckenkamp
Oberbauleiter Axel Bienek weist auf das Ost-Ende der Halle. Hinter im Amazon-Standortleiter Lars Krause (M.) und sein Stellvertreter Thomas Weiß.© Foto: Jörg Heckenkamp
Auf so einer großen Baustelle fällt viel Abfall an.© Foto: Jörg Heckenkamp
Bei der Baustellenbesichtigung.© Foto: Jörg Heckenkamp
Arbeiten an der Decke.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Halle ist gigantische 500 Meter lang und rund 200 Meter breit.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Eindrücke von der Amazon-Baustelle im Wahrbrink.© Foto: Jörg Heckenkamp
Als Vorbereitung für die Dacharbeiten sind Netze gespannt - zum Schutz der Arbeiter, falls sie ausrutschen.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Südfront Richtung Bahnlinie mit dem flachen Bürotrakt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Rund 40 Fahrzeuge sind täglich an der Baustelle im Einsatz.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die Südfront Richtung Bahnlinie mit dem flachen Bürotrakt.© Foto: Jörg Heckenkamp
Der Bagger schaufelt nicht rein, sondern raus.© Foto: Jörg Heckenkamp
In diesem flachen Gebäude, immerhin auch 5600 Quadratmeter groß, finden Büros, Kantine. Sozialräume, Erste Hilfe Station, etc. Platz.© Foto: Jörg Heckenkamp
Die neue Halle ist rund 500 Meter lang und 200 Meter breit.© Foto: Jörg Heckenkamp
Um 10.29 Uhr wurden die Löschzüge Stadtmitte und die Löschgruppe Langern über die Brandmeldeanlage der Firma Amazon im Wahrbrink alarmiert. Beim Eintreffen stellten die Einsatzkräfte eine leichte Verrauchung in einer Halle fest. Ein Trupp ging daraufhin unter Atemschutz vor und konnte die Ursache für den beißenden Qualm schnell finden. Ein Schwelbrand in einer Elektro-Untererteilung, die sich in einem separaten Raum befindet, hatte einen Rauchmelder aktiviert. Das Feuer konnte rasch mit mehreren CO2-Löschern (Speziallöschmittel für Brände in elektrischen Anlagen) bekämpft werden, nur die Entrauchung der großen Lagerhalle dauerte etwas länger. Nach rund einer Stunde konnte der Einsatz beendet und die Einsatzstelle an die Firma Amazon übergeben werden. Im Einsatz waren 15 Einsatzkräfte der Feuerwehr, ein Rettungswagen und die Polizei.© Foto: Feuerwehr
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Während an der einen Seite die Arbeiter schon mit Innenausbauten beschäftigt sind, recken sich am anderen Ende gerade mal nackte Betonpfeiler in den Himmel. „Der Bau ist in sechs Einheiten unterteilt, die wir nach und nach an Amazon übergeben“, sagt Bienek.

Der Großteil der Halle wird mit hohen Regalen ausgefüllt

Während dann Amazon im einen Bauabschnitt bereits sein Regalsystem und seine Förderbänder montiert, stellen die Arbeiter woanders erst noch den Rohbau fertig. „Der Großteil des Gebäudes ist später mit deckenhohen Regalen ausgefüllt“, sagt Standortleiter Lars Krause. Die Höhe von 13 Metern sei ein großes Plus gegenüber den derzeit angemieteten flacheren Ikea-Hallen. Dort sei der Einbau von automatischen Sortieranlagen nicht möglich. „Außerdem stoßen wir dort an Kapazitätsgrenzen“, sagt sein Stellvertreter Thomas Weiß. Das neue Logistikzentrum sei deutlich effizienter. „Wir erwarten eine Steigerung der prozessierten Pakete um etwa 30 Prozent im ersten Jahr“, sagt Krause.

 

Eindrücke von der Amazon-Baustelle in Werne

Ein Beitrag geteilt von Ruhr Nachrichten (@rnlive) am 22. Mär 2017 um 7:47 Uhr

Bis es soweit ist, müssen sich die Arbeiter von Axel Bienek noch ordentlich ins Zeug legen. 80 bis 120 sind zeitgleich dort beschäftigt. Sie bringen die Deckenkonstruktion an, verhüllen die Halle mit einer dämmenden Isolierschicht, ziehen Rohre und Kabel. „Dahinten“, sagt Bienek und streckt den Arm nach Nordwesten aus, „entsteht der Lärmschutzwall“. Auch er gigantisch, wie alles auf dieser Großbaustelle.

Noch mehr Zahlen? Bitteschön:

  • Mehr als 100 Kilometer Kabel weist das Gebäude auf.
  • Den weichen Untergrund hat die Baufirma Bremer mit 30.000 sogenannten verdichteten Schottersäulen mit einem Durchmesser von etwa 60 Zentimetern verfestigt; in einem Raster von zweimal zwei Meter und Tiefen von 3,50 bis 6,50 Meter.
  • Rund 100 Andocktore für große und kleine Laster.
  • 50 LKW-Parkplätze vor dem eigentlichen Gelände, 50 darauf. 1250 Mitarbeiter-Parkplätze.
  • Die Finanzierung des Gebäudes läuft über den Investor Verdion, der dafür einen dreistelligen Millionenbetrag ansetzt.
  • Amazon mietet die Halle an, steckt weitere rund 28 Millionen Euro in den Innenausbau mit Regallager, Sortieranlagen und so weiter.  

Zum Hintergrund:

  • 2010 zog der Internethändler in die frei gewordenen Ikea-Hallen im Gewerbegebiet Wahrbrink ein. Es sollte nur ein provisorisches Gastspiel sein.
  • Der Boom des Internethandels führte aber dazu, dass Amazon nicht nur länger in Werne blieb, sondern ständig wuchs.
  • Das Lager ist mit aktuell 1500 festen plus 300 befristeten Mitarbeitern an seine Kapazitätsgrenzen gelangt, daher die Entscheidung zum Neubau auf dem Gelände Wahrbrink-West gegenüber.
  • Dort ist demnächst Platz für etwa 2000 Mitarbeiter.

Jetzt lesen

  • Der Neubau entspricht der weltweiten Philosophie Amazons von möglichst standardisierten Logistik-Zentren.
  • Der viel diskutierte Lebensmittel-Lieferdienst „Fresh“ spielt nach Aussagen von Wernes Amazon-Chef Lars Krause beim Neubau keine Rolle.
  • Er geht davon aus, dass etliche Mitarbeiter in Werne, die aus Dortmund oder Umgebung stammen, sich um einen Job in dem ebenfalls im Herbst eröffnenden neuen Amazon-Zentrum Dortmund bewerben.
  • Das würde mehr freie Stellen als sonst bei Amazon Werne bedeuten.

 

Lesen Sie auf Seite 2, wie sich der Neubau auf den Verkehr in Werne auswirkt. Außerdem haben wir dem Oberbauleiter Axel Bienek drei Fragen gestellt.

Verkehrslage soll sich entspannen

Wenn das neue Logistik-Zentrum im Oktober 2017 in Betrieb geht, legt Amazon den Betrieb in den jetzigen, angemieteten Ikea-Hallen nicht sofort nieder. Der Mietvertrag laufe bis März 2018, sagt Leiter Lars Krause. Bis dahin sei ein Parallel-Betrieb angedacht.

Die möglichen Verkehrsprobleme, die mit einem solchen Parallel-Betrieb entstehen könnten, geht Amazon bereits jetzt an und führt Gespräche mit der Stadt. Auf keinen Fall solle es zu ähnlich schlimmen Verkehrsbelastungen wie im Herbst 2016 kommen.

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1250 Parkplätze und Bushaltestelle - „Amazonstraße“?

Apropos Verkehr: Für die Mitarbeiter entstehen rund 1250 Parkplätze zwischen Neubau und der Bahnlinie. Sie sind über zwei Zufahrten zu erreichen. Außerdem ist eine eigene Bushaltestelle auf dem Gelände geplant. Amazon-Chef Lars Krause geht davon aus, dass all diese Maßnahmen zu einer Verbesserung der Verkehrssituation im Gewerbegebiet Wahrbrink führen.

Die neuen Straßen im Gewerbegebiet Wahrbrink-West (wo auch die Firma Thermo Sensor baut) heißen Raiffeisen- und Carl-Zeiss-Straße. Der Internet-Händler hofft darauf, dass die neu entstehende südliche Zufahrt zu den Mitarbeiterparkplätzen den Namen „Amazonstraße“ tragen darf.

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Drei Fragen an Axel Bienek, Oberbauleiter der Baufirma Bremer AG

Hallo, Herr Bienek, wie behalten Sie bei so einer großen Baustelle den Überblick?

Wir arbeiten im Team und haben gut vorbereitete Bau-Zeitpläne, nach denen wir uns richten. Dadurch behalten wir den Überblick. Erfahrung spielt natürlich auch eine große Rolle bei solchen Aufträgen.

Und wie sieht Ihre Erfahrung mit solchen Großbaustellen aus?

Das ist das achte oder neunte Projekt dieser Größenordnung, das ich leite. In den USA habe ich schon weit größere Anlagen realisiert. Aber es ist schön, mal ein Projekt quasi vor der Haustür zu haben. Ich wohne in Delbrück bei Paderborn, dann kann ich jeden Tag hier nach Werne fahren.

Trotz aller Erfahrung – gibt es etwas, dass Ihnen Angst macht?

Da kann ich eigentlich nur das Wetter nennen. Bei zwei Wochen Dauerregen bekämen wir echte Probleme.

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