Neues Gewerbegebiet in Werne noch viel größer als Amazon-Fläche

Planung in Werne

Amazon hat sein riesiges Logistikzentrum auf einer Fläche von 22 Hektar im Wahrbrink errichtet. Nun soll ein 32 Hektar großes neues Gewerbegebiet entstehen. Aber an ganz anderer Stelle.

Werne

, 08.03.2021, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Politik stimmt über den oberen Teil (32 Hektar) des geplanten Gewerbegebietes ab. Der untere, südliche Teil ist quasi nur eine regionale Optionsfläche.

Die Politik stimmt über den oberen Teil (32 Hektar) des geplanten Gewerbegebietes am Autobahnzubringer ab. Der untere, südliche Teil ist quasi nur eine regionale Optionsfläche. © Jörg Heckenkamp

Die Amazon-Ansiedlung im Gewerbegebiet Wahrbrink verschlang 220.000 Quadratmeter Fläche. Brachte allerdings auch rund 2000 feste Arbeitsplätze. Nun soll an neuer Stelle in Werne ein neues Gewerbe- und Industriegebiet entstehen, auf dem Amazon fast eineinhalb Mal Platz finden würde. Von 320.000 Quadratmetern ist die Rede.

Und wo genau sollen sich künftige Firmen ansiedeln? Auf der momentan landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen B54 und Nordlippestraße, nördlich vom Autobahnzubringer Richtung Hof Schulze Twenhöven. In den Debatten der vergangenen Tage um diese Pläne war auch immer die Rede von einer Erweiterung auf der südlichen Seite des Zubringers, wo noch einmal 28 Hektar ausgewiesen werden sollen.

Ausschuss soll Grundsatzentscheidung treffen

Doch Bürgermeister Lothar Christ stellte am Montagnachmittag klar. „Der Ausschuss für Stadtentwicklung tritt am Dienstag, 9. März, lediglich eine Grundsatzentscheidung über die nördlichen 32 Hektar.“ Die südlichen 28 Hektar seien im komplizierten Genehmigungsverfahren mit den Regionalbehörden sozusagen als Optionsfläche für die Zukunft mit in die überregionale Planung aufgenommen worden.

„Ob wir dort jemals ein Gewerbegebiet ausweisen, steht völlig in den Sternen. Sicherlich nicht in den kommenden paar Jahren.“ Die nördlichen 32 Hektar dagegen haben eine konkretere Realisierungschance, wenn der Ausschuss am Dienstag grünes Licht gibt.

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Hintergrund dieses Vorhaben ist ein sogenannter Kooperationsstandort. Was steckt dahinter? Vereinfacht gesagt sucht der Regionalverband Ruhr (RVR) in allen Kommunen des Ruhrgebiets nach Entwicklungsflächen für Gewerbe aus seinem gesamten Einzugsbereich. Da das in der Regel größere Firmen sind, schreibt der RVR eine Mindest-Abgabegröße von 5 Hektar pro Firma vor. Lothar Christ: „Aber welche Firmen sich ansiedeln dürfen, darüber entscheidet allein der Stadtrat.“

Kritiker will er von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen. Wichtig sei etwa die Zahl der zu schaffenden Arbeitsplätze. „Wir wollen beispielsweise keinen großen Logistiker, der viel Fläche braucht, aber wenig Jobs schafft.“ Auch solle das neue Gewerbegebiet zahlreichen Umwelt- und Klima-Auflagen genügen.

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Dienstag Ausschuss-Sitzung
  • Die Sitzung des Ausschusses am Dienstag, 9. März, 17.30 Uhr, Kolpingsaal, mit den Beratungen zum neuen Gewerbegebiet ist öffentlich.
  • Wegen der Corona-Regeln stehen nur 38 Zuschauer-Plätze zur Verfügung.
  • Interessenten werden gebeten, sich noch bis Dienstag, 14 Uhr, - unter Angabe des Namens und der Wohnanschrift - bei Herrn Harhoff, bevorzugt per E-Mail (y.harhoff@werne.de), aber auch telefonisch (02389/71-605) anzumelden.
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