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Warum steht der Kunde mittags in Werne vor verschlossenen Türen?

rnLadenöffnungszeiten

Es ist ein Dauer-Thema bei den Einzelhändlern: einheitliche Ladenöffnungszeiten. Fachleute meinen: Sie sind ein gutes Mittel gegen die Verödung der Innenstädte. Aber warum ist es so schwer?

Werne

, 29.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Fotohändler Willi Kraak aus Werne meint, die Diskussion um einheitliche Ladenöffnungszeiten in Werne dauert schon „zwei Jahrzehnte“. Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann datiert den Beginn der Debatte auf „mindestens drei Jahrzehnte“.

Wie dem auch sei: Die Debatte um die Öffnungszeiten ist uralt, flammt immer wieder auf und ist bis heute ungelöst. Nicht nur in der Lippestadt. Denn das Problem ist laut Carina Peretzke, Sprecherin des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen: „Für den Händler sind längere Öffnungszeiten mit hohen Kosten verbunden.“

„Der Einzelkämpfer hat deutlich weniger Möglichkeiten“

Genau das bestätigt Hubertus Waterhues. Der 54-Jährige führt nicht nur das Fachgeschäft Bücher Beckmann, sondern setzt sich in der Aktionsgemeinschaft Wir für Werne für die Belange der Innenstadt ein.

„Der Einzelkämpfer hat deutlich weniger Möglichkeiten, seine Öffnungszeiten auszuweiten als eine Kette“, sagt er. Und wenn er oder sie mittags die Kinder von der Schule abholen müsste, dann ist das Geschäft eben über Mittag geschlossen.

Warum steht der Kunde mittags in Werne vor verschlossenen Türen?

© Jörg Heckenkamp

Warum steht der Kunde mittags in Werne vor verschlossenen Türen?

© Jörg Heckenkamp

Warum steht der Kunde mittags in Werne vor verschlossenen Türen?

© Jörg Heckenkamp

Warum steht der Kunde mittags in Werne vor verschlossenen Türen?

In der Werner Fußgängerzone haben die Geschäfte zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. © Jörg Heckenkamp

Ein Bummel durch die Werner Innenstadt bestätigt den bunten Flickenteppich an diversen Öffnungszeiten. Mal öffnen die Geschäfte um 9, mal 9.30, mal 10 Uhr.

Mal haben sie Mittagspausen, die auch noch unterschiedlich lang sind, mal nicht. Immerhin: Schluss ist in der Fußgängerzone meist um 18.30 Uhr. Große Bandbreiten tun sich dann wieder bei den Samstags-Öffnungszeiten auf.

Diese Öffnungszeiten sind nicht gerade kundenfreundlich

Das ist alles nicht gerade kundenfreundlich, weiß auch Hubertus Waterhues. „Schön wäre zumindest die Verständigung auf eine einheitliche Kernöffnungszeit.“ Damit der Kunde wenigstens weiß, in welchem Zeitraum alle Geschäfte auf jeden Fall geöffnet haben.

Darüber hinaus könne jeder entscheiden, ob er zusätzlich seine Ladentür offen halte. Solch eine Vereinbarung habe es seines Wissen vor vielen Jahren mal in Werne gegeben: „Doch das hat nicht lange gehalten.“

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Die Zersplitterung der Zeiten habe damit zu tun, dass es in Werne noch häufig das inhabergeführte kleine Einzelhandelsgeschäft gebe. „Das hat ja auch einen Vorteil für den Kunden, wenn es einen geringen Filial-Anteil gibt, stattdessen viele individuelle Geschäfte.“ Dass gehe mit einem besonderen Angebot sowie guten, persönlichen Beratungsleistungen einher.

Auch wenn sich Waterhues und andere in Werne einheitliche, lange Öffnungszeiten wünschen: „Das unter einen Deckel zu bekommen, ist schwierig.“

Kommentar von Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp: Es ist eine Zwickmühle, in der die Werner Innenstadt-Händler stecken. Die harte Internet-Konkurrenz erfordert mehr Service-Leistungen der stationären Händler für ihre Kunden.
Dazu gehören möglichst ausgedehnte Öffnungszeiten ohne Mittagspause. Ob die allerdings zu mehr Umsatz und Gewinn führen, ist fraglich.
Zudem bedeutet das in der Regel ein Mehr an Personalkosten. Oder einen noch höheren persönlichen Einsatz bei den „Einzelkämpfern“.
Das eine geht zulasten des Gewinns, das andere zulasten der Lebensqualität, womöglich der Gesundheit. Lösung: nicht in Sicht.
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