Onkel Mo‘s Grill hat das Rätsel um perfekte Pommes durch großen Zufall gelöst

rnImbiss in Werne

Vor gut einem Jahr trat Mohammed Amer (40) mit „Onkel Mo‘s Grill“ die Nachfolge von „Steckis Grill“ an - und damit in große Fußstapfen. Heute ist Amer sehr zufrieden - trotz schlafloser Nächte.

Werne, Stockum

, 22.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mohammed Amer (40) lächelt freundlich, als er am Dienstagmorgen den ersten Gast in seinem Grill-Imbiss an der Straße In der Eika bedient. Es ist wohlgemerkt erst 11 Uhr. Eigentlich nicht die klassische Zeit für Currywurst, Pommes und Co.. Der junge Mann sitzt trotzdem da und lässt sich sein Gericht schmecken. Und ein paar Minuten später kommen schon die nächsten beiden und geben ihre Bestellung auf.

„So ungewöhnlich ist das gar nicht“, sagt Amer. Manchmal stünden sogar einige Kunden montagmorgens um kurz vor elf an der Tür. Dabei ist montags Ruhetag. Wenn Amer das bemerkt, klärt er seine Kundschaft natürlich darüber auf. Manche kommen dann halt Dienstag wieder, andere nicht.

Viel Stammkundschaft von Steckis übernommen

Als Amer und seine Frau Ramona (52) am 1. Februar 2019 „Onkel Mo‘s Grill“ eröffnet haben, sind sie in ziemlich große Fußstapfen getreten. Denn hier hatten zuvor Helmut und Elvira Steckenreuter ihren Imbiss „Steckis Grill“ erfolgreich betrieben - und das satte 34 Jahr lang.

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„Da hat man dann schon Respekt vor. So eine Situation ist eine große Herausforderung und man macht sich schon etwas Sorgen“, erklärt Amer, der selbst bereits seit 12 Jahren in Stockum lebt und seither von allen nur „Mo“ genannt wird.

Man will seine Kundschaft ja nicht enttäuschen. Erst recht nicht, wenn die zu einem großen Teil aus der Stammkundschaft des Vorgängers besteht. Manche, sagt Amer, hätten sich ganz vorsichtig an den neuen Imbiss herangetastet. Erst ein paar Pommes, dann die Currywurst, die der 40-Jährige immer noch nach dem Stecki-Rezept herstellt - und schließlich auch mal etwas „Neues“ wie Schawarma und Falafel.

Onkel Mo‘s Grill hat das Rätsel um perfekte Pommes durch großen Zufall gelöst

Es geht nicht nur um die Wurst: Mohammed Amer kann bei seinen Kunden auch mit Fleisch vom Spieß, Schawarma, Falafel und Co. punkten. © Felix Püschner

Und ausgerechnet das Herantasten via Pommes Frites erwies sich als heikle Angelegenheit. „Die haben uns anfangs schlaflose Nächte bereitet. Unsere Kunden sagen uns zum Glück ganz offen, wenn ihnen etwas nicht schmeckt. Und gerade bei der Currywurst und den Pommes erwarten die Leute, dass diese Gerichte so schmecken wie vorher bei Steckis. Das wollten wir auch so. Das haben wir unseren Vorgängern versprochen“, so Amer.

Das Problem: Die Pommes schmeckten anders. Obwohl es sich um die gleichen Fritten wie bei Steckis handelte. Ein Rätsel. Das löste sich erst, als Ramona Amer im Schrank noch etwas Blockfett vom Vorgänger fand. Das Gastronomenpaar probierte es aus, ersetzte das - eigentlich hochwertigere und doppelt so teure - Flüssigfett durch das Blockfett. Et voila: Pommes wie bei Steckis.

Bürger Neuheiten in der Pipeline

Currywurst und Pommes nach Steckis-Art, das zieht auch heute noch in dem Stockumer Imbiss. Und das bestätigen Amer auch seine Vorgänger: „Sie kommen drei bis vier Mal im Monat zu uns. Helmut nimmt immer nur Currywurst“, sagt Amer und lacht.

Zwischen 100 und 120 Kunden haben Amers derzeit täglich. Und bei denen kommen auch die Neuheiten gut an. Der Hähnchenspieß sei beispielsweise sonntags oft schon um 15 Uhr aufgebraucht. Und nach Nudel- und Kartoffelsalat stehen die nächsten Newcomer wie etwa „Mo‘s Burger“ bereits in den Startlöchern.

Sektempfang zum Geburtstag

Seine Kunden mischen bei der Gestaltung der Speisekarte durchaus mit, betont der Imbiss-Inhaber. Deswegen haben sich zu Klassikern wie der „Manta-Platte“ inzwischen auch Kreationen wie der „Taxiteller“ und die „Shamanta-Platte“ gesellt. Currywurst uns Hähnchen auf einem Teller? Funktioniert - sogar sehr gut, wie Amer erklärt.

Zur „Geburtstagsfeier“ am 1. Februar lädt der Gastronom seine Kunden zum Sektempfang. Außerdem gibt’s zehn Prozent Rabatt auf alle Gerichte. Und wer möchte, bekommt seine Pommes auch mit „alter Mayo“. Das klingt eigenartig, ist aber so gewünscht. „Das ist die Sorte, die es früher auch bei Steckis gab. Die bieten wir hier grundsätzlich mit an“, sagt Amer. Ein bisschen Steckis steckt also immer noch drin - in Mo‘s Grill.

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