Ottostraße: Stadt Werne will Bäume nicht schneiden

Anwohner beschweren sich

Immer wieder fallen von den Platanen in der Ottostraße Äste herunter. Trotzdem verweigert die Stadt Werne, die Bäume zu beschneiden. Die Anwohner sind verwundert: In der Bleistraße wurden genau diese Bäume vor kurzem beschnitten. Wir haben nachgefragt, was die Gründe sind.

WERNE

, 15.03.2016, 19:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Josef Behr (l.) und Helmut Weidemann bemängeln, dass an anderen Straßen Platanen beschnitten werden, bei ihnen in der Ottostraße aber nicht.

Josef Behr (l.) und Helmut Weidemann bemängeln, dass an anderen Straßen Platanen beschnitten werden, bei ihnen in der Ottostraße aber nicht.

Mit Verwunderung betrachtete Helmut Weidemann vor einigen Tagen ein Foto in den Ruhr Nachrichten. Es zeigte radikal beschnittene Platanen an der Cappenberger Straße. Das Foto ärgerte ihn. Aber nicht wegen des Beschnitts der Bäume. Sondern der Umstand, dass die Stadt ihm und seinen Nachbarn an der Ottostraße genau das verwehrt.

„Im November vergangenen Jahres baten wir die Stadt darum, die Bäume bei uns zu schneiden“, sagt Weidemann. Es gäbe zahlreiche falsch gewachsene und lose Äste. Dort parkten Autos, außerdem seien viele Kinder aus der Kita anzutreffen. Zudem würden die Bäume mittlerweile andere Grundstücke verdunkeln und dort das Wachstum anderer Pflanzen behindern.

Beschluss aus 2001

Doch die Stadt entgegnete, dass seit 2001 per Beschluss an Bäumen „im öffentlichen Straßenraum keine Schnittmaßnahmen durchgeführt werden [...]“, wie Weidemann aus einem Schreiben zitiert. 

Und nun das Zeitungsfoto von der Cappenberger Straße. „An der Breielstraße hat die Stadt ebenfalls die Platanen auf beiden Seiten gestutzt“, ergänzt Nachbar Josef Behr. Die Anwohner der Ottostraße fragen sich: Misst die Verwaltung mit zweierlei Maß?

Formschnitt nicht erlaubt

Burkhard Klinkhammer vom Kommunalbetrieb Werne erklärt: „Es gibt einige Bäume, bei denen regelmäßig ein Schnitt mit Gestaltungsabsicht geschieht. Die Pflanzen in der Breielstraße gehören dazu, die vertragen das.“ In allen anderen Fällen geschehe das nicht.

„Stattdessen gibt es Kronenpflege“, sagt er, „dabei entfernt ein Fachmann zum Beispiel fehlgebildete Äste“. Ein Eingriff in das natürliche Wachstum beziehungsweise ein Formschnitt fände somit nicht statt.

Nur Fehlbildungen werden entfernt

Für die Anwohner der Ottostraße bedeutet das: Sollte es Fehlbildungen oder lose Äste geben, würde ein Fachmann diese entfernen. Allerdings müssten sie weiter damit leben, dass die Bäume in ihrem Ausmaß erhalten bleiben. Klinkhammer: „Denn sonst würden wir in den natürlich gewachsenen Habitus eingreifen. Das dürfen wir nicht.“ 

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