Parkchaos am Salinenparc: Suche nach Lösungen

Verkehr in Werne

Schranken? Knöllchen? Kurzzeitparkplätze? Die Parksituation in Werne im Bereich Salinenparc, die der Planungs- und Verkehrsausschuss Ende Juni diskutierte, ist nach wie vor ungelöst.

WERNE

, 08.07.2016, 04:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Setzt man sich in Höhe des Ärztehauses im Bereich des Kreisverkehrs am Hagen auf eine Bank, sollte man die Beine besser nicht allzu weit ausstrecken. Denn alle paar Minuten kommt ein Auto, das dem Sitzenden bis knapp vor die Füße fährt.

Genauso oft parken Wagen vor der Apotheke, der Sparkasse oder der Bäckerei Humpert. Ein ständiges Kommen und Gehen. Zugegeben: Viele sind Angehörige, die Patienten zum Ärztehaus bringen. Leute im Rollstuhl oder mit Rollator können keine weiten Wege laufen. Doch beim Ein- oder Aussteigenlassen bleibt es nur selten. Viele der Wagen stehen dort während des gesamten Arztbesuches.

Knöllchen werden fleißig verteilt

„Das ist in erster Linie eine Sache der Kontrolle“, sagt Tiefbauamts-Leiter Gisbert Bensch. Kontrolliert werde oft, bestätigt Gabriele Radlböck, Mitarbeiterin der Bäckerei Humpert. „Wenn jemand in die Sparkasse geht, Kontoauszüge holt und wieder herauskommt, hat er ruckzuck einen dran“, hat sie beobachtet. Im Café warne man die Kunden bereits. „Wir sagen ihnen, dass sie ja auf dem Parkplatz am Solebad drei Stunden kostenfrei parken dürfen. Viele wissen das gar nicht“, sagt Radlböck. 

Ein weiteres Problem in dem verkehrsberuhigten Bereich, in dem nur Schritttempo erlaubt ist: Es gibt keine gekennzeichneten Parkflächen. Weder für Behinderte noch für Kurzzeitparker.

Kurzzeitparkplätze sind nicht (mehr) angedacht

Solche Kurzzeitparkplätze würden sich die Geschäftsleute wünschen. „Wir sind seit 2003 hier, damals waren vier Kurzzeitparkplätze angedacht“, erinnert sich Egbert Thöne von der Sparkassen-Finanzdienste GmbH. Sogar Stromkabel für einen Werbepylon seien verlegt worden, dann sei aber nichts aus den Parkplätzen geworden. Auch Dirk Havers, Geschäftsführer von „Die Brille“, kann sich an ähnliche Pläne erinnern. „Vor 15 Jahren hieß es, es sollten Kurzzeitparkplätze kommen.“

Das weist Gisbert Bensch entschieden zurück. Kurzzeitparkplätze seien kein Thema gewesen. „Der Bereich ist vom Land gefördert worden, und das Land fördert keine Parkplätze“, sagt er schlicht. Würde man die jetzt nachträglich dort einrichten, „dann müssten wir das Geld zurückzahlen.“ Das Kennzeichnen von Parkflächen für Behinderte sei davon allerdings ausgeschlossen.

Künftig sei es die Aufgabe, den Bereich „gestalterisch so hinzubekommen, dass dort nicht mehr wild geparkt wird.“ Wichtig sei auch, dass solche Maßnahmen bei Sim-Jü nicht im Wege stünden.

Das Ei des Kolumbus? Schön wär das...

Gisbert Bensch will sich demnächst mit Architekt Martin Rogge beraten, der den Bereich damals umgebaut hat. „Vielleicht hat ja Herr Rogge das Ei des Kolumbus. Das Ei, das Falschparker abhält, Sim-Jü nicht im Wege steht und das vor allem nicht viel kostet.“ 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt