2 Euro für das Park-Tagesticket - Kann das die Werner Parkprobleme lösen?

rnPark-Debatte

Verscheucht das Parkraumkonzept Einkäufer aus der Innenstadt? Die Debatte läuft auf Hochtouren, seitdem ein Geschäftsmann die Parkgebühren als Ursache für seine Geschäftsschließung nannte.

Werne

, 20.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Geschäftsmann heißt Wolfgang Klinge. Der 44-Jährige führt gemeinsam mit seiner Mutter das Traditionsgeschäft Lederwaren Küper in der Steinstraße sowie die Filiale „Le Sac“ in der Bonenstraße. Und diese Filiale muss nun schließen.

Als Begründung gab Klinge unter anderem das Parkraum-Bewirtschaftskonzept an. Das führe zu einer beschränkten Aufenthaltsdauer in der Fußgängerzone. „Mich haben danach viele Kunden angesprochen und mir Recht gegeben“, sagt Klinge im Gespräch mit der Redaktion.

2 Euro für das Park-Tagesticket - Kann das die Werner Parkprobleme lösen?

Der Parkplatz an der Kurt-Schumacher-Straße bietet im hinteren Teil Stellplätze für Dauerparker. © Jörg Heckenkamp

Kernproblem laut Klinge: Durch die vorherige Festlegung auf eine bestimmte Parkdauer sei die Zeit begrenzt und lasse keinen Raum für spontane Ideen, wie zum Beispiel ungeplantes Shopping oder einen Restaurant-Besuch. „Es ist bekannt, dass nicht die Anzahl der Besucher einer Innenstadt für den Erfolg entscheidend ist, sonder ihre Verweildauer“, sagt er.

Vorschlag: Park-Flatrate für zwei Euro am Tag

Diese Verweildauer könne man mit einem Modell erreichen, für das er sich vor Jahren stark gemacht hat: eine Park-Flatrate für zwei Euro am Tag. Im besten Falle könne sich der Kunde bei beteiligten Geschäften diese zwei Euro bei einem Einkauf verrechnen lassen. „Dann würde man gar nichts fürs Parken in Werne bezahlen.“ Das sei doch ein Pfund, mit dem man in der Werne-Werbung im Umland wuchern könne, meint Klinge.

Intensive Park-Diskussion bei Facebook

Auch im sozialen Netzwerk Facebook diskutieren die User fleißig über die Werner Park-Situation. Eine Userin meint zum Beispiel: „Fahrt mal nach Unna - da gibt es kein kostenloses Parken - nicht einmal für eine halbe Stunde!“ Woraufhin ein anderer antwortet: „Gibt es in anderen Städten nicht, stimmt nicht. In Ahlen steht man z. B. auch direkt an der Innenstadt meist kostenfrei.“

Das Problem, das Wolfgang Klinge anspricht, bringt eine Userin auf den Punkt: „Viele haben vielleicht nur ein Ticket für ne halbe Stunde und dann fällt ihnen im Geschäft auf, dass das Ticket gleich abläuft. (Man wollte ja nur eben Brötchen holen, aber dabei sieht man doch etwas im Geschäft). Und wenn man dann am Auto ist, geht man oft nicht mehr zurück. Das hat bestimmt schon jeder so gemacht.“

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Wolfgang Klinge führt noch ein anderes Beispiel an, nämlich das einer vierköpfigen Familie, die in die Werner Innenstadt kommt. „Die gehen einkaufen, bummeln, essen ein Eis und vielleicht noch zu Abend. Lassen also richtig Geld bei uns. Und dann kommen sie zum Parkplatz zurück und finden ein fettes Knöllchen vor.“ So etwas sollten in Werne nicht vorkommen, und „deshalb plädiere ich nach wie vor für die Park-Flatrate.“

Vor Jahren schon mehr als 100 Unterschriften gesammelt

Denn schon vor Jahren hat er dafür geworben und Unterschriften gesammelt. „Die habe ich hier irgendwo noch liegen“, sagt er und sucht im Regal. „Aha“, lässt er sich nach einer Minute vernehmen und hält einen Stapel DinA4-Blätter hoch. „Hier. Rund 100 Unterschriften von Geschäftsleuten und Co. für eine Park-Flatrate“, sagt er.

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Auch einige Ärzte hätten damals unterschrieben. „Bei denen sorgt das Parkzeitproblem für Unruhe bei den wartenden Patienten“, sagt der 44-Jährige. Wer nur für eine bestimmte Zeit sein Auto abgestellt habe, werde bei längerer Wartezeit sicherlich unruhig und frage nach, wann er denn endlich an der Reihe sei. Klinge: „Das würde man mit einer solchen Parkregelung vermeiden.“

Bleibt die Frage, ob die Stadt Werne auf die Einnahmen sowohl der Parkgebühr als auch der Knöllchen verzichten kann. Die Einnahmen beliefen sich im vergangenen Jahr auf 248.000 an Parkgebühren und 77.500 Euro an Verwarngeldern.

Klinge macht noch einen weiteren Vorschlag, der nichts mit der Innenstadt, aber auch mit Park-Ärger zu tun hat. Nämlich die neue Park-Gebührt am Christophorus-Krankenhaus. Auch da könne man eine solche Flatrate einführen.

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