Das sagt das Krankenhaus zu den Abzock-Vorwürfen beim Parken

rnInterview

Die Einführung von Parkgebühren am Christophorus-Krankenhaus sorgt seit Wochen für Diskussionen. Das sagt der Standortleiter des Hauses, Ludger Risse (61), zu den Vorwürfen.

Werne

, 16.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Widerstand gegen die Parkplatzgebühr am Christophorus-Krankenhaus wächst. Es ist sogar von Abzocke die Rede. Können Sie den Ärger nachvollziehen?

Den Ärger kann ich durchaus verstehen, jeder ärgert sich wohl ein wenig, wenn er für etwas bezahlen muss, was vorher kostenfrei war. Das ist nur menschlich.
Der Begriff „Abzocke“ allerdings ist überhaupt nicht angemessen, damit verbindet man ja, dass sich da jemand auf Kosten Anderer bereichert. Das ist hier ja nun überhaupt nicht der Fall, die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung werden ja ausschließlich für die Zwecke das Krankenhauses verwendet, also für die Patientenversorgung. Mit Gewinnstreben hat das so gar nichts zu tun.

Warum hat das Christophorus-Krankenhaus die Parkplatzgebühr überhaupt eingeführt?

Niemand würde auf eigene Kosten sein Grundstück öffentlich zur Verfügung stellen und laufend für Reinigung, Pflege, Winterdienst, Versicherung und Instandsetzung aufkommen. Das hat das St.-Christophorus-Krankenhaus aber über viele Jahre getan. Firmen oder Geschäften ist es möglich, diese Kosten mitkalkulieren zu können.

Wir aber bekommen für jede Behandlung einen festen Preis und dieser enthält ausschließlich die Kosten für die typischen Krankenhausleistungen wie Behandlung, Pflege und Unterbringung. Das bedeutet auch: Wir können da nicht kalkulieren, ob wir den „Kunden“ nun kostenloses Parken anbieten und dieses beispielsweise als Marketingaspekt nutzen, um mehr Kunden zu gewinnen. So funktioniert der „Krankenhausmarkt“ eben nicht.

Was geschieht mit dem eingenommenen Geld, was passiert mit den Strafgebühren?

Die eingenommenen Parkgebühren dienen ausschließlich der Patientenversorgung, zum großen Teil indirekt, weil wir bisher für die Kosten für die Unterhaltung der Parkflächen im Jahr durchaus höhere fünfstellige Beträge ausgegeben haben. Für dieses Geld hätten wir zum Beispiel gern mehr als zwei zusätzliche Pflegepersonen beschäftigt oder auch baulich notwendige Renovierungen etc. durchgeführt.

Wenn schon Parkgebühr, dann zeitgenaue Abrechnung per Schranke, fordern Etliche. Besteht die Chance, diese Regelung nachträglich einzuführen?

Das haben wir im Vorfeld, auch mit den Mitarbeitern – die ja auch zahlen –, genau überlegt. Die Entscheidung Schranke war ganz schnell vom Tisch, das ist schon durch die äußeren Bedingungen gar nicht machbar, darüber hinaus sehr störanfällig.

Mit einer Schranke wäre das gar nicht darstellbar, weil es hier ja nicht eine Zu- und Ausfahrt zum Parkplatz gibt. Das Bezahlen per App mit dem Handy ist da der Weg, auch minutengenau abzurechnen.

Aber das ist nun nicht jedermanns Sache.
Wir werden das bargeldlose Bezahlen zukünftig immer mehr bekommen, in vielen Ländern geht das schon überhaupt nicht mehr anders. Ich habe diese App inzwischen auch selbst installiert, weil das System sich immer weiter verbreitet und es einfach praktisch ist.

Aber dass sich einige Menschen über die einzige Alternative, mit Münzen zu zahlen, ärgern, kann ich schon ein wenig verstehen. Allerdings zeigen auch hier die Erfahrungen aus anderen Krankenhäusern, dass sich dieses auch einspielt, wenn die Menschen wissen, dass das nun eben so ist.

Wie geht es nun weiter?

Wir sammeln auch laufend alle Beschwerden und Vorschläge und überlegen, wie es Lösungen geben kann. Das ist ganz sicher auch ein laufender Verbesserungsprozess.

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