Parkraumkonzept: Wenig Dauerparker, viele Tickets

Bilanz nach zwei Jahren

Seit der Umstellung der Parkgebühren hat die Stadt Werne mehr Geld eingenommen - teilweise sogar mehr als erwartet. Allerdings ist das System hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben, die nun von der Verwaltung korrigiert werden. An eine Abschaffung - wie von der FDP gefordert - denkt indes niemand. Eine Bilanz.

WERNE

, 19.03.2015, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 1. Februar 2013 hat die Stadt Werne ihr Konzept zur Parkraumbewirtschaftung umgesetzt: Alle Parkplätze der Innenstadt sind seitdem kostenpflichtig, wer einen Dauerparkplatz braucht, kann ein Jahresticket für 200 Euro kaufen. Auch Wohnmobilisten zahlen seitdem 5 Euro pro Tag auf dem Hagen.

Zu Beginn der Planungen erwartete Verwaltungsdezernent Frank Gründken Mehreinnahmen von 160.000 Euro. Da die Politik die kostenpflichtige "Brötchentaste" (50 Pfennig für 30 Minuten Parken) ablehnte, musste er seinen Ansatz um 50.000 Euro herunterschrauben. Im Haupt- und Finanzausschuss zog Gründken nun Bilanz der ersten zwei Jahre:

  • Dauerparker: Sollten pro Jahr 55.000 Euro einbringen. 2013 waren es jedoch nur rund 34.500 Euro, im Jahr 2014 sank der Ertrag auf rund 24.100 Euro. Damit blieben die Einnahmen deutlich hinter den Erwartungen zurück.
  • Wohnmobile: Waren mit 7300 Euro pro Jahr kalkuliert. Brachten 2013 6075 Euro, 2014 6200 Euro. Gründken: "Das ist im Rahmen."
  • Parkgebühren: 2012, also vor der Konzeptumstellung, nahm die Stadt Werne rund 162.000 Euro an Parkgebühren ein. Nach der Einführung der Gebührenpflicht auf allen Parkplätzen waren es 2013 Einnahmen von rund 215.000 Euro, 2014 brachten die Automaten rund 208.000 Euro ein - also eine Steigerung um rund 53.000 beziehungsweise 46.000 Euro. Kalkuliert hatte die Stadt bei diesem Posten mit jährlichen Mehreinnahmen von 20.000 Euro.
  • Verwarn- und Bußgelder: Hier nahm die Stadt 2012 rund 61.000 Euro ein. 2013 stiegen die Einnahmen auf rund 97.000 Euro, 2014 waren es rund 79.000 Euro. Das bedeutet Steigerungen von rund 36.000 beziehungsweise rund 18.000 Euro. Kalkuliert waren hier jährlich 25.000 Euro mehr. "2014 waren wir vom Arbeitskampf im Solebad betroffen. Der Parkplatz auf dem Hagen hat deshalb nicht die Auslastung erfahren wie in den Jahren zuvor", begründet Gründken den Rückgang in diesem Jahr.

Verwaltung korrigiert Erwartungen für 2015

  • Plan-Ist-Vergleich: Die erwarteten Mehreinnahmen von 110.000 Euro pro Jahr wurden 2013 übertroffen: Die Stadt nahm rund 128.000 Euro zusätzlich durch Parkgebühren und Bußgelder ein. 2014 waren es hingegen "nur" rund 95.000 Euro mehr.
  • Soll-Ist-Vergleich im Haushalt: Die Erträge von Parkgebühren und Bußgeldern waren in den Haushalten 2013 und 2014 jeweils mit 380.000 Euro veranschlagt. 2013 lagen sie mit rund 352.000 Euro und 2014 mit rund 318.000 Euro deutlich unter diesen Erwartungen. Dabei sind es vor allem die Bußgelder, die sich anders als erwartet entwickelt haben: Jeweils mit 130.000 Euro pro Jahr veranschlagt, haben sie "nur" rund 97.000 Euro (2013) beziehungsweise rund 80.000 Euro (2014) eingebracht. Die Parkgebühren selbst (kalkuliert mit 250.000 Euro) lagen weder 2013 (rund 255.000 Euro) noch 2014 (rund 238.000 Euro) weit daneben.
  • Ausblick: Für das Jahr 2015 hat die Verwaltung ihre Erwartungen korrigiert: Statt wie bisher 380.000 Euro sollten Parkgebühren und Bußgelder zusammen nur noch 300.000 Euro einbringen. Allerdings steht diese Kalkulation natürlich unter dem Eindruck der Schließung des Solebades ab dem 12. April.
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