Partnerschaftsgewalt in Deutschland nimmt zu - Zahlen in Werne rückläufig

rnHäusliche Gewalt

Bundesweit nimmt die Zahl von Delikten der Partnerschaftsgewalt zu. Dem Kreis Unna zufolge aber nehmen die Fälle häuslicher Gewalt, die der Polizei in Werne gemeldet wurden, ab.

Werne

, 15.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der gemeldeten Gewalttaten in Partnerschaften oder von Ex-Partnern ist in Deutschland erneut gestiegen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stellte am Dienstag (10. November) in Berlin eine Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) für 2019 vor. Demnach gab es fast 141.792 Fälle, rund 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Ein Trend, der sich auch mit Blick auf die vergangenen Jahre fortsetze, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Rückschlüsse auf einen Anstieg der Gewalttaten ließen sich aber nur bedingt ziehen, weil die Dunkelziffer hoch ist und mehr bekannte Fälle auch bedeuten können, dass mehr Betroffene zur Polizei gehen.

Zahlen von Häuslicher Gewalt von 2018 auf 2019 in Werne rückläufig

In Werne ist die Zahl der Delikte im Bereich der Häuslichen Gewalt 2019 im Vergleich zu 2018 zurückgegangen, wie der Pressesprecher Christian Stein der zuständigen Polizei in Unna auf Anfrage erklärte. Demnach verzeichnete die Polizei für 2018 in Werne 44 Fälle, die zur Anzeige gebracht worden waren. In 30 Fällen handelte es sich um vorsätzliche, einfache Körperverletzung, in 5 um Bedrohung, in 5 um gefährliche Körperverletzung, in 2 um Hausfriedensbruch und in 2 um Straftaten gemäß des Paragrafen 4 des Gewaltschutzgesetztes. Letzterer umfasst etwa das Zuwiderhandeln gegen vollstreckte Anordnungen.

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Im Jahr 2019 verzeichnete die Polizei Unna 13 Fälle weniger als im Vorjahr in Werne - 31 waren es 2019. In 19 Fällen ging es um vorsätzliche, einfache Körperverletzung, in 6 um gefährliche Körperverletzung, in 2 um Hausfriedensbruch, in 2 um Sachbeschädigung an nicht frei zugänglichen Orten (ohne Pkw), in einem Fall um Bedrohung und in einem um Beleidigung.

„In Werne ist die Zahl rückläufig“, sagt Stein. Bei den Delikten sei zu beachten, dass darunter nicht nur Gewalt von Männern gegen Frauen falle, sondern auch Gewalt von Frauen gegen Männer, Gewalt zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern, Familienstreitigkeiten, etwa wenn ein Sohn die eigene Mutter angreift, oder Gewalt zwischen Geschwistern auftritt.

Deutschlandweit sind die Zahlen hingegen gestiegen. Zu 81 Prozent waren 2019 Frauen betroffen. Laut dpa lebte etwa die Hälfte der Geschädigten zum Tatzeitpunkt mit dem Täter zusammen. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die Corona-Pandemie die Lage noch einmal verschärft habe, sagte Bundesfamilienministerin Giffey, auch wenn die aktuellen Zahlen von 2020 noch nicht Bestandteil der Statistiken seien. Man müsse davon ausgehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt als die Zahl der Fälle, von denen die Polizei wisse.

Den Großteil der bundesweiten Delikte machte 2019 die vorsätzliche, einfache Körperverletzung aus (86.812 Fälle), gefolgt von Bedrohung, Stalking und Nötigung (32.477), gefährlicher Körperverletzung (17.160) und Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Übergriffe (3086). In 1697 Fällen kam es zu Freiheitsberaubung.

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