Pater Wolfgang Drews ist seit 60 Jahren im Orden

"Das einfache Leben liegt mir"

Er kann kochen, gärtnern, anstreichen und elektrische Leitungen verlegen. Und noch besser: zuhören, beraten, auslegen und vorleben. Wolfgang Drews ist ein ein Multitalent im Auftrag Gottes. Vor 60 Jahren ist er in den Orden der Kapuziner eingetreten - obwohl er zuerst eine Ausbildung zum Maschinenbauer machte.

WERNE

, 14.09.2015 / Lesedauer: 3 min

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"Multitalent Gottes": Pater Wolfgang Drews ist seit 60 Jahren im Kapuziner-Orden

10.09.2015
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Pater Wolfgang aus der Zeit in Frankfurt um 1980.
© Foto: privat
Pater Wolfgang legt den Pilgern in der Weihnachtszeit einen Schokoladen-Nikolaus aufs Bett.© Foto: Helga Felgenträger
Der neue und der alte Guardian: Pater Romuald Hülsken (l.) übernimmt das des Vorsteher der Brüdergemeinschaft in Werne von Pater Wolfgang Drews.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Bild im Bild: Christian Lünig (l.) überreicht Pater Wolfgang Drews in der Bibliothek ein Foto von der Bibliothek.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Pater Wolfgang schließt den Pilgern die Tür zum Pesthaus auf.© Foto: Helga Felgenträger
Pater Wolfgang Drews vor dem Pesthaus.© Foto: Helga Felgenträger
Pater Wolfgang und Renate Ostrop schauen sich die Pilgerquartiere im Pesthaus an. Die Bettwäsche wird gestellt und die Betten beziehen sich die Pilger selbst.© Foto: Helga Felgenträger
Die erste Reihe mit den Ehrengästen aus der Politik sowie Pater Wolfgang vom Kapuziner-Kloster.© Foto: Jörg Heckenkamp
Kirsten Schulz(r.) und Schausteller Otto Wendler (l.) übergaben die beim Fußballspiel gesammelten Spenden an Hirldegard Arnt vom Motettenkreis und an Pater Wolfgang vom Kapuzinerkloster.© Foto: Marc Baumunk
Pater Wolfgang weihte in einer Zeremonie das versetzte Wegekreuz an der Varnhöveler Straße.© Foto: Laura Steinke
Pater Wolfgang in der Kirche des Kapuzinerklosters an der Südmauer.© Foto: Sylvia vom Hofe
Pater Wolfgang Drews im Garten des Kapuzinerklosters am Südring.© Foto: Sylvia vom Hofe
Pater Wolfgang Drews soll der neue Präses der Kolpingsfamilie werden.© Foto: Helga Felgenträger
Gertraude Göhler hieß Pater Wolfgang in Werne herzlich willkommen.© Foto: Helga Felgenträger
Pater Wolfgang Drews in der Mitte des Trauerzuges.© Foto: Helga Felgenträger
Der Spielmannszug Grün-Weiß Stockum brachte Pater Wolfgang Drews am Sonntagmittag zum 80. Geburtstag ein Ständchen im Kloster-Innenhof.© Foto: Jörg Heckenkamp
Bruder Michael Wies hilft Pater Wolfgang Drews bei den Geburtstagsvorbereitungen.© Foto: Helga Felgenträger
Guardian Pater Wolfgang segnet das Kreuz.© Foto: Elisabeth Plamper
(v.l.) Die Pächterin des Kolpinghauses, Anke Ernst, Pater Wolfgang Drews und der erste Vorsitzende der Kolping e.V. Heinz Schmiemann.© Foto: Wohlfarth
Die Klosterkirche mit Pater Wolfgang Drews als Guardian feierte gestern ihr Patronatsfest zu Ehren der Apostelfürsten Peter und Paul.© Foto: Helga Felgenträger
Die Kapuziner in Werne mit Pater Edgar (v.l.), Pater Michael, Guardian Pater Wolfgang und Bruder Theo laden zum Plätzerfest am Freitag, 29. Juni, in den Hof und Garten des Klosters ein.© Foto: Jörg Weber
Kapuziner-Chef Pater Wolfgang im launigen Wortgefecht mit Jazzer Ricki Bracht.© Foto: Jörg Heckenkamp
Der Vorstand, Kassierer Bernd Groß, Schriftführerin Marita Funhoff, Refendar Perter Böhm, 1. Vorsitzende Renate Ostrop, jetziger 2. Vorsitzende, Pater Romuald und der ehemalige 2. Vorsitzende Pater Wolfgang© Foto: Arthur Kurzhals
Pater Wolfgang mit der Jakobsmuschel.© Foto: Arthur Kurzhals
Beim Ortstermin im Klostergarten mit Leonhard Lamprecht (2.v.r.) dabei (v.l.): Guardian Pater Wolfgang, Renate Ostrop, Monika Geißler und Christoph Böckenbrink.© Foto: Elisabeth Plamper
Pater Wolfgang erläutert die Renovierungsmaßnahmen.© Foto: Elisabeth Plamper
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Auch wenn er in seinen 60 Ordensjahren an vielen verschiedenen Orten tätig war und seine Haare darüber weiß geworden sind: Den Kontakt zu jungen Leuten hat der 83-jährige Pater nie verloren.

„Das lag mir immer“, sagt Pater Wolfgang: junge Leute ansprechen, sie zusammenführen, ein offenes Ohr für sie haben. Ob in der Metropole Frankfurt, in der baden-württembergischen Kleinstadt Stühlingen oder jetzt in Werne: Stets hat er den Nachwuchs begeistern können.

Woher dieses Talent kommt? Pater Wolfgang schmunzelt und zuckt mit den Schultern. Vielleicht, weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie schwierig es sein kann, den richtigen Weg ins Leben zu finden.

Gelernter Maschinenbauer

„Ich habe erst einmal keinen Beruf für mich gewusst“, sagt er. Schließlich habe er eine Ausbildung zum Elektro- und Maschinenbauer in der hessischen Heimat gemacht: „Das war nicht das Richtige.“ Menschen seien ihm eben wichtiger als Maschinen. Aufgegeben hat er dennoch nicht und die Gesellenprüfung abgelegt.

 

Und danach? „Ich hatte mich schon für Orden interessiert“ – aber nicht für die Kapuziner. An die geriet er eher zufällig in Frankfurt beim Umsteigen von der einen S-Bahn in die andere. Ein Pater in brauner Kutte habe plötzlich vor ihm gestanden. „Den fragte ich dann, ob es die Möglichkeit gäbe, in einer Ordensschule das Abitur zu machen.“ Die Antwort: „Ja, wenn du ein Fahrrad hast.“

Ja zum "einfachen" Leben

Der junge Handwerker hatte eines und fuhr nach Bensheim an der Bergstraße. Dort lernte er nicht nur lateinische Grammatik und altgriechische Vokabeln kennen, sondern auch Franziskus und die Spiritualität der Kapuziner. Seine Erkenntnis: „Das einfache Leben liegt mir.“

Nach Abitur, Philosophie- und Theologiestudium und Priesterweihe am 26. Juli 1961 begann das, was Pater Wolfgang sein „Wanderleben“ nennt: „Ich war zunächst Volksmissionar“, sagt er. 1962 sei er in dieser Aufgabe auch nach Werne gekommen – das erste Mal. „Ich weiß noch, dass ich in der Christophorus-Kirche von der Kanzel predigte, die heute im Museum steht. Und dass es sehr dunkel war.“

Dieburg bei Darmstadt, Ottersweier bei Baden-Baden, Deggingen, Frankfurt: Wo Not am Mann war in Pfarreien und wo Führungsqualitäten im Kloster gefragt sind, wurde Pater Wolfgang später tätig. Besonders wichtig für ihn: die Zeit zwischen 1983 und 1989 in Stühlingen an der Schweizer Grenze. Er baut dort das „Kloster zum Mitleben“ auf, das es bis heute gibt.

Feier am 20. September

Vor allem junge Leute suchen im Klosterleben auf Zeit Perspektiven und Orientierung. Vier von ihnen haben sie im Ordensleben gefunden. Sie sind dabei, wenn ihr geistiger Mentor jetzt sein diamantenes Ordensjubiläum feiert – am 17. September in seiner Heimatstadt Ober Erlenbach im Taunus und am Sonntag, 20. September, ab 9.30 Uhr, in seiner Wahlheimat Werne, in der er zweimal Klostervorsteher (Guardian) war.

Inzwischen hat sich Pater Wolfgang aus der Leitung zurückgezogen. Die Beine hochzulegen, kommt aber nicht für ihn in Frage. „Ich leite Exerzitien und Besinnungsübungen und predige“ – ein Multitalent im Dienst des Höchsten eben.

Die Kapuziner"Die Gemeinschaft der Kapuziner ist ein weltweiter katholischer Männerorden. In Deutschland gibt es die  Deutsche Kapuziner. Männer unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung, aber der gleichen franziskanischen Besinnung bilden diese Ordensgemeinschaft."
(Quelle und weitere Infos: "")

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