Heute ist das Hotel-Restaurant Ickhorn im Restaurant-Check. Das geht mit einem Geständnis einher. Außerdem mit einer kleinen Falle für die Bedienung.

Werne

, 20.07.2018, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nun gut, fangen wir mit dem Geständnis an. Während ich in den meisten Restaurants in Werne schon mindestens einmal gespeist habe, war ich essensmäßig bei Ickhorn noch nie zu Gast. Und dass, obwohl ich täglich von meinem Redaktionsfenster direkt auf die schöne Fassade schaue.

360-Grad-Foto: Der Speisenraum

Entsprechend gespannt blickte ich diesem Freitagabend entgegen. Meine Begleitung war wieder die fachkundige hervorragende Köchin, die mich schon ins L‘Italiano begleitet hatte.

Schöner Blick auf den historischen Marktplatz

Bei bestem Wetter entschieden wir uns für einen der noch wenigen freien Tische vor dem Haus, direkt am Marktplatz. „Schön, hier zu sitzen und aufs Alte Rathaus zu blicken“, sagte meine Begleiterin.

Die aufmerksame Bedienung hatte uns wahrgenommen, brachte gleich die Speisenkarten und fragte nach unserem Getränkewunsch. Ein guter Auftakt.

Das Essen bei Ickhorn

Irgendwie hatte ich angenommen, dass es hier eine bessere Schnitzelküche geben würde. Falsch. Die Speisenkarte zeigte sich übersichtlich und aufgeräumt, eingeteilt in Geflügel, Rind, Schwein und Fisch.

Personal bei Ickhorn tappt nicht in die Service-Falle

Mangels Vorspeisen-Karte bestellten wir zu zweit den Räucherlachs. Die Küche servierte ihn perfekt verteilt auf zwei Teller. © Jörg Heckenkamp

Eine eigene Vorspeisenkarte gibt‘s nicht (Laut Chefin Anne Kroes ist das bei der nächsten Umstrukturierung der Speisenkarte geplant). Ob wir den Räucherlachs mit Sahnemeerrettich als Vorspeise für zwei haben könnten? „Überhaupt kein Problem“, meinte die Kellnerin.

Personal bei Ickhorn tappt nicht in die Service-Falle

Kleiner Misston: Der Krautsalat innerhalb des Beilagensalates schmeckte meiner Begleitung nicht besonders. © Jörg Heckenkamp

Meine Begleiterin wählte die Rinderleber Berliner Art, ich freundete mich mit den Schweinelendchen Normandie in Apfel-Calvados-Sauce an.

Wir plauderten ein wenig, dann kam auch schon die Vorspeise. Sie war direkt auf zwei Tellern verteilt und optisch ansprechend angerichtet. Perfekt. Perfekt war auch der Geschmack. Die Meerrettichsahne war mit Apfelstückchen verfeinert. Köstlich. Kleine Einschränkung beim gemischten Beilagensalat: Der Klecks Krautsalat missfiel meiner kundigen Begleitung: „Krautsalat aus dem Eimer schmeckt einfach nicht. Zu viel Säure und gleichzeitig angesüßt.“ Mir wäre das, ehrlich gesagt, nicht weiter aufgefallen.

Personal bei Ickhorn tappt nicht in die Service-Falle

Zergingen auf der Zunge: Die Schweinelendchen in einer aromatischen Apfel-Calvadossauce. © Jörg Heckenkamp

Bei den beiden Hauptgerichten, die wir gegenseitig kosteten, kann man sich die Sache leicht machen: beide überaus gelungen. Sowohl die Leber als auch die Lendchen auf den Punkt gebraten, saftig und zart. Die Apfel-Calvadossauce ein Gedicht. Auch die Beilagen stimmten.

Personal bei Ickhorn tappt nicht in die Service-Falle

Die dünnen Rinderleber-Scheiben waren perfekt gebraten, zart und saftig. © Jörg Heckenkamp

Die Größe der Portionen war reichlich bemessen, ohne verschwenderisch zu sein. Wenn denn überhaupt etwas zu kritisieren war, dann der zaghafte Umgang des Koches mit Salz und Pfeffer beim Fleisch. Aber lieber so und nachwürzen, als umgekehrt. Wir waren sehr zufrieden.

Personal bei Ickhorn tappt nicht in die Service-Falle

Fruchtig: die rote Grütze mit Vanille-Eis. © Jörg Heckenkamp

Nach längerer Pause gönnten wir uns trotz guten Sättigungsgrades jeder noch ein Dessert. Die Rote Grütze mit Vanilleeis und der Eisbecher Nussknacker hauten uns nicht vom Stuhl, waren aber guter Durchschnitt.

Personal bei Ickhorn tappt nicht in die Service-Falle

Das Nussknacker-Eis war Standard. © Jörg Heckenkamp


Die Getränke

Eine Cola 0,2 l kostet 2 Euro, ein Radeberger oder Köpi 0,25 l 2,20 Euro, Espresso 2 Euro. Große Auswahl an Schnäpsen.

Die Preise

Für die gebotene gute Küche scheinen uns die Preis angemessen zu sein. Die Hauptgerichte (bis auf Steaks) spielen sich meist im Preiskorridor zwischen 12 und 15 Euro ab.

Der Räucherlachs (den wir uns teilten) kostet 11,50 Euro, die Leber 13,80, das Schweinelendchen 14,50 Euro.

Die Atmosphäre

Im Inneren des Hotel-Restaurants Ickhorn herrscht eine - im besten Sinne gemeinte - Stammgast-Atmosphäre. Man fühlt sich schnell wohl. Im Sommer ist der Außenbereich ein Muss mit Blick auf den historischen Marktplatz Werne mit dem Alten Rathaus direkt gegenüber.

Der Service

Was nutzt das beste Essen (siehe oben), wenn der Service nicht stimmt. Doch auch in dieser Kategorie konnten wir bei Ickhorn, das Stammpersonal beschäftigt, nicht meckern. Die beiden Bedienungen waren, trotz gut gefüllten Ladens, stets aufmerksam und freundlich, bisweilen etwas routiniert wirkend.

Als meine Begleitung einen Rosé-Wein bestellte, kam prompt die Frage „ob fruchtig oder trocken“.

Als mein Glas leer war, fragte mein Gegenüber, ob ich noch was bestellen wollte. Doch ich wollte mich bewusst nicht rühren, sondern habe eine kleine Falle gestellt und gewartet, ob die Service-Kraft mein leeres Glas bemerken würde. Kaum kam sie das nächste Mal in die Nähe unsere Tisches, fragte sie schon nach einem weiteren Getränk. So habe ich das gerne.

Insgesamt hinterließ der Service an diesem Freitagabend einen genauso guten Eindruck wie das Essen.

Kinderfreundlichkeit

Es gibt keine eigene Kinder-Karte und auch keine Spielmöglichkeiten. Kinderportionen, wie auch kleinere Senioren-Portionen, sind möglich, aber nur auf Anfrage. Hier wäre ein entsprechender Hinweis in der Karte hilfreich. Darauf angesprochen, sagt Chefin Anne Kroes (64): „Wir strukturieren im Moment unsere Speisenkarte um, sie wird dann nicht nur mehr saisonale Gerichte, sondern auch eine eigene Kinderkarte aufweisen.“

Barrierefreiheit

Der Biergarten zum Markt ist ebenerdig, ins Restaurant (und damit auch zur Toilette) führen einige Stufen. Es gibt aber noch den rückwärtigen Hoteleingang, der barrierefrei ist.

Mein Fazit

Warum war ich eigentlich vorher noch nie bei Ickhorn essen? Sowohl drinnen als auch im Sommer besonders draußen sitzt man nett, das Essen ist gut, der Service hervorragend. Also: Ich komme wieder.

Anfahrt/Parken

Ickhorn liegt mitten in der Fußgängerzone. Nächster Parkplatz ist der Kurt-Schumacher-Platz, etwa drei Gehminuten entfernt.

Was sagt das Netz zum Hotel-Restaurant Ickhorn?

Es finden sich 61 Rezensionen auf Google mit der Gesamtnote 4,2 (Sehr gut) von 5. Allerdings beziehen sich die meisten Bewertungen auf das Hotel und weniger auf das Essen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Restaurant-Check Ickhorn

Wir haben in unserem heutigen Restaurant-Check das Hotel Ickhorn genau unter die Lupe genommen.
20.07.2018
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Tatkräftiges Dreier-Gespann: Koch Thomas Schwert (40), Chefin Anne Kroes (64) und Servicekraft Petra Neuhäuser (50).© Jörg Heckenkamp
Das traditionsreiche Hotel-Restaurant Ickhorn am Markt in Werne.© Jörg Heckenkamp
Eingedeckter Tisch bei Ickhorn.© Jörg Heckenkamp
Der üppige Blumenschmuck im Sommer ist das Markenzeichen des Hauses.© Jörg Heckenkamp
Blick in den Kneipenbereich, den besonders die Stammgäste lieben.© Jörg Heckenkamp
Wunderbarer Blick von der Ickhorn-Außengastronomie über den Marktplatz auf das Alte Rathaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Grün- und Rot-Töne dominieren im Hauptspeisenraum.© Jörg Heckenkamp
Grün- und Rot-Töne dominieren im Hauptspeisenraum.© Jörg Heckenkamp
Der kleinere Speisenraum rechts vom Eingang ist münsterländisch-traditionell eingerichtet.© Jörg Heckenkamp
Stickbilder an der Wand des kleinen Speisenraumes, von der Chefin Anne Kroes selbst angefertigt.© Jörg Heckenkamp
Blick in den Kneipenbereich, den besonders die Stammgäste lieben.© Jörg Heckenkamp

Restaurant-Infos

Restaurant Ickhorn, Markt 1, 59368 Werne, Tel. (02389) 98 77 0

E-Mail: info@hotel-ickhorn.de

Sonntag bis Freitag

11:00 bis 14:00 Uhr und ab 17:30 Uhr

Samstags auf Anfrage

Frühstücksbuffet

7:00 bis 10:00 Uhr

nach Anmeldung

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Wie funktioniert der Restaurant-Check?
Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich. Nachdem wir die Rechnung beglichen haben, offenbaren wir uns und vereinbaren für die nächsten Tage einen Fototermin für die Gaststätten-Aufnahmen.
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