So gewitzt fängt der 89-jährige Franz Rinschede einen Pfau in seinem Garten

rnPfau im Garten

Franz Rinschede (89) konnte seinen Augen nicht trauen, als ein Pfau in seinem Garten stand. Jetzt hat er das Problem selbst in die Hand genommen - doch es sind schon neue Tiere im Anmarsch.

Werne

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das kann doch gar nicht sein, dachte Franz Rinschede (89), als er aus seinem Küchenfenster schaute und nur wenige Zentimeter dahinter einen Pfau in seinem Garten entdeckte. Ein schöner Anblick - aber nicht im eigenen Garten.

„Ich wusste gar nicht genau, was ich machen soll“, sagt Rinschede. Hilfe? Fehlanzeige! Keiner wusste, woher der Pfau kommt. Also nahm der 89-Jährige das Problem selbst in die Hand - und versuchte, das Tier eigenhändig in seinem Garten einzufangen.

Jetzt lesen

Von einem Nachbarn hat sich Rinschede ein Netz geliehen und daraus eine Art von Zelt gebastelt, um das Tier einzufangen. „Das war schon richtig aufregend“, sagt Rinschede.

Doch vorher hieß es erst einmal: Den richtigen Moment abwarten. „Als der Pfau nah bei mir war, legte ich los, ging schnell auf ihn zu und fing ihn ein“, beschreibt Rinschede seine Jagd.

Der Pfau ist gefangen - aber wohin mit ihm?

Doch wohin mit dem Pfau? Seit vier Wochen vermisst niemand das Tier, das durch die Siedlung läuft. Mal bei Rinschede, mal bei den Nachbarn. Freunde, Verwandte, Bekannte sprach er an - ohne Erfolg.

„Über einen Bekannten habe ich dann einen Kontakt zu einem Bauern bekommen“, sagt Rinschede. Der kennt sich aus mit Pfauen und kümmerte sich in der Vergangenheit um ein Pfauen-Pärchen. Doch das büxte - ironischerweise - aus. Am späten Abend holte der Bauer aus Lüdinghausen den Pfau zusammen mit seinem Sohn ab - schön vorbereitet im Netz.

Pfau lebt jetzt zusammen mit Lamas

„Der Pfau war ganz friedlich und ruhig, als er im Netz war und als die beiden Bauern ihn mitgenommen haben“, sagt Rinschede. Jetzt kann sich der Pfau zunächst auf dem Bauernhof in Lüdinghausen einleben und sich an seine neuen Nachbarn - unter anderem Lamas - gewöhnen.

Doch Rinschede ist nicht nur erleichtert, dass der Pfau weg ist. „Meine Schwiegertochter musste schon ein Tränchen verdrücken.“ Deshalb wollen Rinschede und seine Schwiegertochter Vanda Hadulla den Pfau in ein paar Wochen besuchen fahren.

Ein neuer Pfau treibt sich schon in der Nachbarschaft herum

„Irgendwie war er ja auch total nett und es war aufregend mit ihm“, sagt Rinschede über den Pfau. Komplette Ruhe ist in seiner Siedlung aber noch nicht eingekehrt - denn Rinschede scheint die Tiere anzuziehen.

„Ich habe schon gehört, dass die Nachbarn schon wieder einen neuen Pfau gesehen haben“, so Rinschede. Zumindest wissen die schon, an wen sie sich wenden können, wenn es erneut um das Einfangen geht: den Pfau-Flüsterer Franz Rinschede.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt