Pferde in Werne durch Baumsamen vergiftet

Risiken für Pferde

An der atypischen Weidemyopathie, einer Muskelkrankheit, von der zurzeit verstärkt Pferde in NRW betroffen sind, sind auch in Olfen und Werne bereits Pferde gestorben. Laut Informationen des Tierarztes Dr. Michael Dahlkamp handelt es sich bisher nur um Einzelfälle.

WERNE

27.11.2013, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Jahrelang hat man nach der Ursache der Krankheit gesucht, aber die Forscher tappten im Dunkeln", beschreibt der Tierarzt, der in Selm und Umgebung praktiziert. Inzwischen sei klar: Auslöser für die atypische Weidemyopathie ist wohl der Samen des Berg-Ahorns. Darin ist ein pflanzliches Gift enthalten, das zunächst für Schwitzen, Koordinationsstörungen, Koliken und Muskelzittern sorgt. Meist endet die Vergiftung tödlich.   Zum ersten Mal hat Michael Dahlkamp jetzt auch von betroffenen Pferden in Olfen und Werne gehört. Er selbst habe die Tiere nicht behandelt, kenne daher auch keine Details. "Es handelt sich aber um Einzelfälle, die mir  zugetragen wurden", sagt der Tierarzt.

Um ihre Pferde vor der gefährlichen Muskelkrankheit zu schützen, sollten ihre Halter jetzt dafür sorgen, dass sie satt sind. "Das Problem ist, dass die Weiden inzwischen nicht mehr genug bewachsen sind. Pferde, die nur auf der Weide leben und nicht zugefüttert werden, fressen daher jetzt einfach alles. Das heißt, sie wühlen auch tief im Laub und stoßen dort eventuell auf die Samen des Berg-Ahorns", erklärt der Tierarzt.  

Dass die Samen und Früchte des Berg-Ahorns überhaupt am Boden liegen, hat mit dem Frost zu tun: Die Kälte bewirkt, dass die Früchte zu Boden fallen und der Samen austritt. Der Frost birgt für Pferde aber weitere Gefahren, wie Franz-Josef Schulte im Busch, Tierschutzvertrauensperson im Kreis Coesfeld, weiß. "Gerade wenn Pferde einen hohen Energiebedarf haben und dann Minusgrade herrschen, kann es passieren, dass die Muskeln der Tiere verhärten", erklärt der Olfener. Das Herz, der aktivste Muskel im Körper des Pferds, könne im schlimmsten Fall dadurch zum Stillstand kommen. Um die Tiere zu schützen, sollten Pferdehalter sie zurzeit also gut füttern und dafür sorgen, dass sie es nicht zu kalt haben.    

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