„Pferdehof-Mord“: Täterin Monika D. bleibt weiter in Haft

rnElsbeth B. getötet

Monika D. hat im Oktober 2010 die Werner Pferdehof-Besitzerin Elsbeth B. getötet. Sie hätte im vergangenen Jahr vorzeitig auf freien Fuß kommen können. Doch sie sitzt immer noch in Haft.

Werne

, 13.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Monika D. vor Entlassung?“, titelten wir im Juni 2018. Denn zwei Drittel ihrer Haftstraße von elf Jahren und acht Monaten hätte die damals 33-Jährige im August 2018 verbüßt gehabt. Doch Monika D. sitzt weiterhin im Frauengefängnis Gelsenkirchen ein.

Der Hof von Elsbeth B. Ende 2012. Mehr als zwei Jahre, nachdem sich hier die schreckliche Bluttat ereignet hat. Mittlerweile ist der Hof abgerissen, das Grundstück am Nordbecker Damm verkauft.

Der Hof von Elsbeth B. Ende 2012. Mehr als zwei Jahre, nachdem sich hier die schreckliche Bluttat ereignet hat. Mittlerweile ist der Hof abgerissen, das Grundstück am Nordbecker Damm verkauft. © Jörg Heckenkamp (A)

Ob sie vorzeitig auf freien Fuß kommen kann, soll ein Gutachten entscheiden. In einer sogenannten Gefährlichkeitsprognose geht es um die Einschätzung, ob Monika D. nach einer vorzeitigen Entlassung eine Gefahr für die Allgemeinheit wäre.

Johannes Hidding vom zuständigen Landgericht Essen bestätigt auf Anfrage: „Vor einer vorzeitigen Entlassung muss ein Gutachten zur Gefährdungsabschätzung eingeholt werden.“ Das sei auf den Weg gebracht.

Gutachten über Monika D.‘s Gefährlichkeit initiiert

Wann dieses Gutachten in Auftrag gegen wurde, wie weit es gediehen ist, vermochte Hidding nicht zu sagen. Klar ist aber, dass die zuständige Staatsanwaltschaft in Dortmund eine Stellungnahme zu so einem Gutachten abgeben muss. Auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft hieß es: „Uns liegt noch kein Gutachten vor.“

Damit bleibt zurzeit offen, ob Monika D. ihre kompletten knapp zwölf Jahre Haft absitzen muss, oder doch noch vorzeitig frei kommt.

Die Spurensicherung auf dem Hof der ermordeten Elsbeth B. in Horst am 29. Oktober 2010.

Die Spurensicherung auf dem Hof der ermordeten Elsbeth B. in Horst am 29. Oktober 2010. © Jörg Heckenkamp (A)

Der Fall der getöteten Elsbeth B. hatte im Jahre 2010 viel Aufmerksamkeit erregt. Die Polizei ging im Oktober zunächst von einem Vermisstenfall aus. Gut eine Woche nach Verschwinden der damals 66-jährigen Elsbeth B. legte Monika D. ein Geständnis ab: Sie habe ihre Bekannte getötet, weil sie schlecht zu ihren Pferden gewesen sei.

Am 8. Juni 2011 begann der Prozess vor dem Schwurgericht in Dortmund. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete auf Mord aus Habgier.

Verfahren um den Tod von Elsbeth B. ein Mammutprozess

Das Verfahren weitete sich zum Mammutprozess aus. Nach mehr als 50 Verhandlungstagen in knapp 20 Monaten ergeht schließlich das Urteil: kein Mord, sondern Totschlag. Keine lebenslange Haft, sondern eine Verurteilung zu elf Jahren und acht Monaten Haft. Das war im Februar 2013.

Der Hof, auf dem im Oktober 2010 die Bluttat an Elsbeth B. geschah, ist mittlerweile abgerissen. Dort findet sich eine Hühnerfarm.

Der Hof, auf dem im Oktober 2010 die Bluttat an Elsbeth B. geschah, ist mittlerweile abgerissen. Dort findet sich eine Hühnerfarm. © Jörg Heckenkamp (A)

Wenige Tage nach dem Urteilsspruch hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Sie wollte ein härteres Urteil, gingen die Ankläger doch von einem Mord aus Habgier aus. Die Verteidigung dagegen hoffte auf eine Strafreduzierung wegen verminderter Schuldfähigkeit.

Anfang April 2014 lehnte der Bundesgerichtshof die Revision ab. Damit hatte das Urteil von knapp zwölf Jahren Haft für Monika D. Bestand. Und wie gesagt: Diese Strafe verbüßt sie derzeit immer noch.

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