Maisanbau ohne Pflanzenschutz, geht das? Landwirt Georg Laurenz spritzt den Mais nicht mehr

rnVersuch in der Landwirtschaft

Auf mechanische Weise oder mit Herbiziden: Bauern können ihre Pflanzen auf verschiedene Weise vor Unkraut schützen. Landwirt Georg Laurenz startet einen Versuch. Er spritzt Mais nicht mehr.

Werne, Stockum

, 30.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Reihe gleicht der anderen. Auf dem Maisacker am Hof Schulze Blasum wachsen die Pflanzen in schöner Gleichmäßigkeit. Doch etwas ist in diesem Jahr anders. Auf einer kleinen Fläche ist auch zwischen den Reihen eine Menge Grün zu sehen. Und die Maispflanzen sind an diesen Stellen nur halb so groß.

Es ist Unkraut, das einen grünen Teppich zwischen den Maispflanzen bildet. Und darüber freut sich der Werner Landwirt Georg Laurenz sogar. Denn er hat aus 200 Quadratmetern eine Versuchsfläche gemacht. Dieser kleine Teil der insgesamt fünf Hektar großen Mais-Anbaufläche, die Laurenz von einem Landwirt bewirtschaften lässt, ist unbehandelt.

Maisanbau ohne Pflanzenschutz, geht das? Landwirt Georg Laurenz spritzt den Mais nicht mehr

Zwischen den Reihen ist Unkraut zu sehen. Etwa 200 Quadratmeter der insgesamt fünf Hektar großen Mais-Fläche wurden nicht mit Pflanzschutzmitteln gespritzt. © Andrea Wellerdiek

Blick auf den Umweltschutz richten

„Hier haben wir ganz bewusst kein Pflanzenschutzmittel gespritzt“, erklärt Laurenz. Und das hat einen besonderen Hintergrund. Denn der 69-Jährige möchte damit ganz bewusst den Blick auf Fakten lenken, die dem Laien vielleicht nicht bewusst sind.

„Wir möchten schauen und zeigen, was passiert, wenn der Mais keinen Pflanzenschutz bekommt und der Mais unter der Konkurrenz der Unkräuter leidet“, erklärt der Landwirt.

Er möchte die Entwicklung, die die Pflanze unter diesen Umständen nimmt, gern der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Die Leute verlieren die Nähe zu diesem landwirtschaftlichen Allerweltsthema“, erklärt Laurenz.

Weg in das Maisfeld hinein geplant

Deshalb lädt er die Bürger dazu ein, vorbeizuschauen und sich selbst ein Bild von diesem besonderen Maisfeld zu machen. Das klappt von dem etwas erhöhten Wall am Wegesrand am Hof Schulze Blasum ganz gut. Von dort aus haben interessierte Hofbesucher das Maisfeld gut im Blick.

Georg Laurenz denkt aber auch über einen Weg in das Maisfeld nach, auf dem die Bürger direkt in das Maisfeld gehen könnten. Um Aufklärungsarbeit leisten zu können, verzichtet Laurenz auf mögliche Erträge aus dem landwirtschaftlichen Mais-Anbau. Der Mais wird hier nach eigenen Angaben als Körnermais geerntet.

Georg Laurenz selbst ist auch gespannt, wie sich der Mais auf der Versuchsfläche entwickelt. „Lassen Sie uns im Herbst zur Erntezeit noch einmal darauf zurückkommen. Wir sollten dann mal ein paar Kolben auf die Waage legen“, schlägt Laurenz vor.

Maisanbau ohne Pflanzenschutz, geht das? Landwirt Georg Laurenz spritzt den Mais nicht mehr

Der Unterschied ist deutlich zu erkennen: Vorn ist die behandelte, hinten ist die nicht behandelte Fläche zu sehen. © Andrea Wellerdiek

Behandlung ausschließlich mit chemischem Pflanzenschutzmittel

„Mais ist die Pflanze, die am wenigsten Pflanzenschutz bekommt. Auf Pflanzenschutz zu verzichten, ist bei Mais also am einfachsten zu händeln. Wir behandeln Mais nur mit Herbiziden“, erklärt der Landwirt weiter.

Mais als Kulturpflanze muss vor dem Riesenvorrat an Unkrautsamen, die über Jahrzehnte im Boden „schlummern“, geschützt werden. Was passiert, wenn man Mais zum Schutz gar nicht spritzt, kann man ab sofort am Hof Schulze Blasum beobachten.

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