Hündin aus Bulgarien stürzt Tupper-Vertreterin in finanzielle Sorgen

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Eigentlich wollte Tupper-Vertreterin Nicole Szameit (42) nur einen Kameraden für ihren alten Hund adoptieren. Die Hündin aus Bulgarien war jedoch schwanger und benötigt kostspielige Behandlungen.

Werne

, 20.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tuppern für die Hunde - das ist aktuell das Motto der Werner Tupperware-Vertreterin Nicole Szameit. Denn die Adoption einer Hündin aus Bulgarien riss ein riesiges Loch in ihr Portemonnaie. Denn Hündin Frieda war unerwartet schwanger und es gab Komplikationen bei der Geburt des Welpen.

Über 2000 Euro hat der Not-Kaiserschnitt gekostet. Szameits Schwester half aus und nahm einen Kredit auf, um das Leben von Hündin Frieda und ihrer Tochter Pebbles zu retten. Nun fließen alle Einnahmen aus dem Tupper-Verkauf in die beiden Hunde.

Am 25. Februar kam Hündin Frieda nach Werne. Dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits trächtig war, verheimlichte die Tierschutzorganisation, die ihr den Hund vermittelte. „Die Zitzen schwollen an. Man erzählte mir, die Hündin sei läufig und das könnte schonmal passieren“, so Szameit. Am 7. April ging die Tupper-Vertreterin zum Tierarzt.

Geburt mit Komplikationen

Aufgrund der Corona-Situation musste sie auf einen Termin warten. „Da sagte man mir: ‚Herzlichen Glückwunsch, Sie werden Oma’. Ich bin aus allen Wolken gefallen“, berichtet die Hundebesitzerin. Schon am nächsten Tag musste die kleine Pebbles per Not-Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden.

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Hündin Frida ist noch kein Jahr alt und daher selbst noch im Teenie-Alter. Die Geburt überforderte sie. Außerdem gab es hormonelle Schwierigkeiten. „Als die Wehen dann einsetzten, legte sie sich ganz entspannt hin und half überhaupt nicht mit“, berichtet Szameit. Da es sich um eine seltene Einlings-Geburt handelte, sei der Welpe außergewöhnlich groß gewesen. Eine natürliche Geburt wäre ohnehin Millimeterarbeit gewesen.

Welpe hat sein Gewicht innerhalb gut einer Woche verdreifacht

„Es musste plötzlich ganz schnell gehen. Uns wurde ein günstiger Tierarzt in Dortmund empfohlen, aber der war nicht erreichbar. Es ging um Leben und Tod. Wir hatten keine Wahl und mussten schnell in die Klinik“, so die Hundebesitzerin. Auch nach der Geburt habe es Komplikationen gegeben. Da die Hündin zu wenig Milch produziert, muss Szameit die kleine Pebbles von Hand aufziehen. Alle zwei Stunden muss der Welpe gefüttert werden.

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Doch das ist nicht alles: Gut eine Woche nach der OP gab es bei Mama Frieda postoperative Komplikationen mit Fieber. Auch der Welpe ist nicht über den Berg, denn die ersten vier Wochen seien generell eine kritische Phase. Bisher wächst und gedeiht Pebbles zumindest gut: Innerhalb ihrer ersten zehn Lebenstage hat sie von 300 Gramm auf ein Kilogramm zugenommen.

„Ich wollte eigentlich keine Hündin. Und jetzt habe ich zwei“

Eigentlich wollte die Tupper-Vertreterin nur einen Kumpel für ihren 15-jährigen Rüden adoptieren. „Ich wollte nie eine Hündin und erst Recht keinen Welpen. Und jetzt habe ich beides. Es kommt immer anders als man denkt“, erzählt sie. Frieda habe sie auf Facebook entdeckt und ins Herz geschlossen. Auch ihr Hundeopa habe sich schnell mit der Junghündin angefreundet: „Selbst über das Baby hat er sich gefreut. Er ist ein guter Opa. Wenigstens in der Hinsicht ging die Rechnung auf.“

Bei Familie Szameit dreht sich aktuell alles um den kleinen Welpen Pebbles.

Bei Familie Szameit dreht sich aktuell alles um den kleinen Welpen Pebbles. © Szameit

Szameit ist enttäuscht von der Tierschutzorganisation. Denn die wusste die ganze Zeit über von der Schwangerschaft, hatte sogar ein Video von der Zeugung im Auffanglager in Bulgarien und kommt trotzdem nicht für die entstandenen Kosten auf.

Die muss Szameit nun mit ihren Einnahmen aus dem Tupper-Verkauf decken. Ihre Sorgen postete sie in einer Facebook-Gruppe. Dort habe sie Zuspruch bekommen, ein „Bombengeschäft“, welches die Kosten decken würde, habe sie bislang nach eigenen Angaben aber noch nicht gemacht.

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