Pokémon und Jäger sind in Werne unterwegs

Hype um Smartphone-Spiel

Die Jagd nach Mini-Monstern mit dem Handy scheint niemand auszulassen. Überall in Werne sieht man die Spieler auf der Pirsch. Pokémon Go ist ein Computerspiel für draußen. Und es hat sogar Potenzial zur alternativen Stadtführung. Aber nicht jeder ist über die Wahl der markierten Orte glücklich.

WERNE

18.07.2016, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Überall in der Stadt gucken Leute auf ihr Smartphone. Aber sind sie auch Spieler des neuen Pokémon-Go-Spiels, das innerhalb von ein paar Tagen das Internet erobert hat, oder lesen sie nur zufällig eine Nachricht? Sicher weiß man das erst, wenn sie kurz stehen bleiben, konzentriert schauen, umdrehen und in eine ganz andere Richtung weitergehen.

Nur, wer das Spiel auf seinem Handy installiert hat, kann die kleinen Monster und blinkenden Landmarken sehen. Als Pokémon-Spieler fühlt man sich deshalb aufgeregt wie ein Geheimagent auf Mission. Dabei läuft man mit einem vibrierenden Telefon durch Werne.

Direkt am Marktplatz blinkt der Bildschirm und zeigt einen „Pokéstop“ vor dem alten Rathaus. Schnell Punkte und Geschenke gesammelt, dann geht es weiter, die Steinstraße entlang. Ein junger Mann fängt gerade am Kugelbrunnen ein digitales Monster, das wie eine niedliche Krabbe aussieht. Am Fahrradlenker hat er eine Halterung für sein Smartphone. So kommt man bestimmt deutlich schneller von Pokémon zu Pokémon. Straßenverkehrstauglich ist das allerdings nicht.

Wie eine alternative Stadtführung

Wer Werne kennt, wird nicht überrascht sein von den Orten, an die ihn das Spiel führt. Wenn man eine Stadt neu entdeckt, können die Stopps einen auf Dinge stoßen, die man sonst kaum beachtet. Das kleine Türmchen beim Juwelier auf der Steinstraße, die Städte-Partnerschafts-Boje vor dem Stadthaus und das Wasserspiel am Markt sind in der Pokémon-Welt magische Orte.

Für jeden Schritt von Ort zu Ort wird man mit Punkten und Geräuschen belohnt. Nach fünf Kilometern Fußweg die Nachricht: Du bist in Level drei.

Stolpersteine im Spiel ärgern den Künstler

Stutzig macht, dass das Spiel zum jüdischen Friedhof führt und nur ein paar Schritte weiter bei den Stolpersteinen in der Burggasse Punkte und sogenannte „Beleber“ gesammelt werden können. Nicht nur ein Werner Problem: In vielen Städten werden Stolpersteine in das Spiel integriert.

Der Künstler Gunter Demnig, der die Steine verlegt hat, ist von dieser Zweckentfremdung geschockt: „Die Leute befassen sich dadurch nicht damit. Es ist ja nur ein blödes Spiel, wo man Monster abschießt“, sagte er.

So läuft die Jagd nach den Mini-Monstern in anderen Städten der Region:

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt