Polizei verbietet, gleichzeitig Fahrradhelme und Mund-Nasen-Schutz zu tragen

rnFamilien-Fahrraddemo: Kidical Mass

Bei der Fahrraddemo „Kidical Mass“ in Werne mussten sich die Teilnehmer entweder für einen Fahrradhelm oder für einen Mund-Nasen-Schutz entscheiden. Beides gleichzeitig zu tragen wurde aufgrund von Auflagen der Polizei verboten.

von Charlotte Schuster

Werne

, 23.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Radinitiative Werne hat am Sonntag (20. September) eine Familien-Fahrraddemo - auch bekannt als „Kidical Mass“ (KM; zu deutsch kindische Masse) veranstaltet. Die bundesweite „Kidical Mass“ setzt sich für mehr Sicherheit und Selbstständigkeit für Kinder im Straßenverkehr ein. Jedoch wird den Teilnehmern durch Auflagen der Polizei untersagt, sowohl einen Fahrradhelm wie einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bei der Anmoderation der „Kidical Mass“ hieß es, dass ein Fahrradhelm zwar nicht schaden könne, aber dann dürfe man keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dies galt auch für die teilnehmenden Kinder.

Holger Bergemann, der Sprecher der Radinitiative Werne, erklärt, dass sie zwar keine Vertreter von der Helmpflicht seien, aber es besser sei anzuraten, einen Helm zu tragen. Zudem sei es eine langsame Fahrradtour gewesen, weshalb das Risiko sehr gering gewesen sei, zu stürzen. Verletzt habe sich auch keiner, so Bergemann. Der Versammlungsleiter Stephan Rengelink fügt hinzu, dass „die Polizei wegen des Vermummungsverbot keine Wahl gehabt hätte“. Ein Mund-Nasen-Schutz und ein Fahrradhelm hätten zu viel des Gesichts verdeckt.

„Nie die Absicht der Polizei, dass die Leute keinen Radhelm tragen“

Der Polizeihauptkommissar und Leiter der Pressestelle Bernd Pentrop bestätigt, dass die Polizei das gleichzeitige Tragen einer Kopfbedeckung und einer Maske verboten habe, da dies die Feststellung der Identität verhindern würde. Sie habe bei Kopfbedeckungen aber eher an Sturmhauben gedacht und nicht an Fahrradhelme. Außerdem habe die Polizei allen Teilnehmern das Tragen eines Radhelms empfohlen. Da der Mindestabstand bei der Demo eingehalten wurde, mussten keine Schutzmasken getragen werden, so Pentrop. Der Polizeihauptkommissar sieht die Lage als Kommunikationsproblem an: „Es war nie die Absicht der Polizei, dass die Leute keinen Radhelm tragen. Wir sind froh um jeden, der beim Radfahren einen Helm trägt.“

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Die Veranstalter hatten ein Hygienekonzept ausgearbeitet, welches am Sonntag für die Demonstration galt. Während der ganzen Zeit musste der Mindestabstand von 1,5 Metern zu Personen eingehalten werden, die nicht zur Familie oder zur eigenen Gruppen gehörten. Dies habe auch sehr gut geklappt, so Holger Bergemann. Auf dem Marktplatz wurden zur Orientierung Markierungen mit Straßenmalkreide aufgemalt. In einem 5 mal 2 Meter großen Kasten durfte immer eine zueinander gehörende Gruppe drinstehen. Menschen, die typische Symptome von Covid 19 aufgewiesen hätten, wären sofort dazu aufgefordert worden, den Markplatz zu verlassen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass alle Teilnehmer sich nach der Fahrradtour möglichst schnell in verschiedene Richtungen wegbegeben sollen. Zudem waren die Polizei und zehn Ordner vor Ort, um die Teilnehmer bei der Einhaltung von Regeln zu unterstützen.

Sichere Radwege insbesondere für Kinder

Die Stadt Werne war an diesem Wochenende eine von 98 Städten, in der sich Familien trafen, um gemeinsam mit dem Fahrrad zu fahren. Es haben 112 Personen an der Fahrraddemo teilgenommen, darunter viele Familien mit Kindern. Sie wollten sich als Verkehrsteilnehmer sichtbar machen und ernst genommen werden. Das Ziel der „Kidical Mass“ ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen sich sicher in der Stadt bewegen können. Zudem fordern die Demo-Teilnehmer Tempo 30 für sicheren Straßenverkehr innerorts für ein angstfreies Radfahren. Erforderlich sei auch ein sicheres Schulradewege-Netz für ein durchgängiges Radwegenetz in ganz Werne, so die Radinitiative. Dafür sollen im Umfeld von Schulen flächendeckend Fahrradstraßen eingerichtet werden. Außerdem verlangen sie ein System der Parkraumbewirtschaftung.

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