Polizisten bewusst angehustet: Beamte schützen sich verstärkt in Corona-Krise

rnZwischenfall mit Polizeibeamten

Zu einem üblen Vorfall kam es am Donnerstag in Werne. Ein Werner hustete Polizisten bewusst an und behauptete, er sei mit Corona infiziert. Die Polizei muss sich nun verstärkt schützen.

Werne

, 14.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein übles und respektloses Verhalten eines Werner Bürgers verärgert die Polizei. Bei einer Unfallaufnahme hat ein 54-Jähriger aus Werne Polizeibeamten am Donnerstag, 9. April, bewusst angehustet und behauptet, er sei durch das Coronavirus infiziert. Die Polizei des Kreises Unna muss sich derzeit gezielt vor solchen Zwischenfällen schützen. Doch nicht immer können die Beamten selbst alle Sicherheitsvorkehrungen einhalten.

Als die Polizeibeamten am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der Varnhöveler Straße in Werne fuhren, ahnten sie noch nicht, wie dieser Routine-Einsatz enden würde. Als die Polizisten den Unfall aufnehmen wollten, hustete der Unfallversucher sie plötzlich demonstrativ mehrfach an. Der alkoholisierte 54-jähriger Werner behauptete außerdem, er sei durch das Coronavirus infiziert.

Daraufhin legten die Beamten gleich ihre Schutzausrüstung an. Alle Fahrzeuge sind mit entsprechendem Equipment ausgestattet, erklärt Christian Stein, Pressesprecher der Polizei des Kreises Unna. „Bei Einsätzen, bei denen es einen Verdachtsfall zu einer infizierten Person gibt, legen die Kollegen und Kolleginnen direkt am Einsatzort die Schutzausrüstung an“, erklärt Stein.

Expertenempfehlung für den Schutz für Polizeibeamte

Im Vorfeld gebe es Hinweise über die Leitstelle, ob ein Verdachtsfall im Zusammenhang mit Corona besteht. Es gilt die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Demnach legen die Einsatzkräfte einen Mund-Nasen-Schutz an. Wenn die Person das nicht akzeptiert, sind die Polizeibeamten angehalten, nach eigener Risikoeinschätzung eine Atemschutzmaske (mindestens der Schutzklasse FFP2) zu tragen.

Eine Atemschutzmaske des Typs FFP2 und Einweghandschuhe bieten guten Schutz in der Corona-Krise.

Eine Atemschutzmaske des Typs FFP2 und Einweghandschuhe bieten guten Schutz in der Corona-Krise. © picture alliance/dpa

„Außerdem versuchen die Einsatzkräfte möglichst auf Körperkontakt zu verzichten, und den Sicherheitsabstand einzuhalten.“ Das sei jedoch nicht immer möglich, wie Stein weiter erklärt. „Bei einer Schlägerei zum Beispiel müssen die Kollegen natürlich so schnell wie möglich reagieren und dazwischen gehen. Da ist leider auch ein Körperkontakt nicht zu verhindern.“ Um sich nach solch einem Einsatz zu schützen, sind die Fahrzeuge der Polizei mit Desinfektionsmittel ausgestattet.

Auch auf den Wachen selbst gibt es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. So sind Scheiben zwischen Beamten und Bürgern aufgestellt, um den Sicherheitsabstand einhalten und sich vor der Virus-Übertragung durch Tröpfchen schützen zu können. Außerdem appelliert die Polizei an die Bürger, Anzeigen über das Onlineportal (service.polizei.nrw.de/anzeige) statt persönlich auf der Wache zu melden.

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