Potenzieller Investor will Burgstraße 1 restaurieren

Werne Schweren Herzens will sich die Familie Thiemann von ihrem rund 400 Jahre alten Haus an der Burgstraße 1 trennen. Immerhin steht ein Kaufinteressent bereit, der das Gebäude sanieren will.

von Von Rudolf Zicke

, 01.09.2008, 18:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Familie Thiemann möchte ihren Gebäudekomplex an der Burgstraße nach etwa 400-jährigem Besitz verkaufen. Ein Interessent möchte es fachgferecht sanieren.

Die Familie Thiemann möchte ihren Gebäudekomplex an der Burgstraße nach etwa 400-jährigem Besitz verkaufen. Ein Interessent möchte es fachgferecht sanieren.

"Es fällt uns nicht leicht", sagte  Eigentümer Fritz Thiemann, schließlich habe sich das Haus seit drei Generationen im Besitz der Familie befunden. Der Komplex sei stark renovierungsbedürftig, die notwendige Restaurierung wolle er sich mit fast 70 Jahren nicht mehr antun.

Da ist es schon etwas tröstlich, dass es einen ernsthaften Interessenten gibt, der den Gebäudekomplex, der aus zwei Fachwerkhäusern besteht, vor dem weiteren Verfall bewahren will. Dass er dazu in der Lage ist, hat er bereits bewiesen. Er hat schon einmal ein historisch wertvolles Haus, dessen Schicksal, der Abbruch, bereits besiegelt schien, restauriert und zu einem Schmuckkästchen umgebaut.Ladenlokal und zwei Wohnungen

Dieser potenzielle Investor will das Erdgeschoss der Burgstraße 1 wie bisher als Ladenlokal nutzen bzw. vermieten; in dem seit Jahrzehnten nicht genutzten Obergeschoss sind zwei Wohnungen vorgesehen.

Eine Vorentscheidung, ob es tatsächlich zu der Rettungsaktion kommt, könnte schon in dieser Woche fallen. Vertreter des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege schauen sich das Gebäude an, um dessen genauen baulichen Zustand festzustellen sowie die Möglichkeiten einer denkmalgerechten Sanierung und künftigen Nutzung zu überprüfen.Denkmalwürdig seit 1987

Dass das Fachwerk-Doppelhaus auf jeden Fall der Nachwelt erhalten werden sollte, dürfte dabei außer Frage stehen. Denn bereits 1987 war die Denkmalwürdigkeit des Hauses in einer bauhistorischen Untersuchung "amtlich" festgestellt worden.

Die Gebäudegruppe, deren ältester Teil sich bis 1696 zurückverfolgen lässt, sei von hoher stadtbildprägender Bedeutung, heißt es in dem Gutachten. "Die beiden Häuser sind am Westende der Straße deren entscheidender optischer Bezugspunkt."

Noch gibt es keinen Kaufvertrag oder Notarstermin, dennoch ist der mögliche Investor optimistisch; er glaube, dass der Kauf schon in Kürze über die Bühne gehen könnte.

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